Linux-Kernel 2017

Bild: „LinuxCon Europe Linus Torvalds“ von Krd Lizenz: CC BY-SA 3.0

Sieben Jahre ist es her, dass ein Kernel einen neunten Release Candidate brauchte um veröffentlicht zu werden. Das war zuletzt Kernel 3.1 im Jahr 2011, der sogar als einziger Kernel 10 Kandidaten brauchte. Mit Kernel 4.15 ist es wieder einmal so weit, dass zumindest ein gestern veröffentlichter 4.15-rc9 nötig wurde. Die meisten Kernel brauchen lediglich sieben Kandidaten um fertig zur Veröffentlichung zu sein.  Linus Torvalds schrieb dazu, dass er 4.15 am liebsten veröffentlicht hätte, sich jedoch damit nicht recht wohlfühlte, da auch in der vergangenen Woche noch viele Patches einflossen. Darunter waren unter anderem Aktualisierungen für x86, ARM, MIPS und PowerPC und einige grundlegende Anpassungen der Netzwerk-Architektur.

Bereits Patches für 4.16 eingereicht

Der Grund für die späten Einreichungen ist in der enormen Mehrarbeit zu sehen, die Meltdown und Spectre für die Kernel-Entwickler bedeutet hat. Torvalds geht davon aus, dass kein -rc10 zum Einsatz kommt und somit Kernel 4.15 am 28. Januar erscheint. Einige Entwickler, die diese Woche zur LinuxConf nach Australien reisen haben bereits Patches für Kernel 4.16 eingereicht. Diese werden gespeichert bis das Merge Window, das zweiwöchige Fenster für Einreichungen für den nächsten Kernel, geöffnet wird.

Stand bei Meltdown und Spectre

Mit Kernel 4.15 sollten die Patchsets der Kernel Page-Table Isolation (KPTI) gegen die Sicherheitslücke Meltdown komplett sein. Gegen Spectre in Variante 2 wirkt Googles Retpoline, das aber einen gepatchten GCC benötigt um die Patches wirksam werden zu lassen. Dieser ist zwar verfügbar, aber in den Distributionen mit Ausnahme von Gentoo noch nicht angekommen. Mit -rc9 bleibt den GCC-Betreuern somit noch eine weitere Woche, um GCC 7.3 freizugeben. Bei Spectre in Variante 1 soll die Neuerung IBRS in einem neuen Microcode von Intel helfen. Damit ist Torvalds aber überhaupt nicht einverstanden, wie in einem aktuellen Thread auf LKML nachzulesen ist. Intel versuche hier, so Torvalds mit gewohnt drastischen Worten, ihr hausgemachtes Problem nach unten durchzureichen. Noch ist damit unklar, ob diese Patches für 4.16 angenommen werden.

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