siduction 2018.1.0

Screenshot: ft

 

Die letzte im ausgehenden Jahr veröffentlichte Distribution ist laut Distrowatch siduction. Die Entwickler dahinter veröffentlichen seit Jahren eine Rolling-Release-Distribution auf der Basis von Debian Unstable aka Sid. Siduction ist mit den Desktop-Umgebungen KDE, GNOME, LXQt, Cinnamon, MATE, Xfce und LXDE erhältlich. Hinzu kommen zwei kleinere Varianten, wobei Xorg einen X-Server-Stack und Fluxbox als Window-Manager mitbringt, während noX ganz ohne X daherkommt und dem Anwender völlig freie Hand lässt.

Aktueller Snapshot

Siduction 2018.1.0 ist ein Snapshot aus Debian Unstable vom 29.12.2017. Als Kernel kommt ein distributions-eigener Kernel 4.14.10 zum Einsatz, flankiert von Systemd 236-1 und X-Server 1.19.5. KDE wird in Version 5.10.5 ausgeliefert, GNOME steht bei v3.26. LXQt ist mit v0.12.0 dabei, während Xfce bei 4.12.4, Cinnamon bei 3.4.6 und MATE bei 1.18.3 stehen.

Calamares Installer

Der von siduction verwendete Installer basiert auf dem Calamares Installer Framework in der neuesten Version. Installationen mit UEFI werden unterstützt, LUKS und LVM im Calamares-Installer derzeit noch nicht, da das derzeit hier verwendete kpmcore 3.3 noch steter Entwicklung unterliegt.  Siduction bringt aber mit dem cli-installer einen auf Ncurses basierenden zweiten Text-Installer mit, der hier mehr Möglichkeiten bietet.

Non-Free-Software

Während bei Debian die Diskussion über non-free-Software vor kurzem wieder aufflammte, hat sich siduction aus pragmatischen Erwägungen heraus entschieden, WLAN- und Grafiktreiber sowie AMD- und Intel-Microcode vorzuinstallieren, sodass die Hardware während der Installation voll unterstützt wird. Mit dem Tool vrms (Virtual Richard M. Stallman) kann der Anwender überprüfen, welche Pakete aus den Bereichen contrib und non-free installiert wurden und diese gegebenenfalls mittels apt purge $(vrms -s) entfernen, wenn ein DFSG-konformes System bevorzugt wird.

Guter Support

Siduction eignet sich für Linux-Anwender aller Wissensstufen, jedoch sollten Nutzer, die in Linux noch nicht so sattelfest sind, bereit sein, sich in die Debian-Paketverwaltung mittels Apt/Aptitude einzuarbeiten und der Konsole nicht völlig abgeneigt gegenüber stehen. Die Entwickler unterstützen Anwender nach besten Kräften im Forum sowie im IRC. Der Zugang zum IRC ist auf dem Desktop verlinkt und führt – je nach Spracheinstellung des Systems – in den jeweils richtigen Kanal. Images für siduction sind über die Downloadseite des Projekts verfügbar. Die Release Notes vermitteln weitere Einzelheiten.

 

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Alle Kommentare
  • chris_blues

    01.01.2018, 13:18 Uhr

    LOL! “Virtueller Richard M. Stallman” 😀
    Halte ich allerdings für die exakt richtige Antwort auf die Diskussion bei Debian.

    Frohes neues Jahr!

  • anno

    04.01.2018, 22:04 Uhr

    Ich habe mir Siduction aufgrund des Artikels geladen und installiert. Es gefällt mir gut, lässt sich leicht installieren. Funktionierendes LVM und LUKS wäre nicht schlecht. Die non-free Treiber habe ich direkt entfernt, funktioniert zumindest auf dem PC alles auch ohne Treiber aus non-free.

    Man kann auch die updates mittels apt-transport-https einspielen. Das finde ich auch nicht schlecht, gerade falls man mal längere Zeit auf eine mobile Internetverbindung angewiesen ist, ist es nicht schlecht.

    Bekommt man bei Siduction Security Updates wie bei Debian Stable oder ist das unnötig?

    Beim Plasma-Desktop bekomme ich im Terminal wenn ich als root eingeloggt bin folgendes angezeigt “ksmserver [1816]” und muss etwa eine halbe Minute warten bis es verschwindet. Hat das etwas mit dem Benutzerkonto zu tun?

    • Ferdinand Thommes

      04.01.2018, 22:12 Uhr

      LVM und Luks werden mit Calamares vermutlich im nächsten Release funktionieren. Mit dem cli-installer geht das jetzt bereits, wenn die partitionen entsprechend vorbereitet sind. Security updates sind bei Debian Sid und somit bei siduction nicht nötig, die kommen ja da automatisch rein beim Hochladen. Für weiteren Support empfehle ich das siduction Forum oder den IRC (Icon ist auf dem Desktop).