Amarok

Logo: ChrisPK Lizenz: GPL2

Wer hätte es gedacht: Amarok scheint nicht so tot zu sein, wie es in den letzten beiden Jahren den Anschein hatte. Die einstige KDE-Vorzeigeanwendung hatte arg Federn gelassen in der Gunst der Jukebox-Fans. Der Umstieg von Version 1.4 auf 2.0 führte zu massiver Kritik der Anwender. Es fehlten viele Funktionen, das neue dreispaltige Layout der Oberfläche fand wenig Anerkennung. So entstand in der Folge mit Clementine ein Fork von Amarok 1.4, der schnell viele Freunde fand und von Distributionen ins Programm genommen wurde.

Seit August 2013 verharrt Amarok, der freie Audioplayer für unixoide Betriebssysteme und Windows, auf Version 2.8. Eine Beta-Version Amarok 2.9 wurde im August 2015 freigegeben, eine finale Version 2.9 steht aber immer noch aus. Da die Beta zudem noch auf Qt4 basiert, wird eine Veröffentlichung vermutlich auch nicht stattfinden.  Doch jetzt gibt es einen Silberstreif am Horizont.

Noch ist einiges zu tun

Die Portierung von Amarok auf Qt5 und KDE Frameworks 5 ist prinzipiell abgeschlossen und liegt dem KDE-Reviewboard zur Durchsicht vor. Seit einigen Monaten arbeitet der bei Arch Linux beheimatete Malte Veerman an der Portierung. Sowohl die Art des Commits als auch die technische Ausführung bedürfen noch der Überarbeitung. So steht etwa das von Veerman als Abhängigkeit eingeführte Qt5WebView zwar bei Arch Linux, aber ansonsten lediglich seit kurzem in Debian Unstable und openSUSE zur Verfügung.

Laut Veerman müssen noch viele Applets portiert werden. Bisher funktionieren bei den Diensten lediglich Ampache und Magnatune. Bei den Miniprogrammen, die jetzt in QML umgesetzt sind, sind Aktuelles Stück, Analyzer, Wikipedia und Liedtext einsatzbereit. Sicherlich wird es noch eine Weile dauern bis fertige Vorabversionen zum Test bereitstehen. Um jedoch zu alter Größe auflaufen zu können muss Amarok viele Anwender von anderen Playern wie Clementine wieder weglocken. Bleibt abzuwarten, ob das gelingt.

Amarok lebt!

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Alle Kommentare
  • pit

    05.10.2017, 14:24 Uhr

    Interessant. Ich bin ein eher langmütiger Mensch – aber nach mehreren Jahren mit Amarok (erst V1.x, dann V2.x) habe ich irgendwann entnervt aufgegeben. Ich weiß nicht wie oft ich die komplette Datenbank (bzw. deren Inhalte) verloren habe – und das bei einem durchaus umfangreichen lokalen Musikbestand. Ich nutze aktuell in der Tat Clementine.

    Dein Beitrag ermutigt mich aber, der (hoffentlich bald in Debian Sid erscheinenden) Beta 2.9 eine Chance zu geben. Du wirst dann ja sicher berichten 😉

    • Ferdinand Thommes

      05.10.2017, 14:30 Uhr

      Da geht es dir wie mir, da wurde ein ordentlicher Vorrat an Flüchen und Schimpfwörtern verbraucht. Ich habe keine Jukebox gefunden, die mich zum Umstieg gereizt hätte. Ich nutze mittlerweile hauptsächlich Plex-Server auf dem NAS und die Plex-Apps auf diversen Clients. Amarok kommt höchstens zum Probehören von neuer Musik zum Zug, bevor diese aufs NAS wandert (oder auch nicht).

  • pit

    05.10.2017, 15:58 Uhr

    Von Plex hattest du mir mal im IRC erzählt – kenne ich aus eigener Anschauung nicht. Ich bin derzeit ziemlich begeistert von Volumio [1], einer Distribution für den Raspberry Pi. Die stellt ein responsive Webinterface zur Verfügung, das sowohl auf’m Desktop als auch auf kleinen Displays eine gute Figur macht. Auf dem Raspi steckt eine Huckepack-Platine (HifiBerry DAC), die via Cinch mit dem Verstärker verbunden ist. Meine Musik liegt auf einer Synology Diskstation, damit kommt der Raspi mit Volumio gut klar. Bedient wird das Ganze einfach via Smartphone (od. wahlweise Tablet od. Laptop). Die Synology Apps sagen mir dagegen nicht so zu.

    [1] https://volumio.org/

    • Ferdinand Thommes

      05.10.2017, 19:06 Uhr

      Danke für die Info, schau ich mit interessehalber mal an.

  • tuxnix

    05.10.2017, 19:01 Uhr

    Gute Nachricht, dann bleibe ich bei Amaroke.
    Und meinen Herzlichen Glückwunsch zu “LINUXNEWS”.

    • Ferdinand Thommes

      05.10.2017, 19:10 Uhr

      Danke 🙂