KDE Plasma Mobile

By: Purism

Debian-Entwickler Matthias Klumpp berichtet von ersten Versuchen, bereits funktionierende Software-Stacks zu finden, die auf der Test-Hardware für das Librem-5-Smartphone laufen. Dabei setzte er KDEs Plasma Mobile auf einem Entwicklerboard mit der i.MX-6-CPU der Firma NXP ein.  Diese CPU, die auf dem ARM-Cortex-A9-Kern basiert, dient derzeit zum Testen, da der Nachfolger  i.MX-8  unter anderem wegen Problemen mit dem freien Grafiktreiber Etnaviv noch nicht einsatzbereit ist. Für das fertige Produkt soll jedoch nach Möglichkeit der modernere i.MX-8 zum Einsatz kommen.

KWin läuft auf Wayland

Klumpp setzte ein Standard-Debian aus dem Testing-Zweig (Buster) mit Kernel 4.13 ein. Anfänglich bereitete der Fenstermanager KWin einige Probleme im Zusammenhang mit Wayland. Nach einiger Recherche zusammen mit Plasma-Mobile-Entwickler Bushan Sha wurde der Schuldige schnell entlarvt. Die Bibliothek Epoxy, die für das Zeigermanagement unter OpenGL zuständig ist, war in Debian zu alt. Der Fehler war in einer neueren Version bereits behoben. Mit einer aktuelleren Version startete die Plasma-Shell auf dem Board.

Abgehangene Komponenten

Als Nächstes galt es, die weiteren Plasma-Mobile-Komponenten aus dem Git-Master-Repository zu bauen. Nach kleineren Problemen führte der Befehl kwin_wayland --drm --xwayland plasma-phone zum Erfolg einer startenden Plasma-Mobile-Shell. Damit war klar, das Plasma Mobile mit der gegebenen Hardware initial zum Laufen zu bekommen ist. Von hier zum fertigen Produkt sei es aber noch ein weiter Weg, wie Klumpp erläutert. Unter anderem muss an der Geschwindigkeit der Ausführung gearbeitet werden. Allerdings verwendete Klumpp nicht die neuesten Komponenten, sondern die bereits etwas abgehangenen KWin/Plasma 5.10.5 und KDE Frameworks 5.37.0 auf der Basis von Qt 5.9.1.

KDE Plasma Mobile generell lauffähig

Generell läuft Plasma Mobile aber in Alpha-Qualität auf dem Test-Board. Das auf Qt Quick/QML basierende Application-Framework Kirigami bietet zudem App-Entwicklern bereits jetzt eine benutzbare Basis. Es wurde bereits unter Android getestet und läuft ebenfalls gut auf der Plasma-Mobile-Shell. Weitere Einsichten in die generelle Entwicklungsplanung für KDE Plasma Mobile vermittelt ein aktueller Blogeintrag von Plasma-Entwickler Sebastian Kügler. Die Finanzierung des Librem 5 steht derweil bei 2.155.439 US-Dollar. Das freie Smartphone kann weiterhin vorbestellt werden.

 

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Alle Kommentare
  • tuxnix

    03.11.2017, 15:23 Uhr

    Das ist schon toll zu beobachten. die Aussicht auf das Librem 5 bringt viel Dynamik in die Gemeinschaft.
    Schön, dass man geich auf Debian aufbauen kann, ohne einen Umweg über LineageOS und Ubuntu gehen zu müssen. Wie man allerdings bei Purism schon in knapp einem Monat entscheiden kann, ob man GNOME oder Plasma Mobile bevorzugt, ist mir ein Rätzel. Beide Entwicklungsgemeinschaften werden sich jetzt erst für die Herausfordrungen formieren müssen und haben auch ersteinmal viele Grundsatzüberlegungen und Arbeit vor sich. Auch bezweifel ich, dass es überhaubt ein GNOME oder Plasma Mobile werden wird. Unabhängig davon welche Oberfläche in einem zukünftigen mobilen PureOs primär genutzt werden wird, werden es sich weder GNOME noch KDE nehmen lassen in bewärtem Neben- und Miteinander zu entwickeln.

    Interessant wäre auch zu erfahren, was sich in Sachen freier Grafik Treiber für i.MX-8/GC7000 formiert.
    Will man zukunftsfähig sein, kann man kaum auf die modere Chipbasis verzichten.
    Die Entwicklungeines eines freien Grafiktreibers ist jedoch aufwendig und langwirrig.
    Man benötigt also jetzt schon bald ein leistungsfähiges Team für die Treiberentwicklung.
    Selbst dann müsste man wohl anfangs das Librem 5 mit einem proprietären Treiber ausstatten und könnte den freien Treiber ersteinmal nur in Aussicht stellen.
    Aber das wissen die Leute von Purism selbst am Besten.
    Auch hier wird geschickt mit der Entscheidung zwischen i.MX-6 und i.MX-8 CPU gespielt um zu bewirken, dass sich im Hintergrund die richtigen Allianzen und Förderer zusammenfinden werden.
    Auch da hoffe ich das Beste und finde es immer wieder spannend zu erfahren, was sich hier so allers tut.