Ubuntu 17.10 Lenovo

Bild: Canonical

 

Ein Treiber im Linux-Kernel der Ubuntu-17.10-»Artful-Aardvark«-Images sorgt dafür, dass das UEFI/BIOS vieler Lenovo-Notebooks keine Änderungen mehr speichern kann. Auch einige andere Hersteller sind betroffen. Direkter Auslöser scheint der verwendete Intel-SPI-Treiber zu sein. Mittlerweile wurde der Download von Images für 17.10 von der offiziellen Download-Seite gestoppt und das ISO zurückgezogen, während an einem neuen Image gearbeitet wird.

Bisher Lenovo, Toshiba und Acer betroffen

Das Problem betrifft nicht nur Ubuntu 17.10 »Artful Aardvark« selbst, sondern alle Varianten des Betriebssystems in Version 17.10. Bereits in der letzten Novemberwoche gingen erste vereinzelte Meldungen ein, die das Problem schilderten. Betroffen sind mindestens die Gräte Lenovo B40-70, Lenovo B50-70, Lenovo B50-80, Lenovo Flex-10, Lenovo G40-30, Lenovo G50-70, Lenovo G50-80, Lenovo S20-30, Lenovo U31-70, Lenovo Y50-70, Lenovo Y70-70, Lenovo Yoga Thinkpad (20C0), Lenovo Yoga 2 11″- 20332, Lenovo Z50-70, Lenovo Z51-70 und Lenovo IdeaPad 100-15IBY. Ebenfalls als betroffen bekannt sind bisher Acer Aspire E5-771G, Acer TravelMate B113, Toshiba Satellite S55T-B5233 und Toshiba Satellite L50-B-1R7. Weitere Firmen die ein UEFI-BIOS der Firma Insyde ausliefern könnten ebenfalls betroffen sein.

Kein Hochfahren mehr möglich

Wenn das Problem auftritt lassen sich nach der Installation keine Änderungen am BIOS mehr speichern. Betroffene Systeme haben teilweise Probleme beim Hochfahren von der Festplatte und von USB-Sticks und sind im somit weitgehend unbrauchbar, da viele dieser Geräte kein Laufwerk für optische Medien mehr haben. Für einige Benutzer der DVD trat das Problem bereits beim Benutzen der Live-DVD auf. Eine Lösung um betroffene Systeme wieder lauffähig zu bekommen steht derzeit noch aus. Auch mindestens ein Anwender, der sein System auf 17.10 aktualisiert hat, ist von dem Fehler betroffen.

Download gestoppt

Theoretisch könnten auch andere Distributionen betroffen sein, die Kernel 4.13.4 direkt nutzen oder ihren Kernel davon ableiten. Ein korrigierter Intel-SPI-Treiber wird derzeit bei Canonical getestet. Eine weitere Möglichkeit wäre, den Treiber zu deaktivieren, da kaum ein Endanwender diesen einsetzen wird. Eine Zusammenarbeit mit Lenovo soll helfen, die eigentliche Ursache zu finden und eine Lösung für betroffene Geräte zu erarbeiten.

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Alle Kommentare
  • tuxnix

    21.12.2017, 12:51 Uhr

    Wer haftet eigentlich dafür? Canonical? Lenovo? Insyde? Der Schaden dürfte nicht unerheblich sein.

  • Svenja

    21.12.2017, 13:42 Uhr

    Die Geräte werden dadurch unbrauchbar und die Garantie, sofern vorhanden, dürfte den Schaden nicht abdecken.

    Wer zahlt den entstandenen Schaden? Canonical? Oder bleibt man auf dem Elektoschrott sitzen?

    • Ferdinand Thommes

      21.12.2017, 15:02 Uhr

      Lenovo bietet an, das BIOS zu flashen. Dazu muss das Gerät allerdings eingesendet werden. Derzeit sucht man nach Wegen, dass zu umgehen.

  • Anonym

    21.12.2017, 20:22 Uhr

    Canonical und Microsoft nähern sich immer mehr an…

  • Bruddel

    25.12.2017, 08:17 Uhr

    Abwarten und Beruhigungstee trinken. Mal sehen was die daraus machen. Das Vertrauen in neue Release von Cannonical steigt damit sicher nicht. Könnte mir vorstellen, dass 17.10 mit der heißen Nadel gestrickt wurde, nach dem Ausstieg aus Unity und Mir. Die Prioritäten des Unternehmens scheinen ja z.Zt. eher bei IoT Lösungen zu liegen.