The Pirate Bay ist die bekannteste Filesharing-Seite der Welt. Die Betreiber der Webseite testen ein neues Finanzierungsmodell, um nicht mehr auf Online-Werbung angewiesen zu sein. Dazu haben sie auf ihrer Webseite einen Cryptowährungs-Miner eingebunden, der CPU-Zyklen der Website-Besucher benutzt, um die Crypto-Währung Monero zu minen. Das Problem dabei ist, dass die Anwender nicht gefragt wurden, ob sie dem zustimmen. 

Schnell aufgeflogen

Das neue Verfahren zur Finanzierung blieb allerdings nicht lange verborgen, da einigen Anwendern auffiel, dass die CPU-Last ihrer Computer plötzlich drastisch anstieg sobald sie bestimmte Pirate-Bay-Seiten besuchten. Dazu zählten die Seite mit der Kategorie-Liste und die mit den Suchergebnissen. So war dann auch schnell klar, dass die hohe CPU-Auslastung von einem auf JavaScript basierenden Modul von Coinhive stammte. Der Dienst bietet Webseitenbetreibern die Option, CPU-Zyklen der Besucher zur Generierung der Crypto-Währung Monero zu verwenden. Viele Besucher der Webseite äußerten, sie seien nicht bereit, dies mitzumachen ohne vorher gefragt zu werden.

Arbeitslose CPUs

Ein großer Teil unserer CPU-Ressourcen liegen 99 Prozent der Laufzeit brach. Schon lange werden diese brachliegenden CPU-Zyklen in Projekten für verteiltes Rechnen wie SETI@home zur Suche nach außerirdischem Leben im All oder der Klimaforschung und weiteren Projekten der Berkeley Open Infrastructure for Network Computing (BOINC) zum Einsatz. Es spricht auch nichts dagegen, mit dieser Methode Projekte mit Spenden in Form von Crypto-Währungen zu unterstützen. Was aber nicht geht ist, dies ohne Zustimmung der Anwender zu tun. 

Mit Verspätung und erst nach der Entdeckung äußerten sich die Betreiber von Pirate Bay, es handle sich um einen 24-Stunden-Test um herauszufinden, ob das Mining von Coins als Ersatz für Werbeeinblendungen geeignet sei. Das Modell, CPU-Zyklen von Seitenbesuchern zu verwenden um Einnahmen zu generieren anstatt Werbung zu schalten sollte vielleicht generell diskutiert werden.

Tragfähiges Modell?

Mit Zustimmung der Anwender und der Möglichkeit, selbst zu bestimmen, wie viel CPU-Zyklen wie lange genutzt werden dürfen, könnte dieses Modell beiden Seiten helfen. Die Betreiber einer Webseite könnten notwendige Einnahmen generieren ohne sich auf das unzuverlässige Geschäft mit den Werbeagenturen einzulassen, deren Produkte von einer Großzahl der Anwender von vornherein durch Adblocker ausgeblendet werden. Die Nutzer andererseits würden nicht mit unerwünschter Werbung belästigt und könnten Webseiten unterstützen oder dies, adäquat zum Adblocker, ablehnen. Wenn die Sicherheit einer solchen Lösung gegeben wäre, so wäre die Akzeptanz der Anwender vermutlich höher als bei Online-Werbung.

 

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