Thunderbirds neue Kleider

Logo: Mozilla Licence: CC BY-SA 3.0

 

Der E-Mail-Client Thunderbird ist in die Jahre gekommen. Das sieht man vor allem am etwas altbackenen Design. Im Verlauf des Jahres 2016 machte sich die polnische Designfirma Monterail daran, Mozillas E-Mail-Client ein neues Gesicht zu verpassen. Die Mockups fanden damals breite Verteilung, die Reaktionen waren zunächst zweigeteilt, am Ende überwog allerdings die Zustimmung zu der Design-Änderung. Das Team lernte daraus nach Aussagen von Krystian Polański, einem der Designer allerdings, dass ein akzeptables neues Design eine Gratwanderung zwischen dem jetzigen Design und einem moderneren Look sein muss.

Waren die Mockups von Monterail nur zum Anschauen, setzte ein Anwender die Idee als benutzbares Theme auf GitHub um und fand damit großen Anklang. Thunderbird-Entwickler Richard Marti packte dies zu einem Add-on zusammen, dass aus Thunderbird heraus installierbar ist. Seit einigen Monaten herrscht reger Austausch von E-Mails zwischen Monterail und den Thunderbird-Entwicklern, um Fehler auszubessern und neue Ideen zu diskutieren.

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Da es schwer ist, es bei einem solchen Re-Design allen 26 Millionen Anwendern von Thunderbird unter Linux, Windows und macOS recht zu machen kam schließlich der Punkt, wo es Zeit war, die Anwender inm bester Open-Source-Manier mit einzubeziehen. Immerhin geht es dabei nicht nur um das Aussehen, sondern auch um die Bedienbarkeit der Anwendung. Somit wurde jetzt eine Umfrage gestartet, deren Ergebnisse die Grundlage weiterer Design-Änderungen sein wird. Bis zum 6. Februar können Anwender Lob und Kritik an Thunderbird loswerden bevor es an die Auswertung geht. Danach wollen die Designer eine Roadmap aufstellen, nach der in den folgenden Monaten die Ergebnisse umgesetzt werden.

In den ersten Kommentaren der Ankündigung  herrscht Kritik sowohl an der Design-Änderung als auch an der Gestaltung der Umfrage selbst vor. Ein Kommentator erhofft sich einen Fallback um gegebenenfalls zum alten Design zurückkehren zu können. Ein weiterer Einwurf betont, die wirklichen Probleme von Thunderbird lägen im Code, nicht im Design und verweist auf die bei Firefox mittlerweile entfernte Abhängigkeit von XPCOM und XUL. Auch auf Hacker News gehen die Kommentare in diese Richtung. Es bleibt also weiterhin spannend.

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