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By: FacebookCC0

Facebook hat seinen Standpunkt überdacht und relizenziert die Open-Source-Projekte React, Jest, Flow und Immutable.js. Diese waren bisher mit einer BSD-Lizenz mit angehängter Patentklausel lizenziert. Vorausgegangen war eine Auseinandersetzung zwischen Facebook und Teilen der Community über die Patentklausel. Auslöser war im Juli die Entscheidung der Apache-Software-Foundation (ASF), Programmcode, der der Facebook BSD+Patents-Lizenz unterliegt, zu bannen. Das hatte Chris Mattmann, Direktor für Rechtsbelange bei der Apache Foundation , erklärt. Bis zum 31. August sollten alle Projekte, die Anwendungen unter dieser Facebook-Lizenz benutzen, diese aus den Projekten entfernt haben. Die Lizenz wurde daraufhin in die Apache-eigene Kategorie Cat-X verbannt, die Lizenzen auflistet, die nicht in Apache-Projekten verwendet werden dürfen.

Die Apache Foundation hat ein Problem

Das Problem, das Mattman mit der Facebook BSD+Patents-Lizenz hat, liegt in der Patentklausel begründet, die Facebook zur BSD-Lizenz hinzugefügt hat. Die Klausel besagt laut Mattman, dass Lizenznehmer, die Facebook verklagen, sofort das Recht auf die Nutzung der Lizenz verlieren. Gleiches geschieht, wenn ein Nutzer einen anderen Nutzer der Lizenz verklagt. 

Facebook hatte bereits Ende letzten Jahres dieser Auslegung widersprochen. Viele Projekte, die das derzeit sehr beliebte React.js einsetzen, haben ebenfalls kein Problem mit der Lizenz. Entwickler, die ein Problem in der Patentklausel sehen, hatten sich an Facebook gewandt, mit der Bitte, die Lizenz abzuändern.

Lizenz-Klausel gegen Patent-Trolle

Im August erläuterte dann Facebooks technischer Direktor Adam Wolff in einer Stellungnahme, warum das Unternehmen an der BSD+Patents-Lizenz festhält. In Diskussionen sei klar geworden, so Wolff, dass Facebook und die ASF unterschiedliche Gesichtspunkte bei Pflege und Vertrieb von Open-Source-Software pflegen. In den Gesprächen war es zu keiner einvernehmlichen Lösung mit der ASF gekommen.  Das Unternehmen verfolge mit seiner Lizenz einen Mittelweg, so Wolff, um zwar weiterhin an der Open-Source-Gemeinschaft teilhaben zu können, gleichzeitig aber die Unternehmensinteressen zu wahren und Patent-Trollen den Wind aus den Segeln zu nehmen. 

Jetzt unter MIT-Lizenz

Jetzt hat sich Facebook offenbar entschlossen, doch nachzugeben. Wie Wollf jetzt wissen ließ, werden die Facebook-Open-Source-Projekte React, Jest, Flow und Immutable.js nächste Woche unter der MIT-Lizenz relizensiert. Sie erlaubt die Wiederverwendung der unter ihr stehenden Software sowohl für Software, deren Quelltext frei einsehbar ist (Open Source), als auch für Software, deren Quelltext nicht frei einsehbar ist (Closed Source). Nachdem die Community mehrere Wochen verunsichert und enttäuscht gewesen sei, habe man sich entschieden, besonders wegen des viel verwendeten React.js die Entwicklung nicht aus nicht-technischen Gründen blockieren zu wollen, so Wolff. Weitere von Facebooks Open-Source-Projekten verbleiben vorerst weiter unter der BSD+Patents-Lizenz . Auch hier werde geprüft ob es andere Möglichkeiten gibt, aber jedes Projekt sei anders und bedürfe der genauen Überprüfung.

 

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