Kernel 4.14

Bild: Krd Lizenz: CC-by-2.0

Trotzt der Thanksgiving-Feiertage in den USA wurde das Zeitfenster für Einreichungen zu Kernel 4.15 eingehalten. Nach zwei Wochen, in denen Entwickler ihre Patches einreichen konnten, hat Linus Torvalds nun Kernel 4.15-rc1 freigegeben, der über die nächsten Wochen bis in den Januar 2018 stabilisiert wird. Torvalds bedankt sich bei den Entwicklern dafür, dass sie größtenteils seiner Maßgabe gefolgt sind und ihre Patches in der ersten Woche des Merge-Window eingereicht hatten und damit seinen Urlaub in der zweiten Woche weniger arbeitsintensiv gestalteten.

Mehr Änderungen als zu 4.14-rc1

Die Patches für 4.15-rc1 sind recht umfangreich. Bis gestern liefen fast 13.500 Einreichungen auf, die über 580.000 neue Codezeilen bedeuten und Änderungen an fast 12.000 Dateien bewirken. Gleichzeitig wurden über 270.000 Zeilen Code entfernt. Derzeit besteht der Kernel aus 62.285 Dateien mit über 25.350.000 Zeilen Code. Damit umfasst er rund 1.000 Dateien mehr als noch Kernel 4.14.

AMDGPU DC umfasst 130.000 Zeilen

Der Großteil des hinzugekommenen Codes ist AMDGPU DC zu verdanken. Der  neue Display-Stack für  den  AMDGPU DRM-Treiber umfasst über 130.000 Zeilen Code. Damit werden AMDs Vega-GPUs endlich unter Linux gut unterstützt. Auch einige weitere, auch ältere Radeon-Karten profitieren von den AMD-Patches, die zu Ende bringen was bei AMD vor fast zwei Jahren als DAL begann und dann zu DC umbenannt wurde.

Intel und Nvidia

Weitere Änderungen im Grafikbereich gab es für Intels »Coffee Lake Graphics«. Der neue Kernel wird Core-i-8-Prozessoren der Coffe-Lake-Generation direkt unterstützen. Für den freien Treiber Nouveau für Nvidias Grafikkarten wurde die Speicherverwaltung überholt. Auch die Grafiktreiber für den Raspberry  Pi wurden erneut verbessert.

Control Groups 2

Eine wichtige Änderung betrifft die Control Groups. Hier wurde die zweite Version der Control Groups jetzt komplettiert. Die RISC-V-Architektur wird anfänglich unterstützt, auch wenn es noch eine Weile dauern wird, bis sie durch entsprechende Treiber praktisch nutzbar ist. Besitzer von NVMe-Laufwerken können sich auf potentiell mehr Geschwindigkeit freuen,  denn der Blocktreiber für NVMe wurde um Multipath erweitert. ThunderboltIP ist eine weitere interessante Neuerung, erlaubt sie es doch, Netze per Thunderbolt-Kabel zu erstellen. Aus dem aktuellen Kernel entfernt wird das Open Sound System (OSS), das heute kaum mehr Rolle mehr spielt.

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