Librem-5-Entwicklung

Bild: Purism

 

Purism informiert in seinem Blog wöchentlich über neues aus der Entwicklung zum Linux-Smartphone Librem 5. Auch der Report der letzten Woche bringt gute Nachrichten. Dem Blog ist zu entnehmen, dass der von Purism auserkorene System-on-a-Chip (SoC) nicht anfällig für die Sicherheitslücken Meltdown und Spectre ist, die auch verschiedene ARM-CPUs angreifen können.

Frei von Meltdown und Spectre

Diese Aussage lässt bereits nähere Schlüsse auf die verwendete Version des i.MX8 zu, denn nicht alle Socs aus der Baureihe sind gegen die Lücken gefeit. Die Variante i.MX8, die vier Cortex-A53 mit zwei Cortex-A72 zusammenschließt ist aufgrund der Cortex-A72-Kerne anfällig gegen die Lücken. Anders dagegen die zweite Variante i.MX8M, die auf vier Cortex-A53-Cores und einen Cortex-M4-Kern setzt und zudem besser für ein Smartphone geeignet scheint. Hier besteht keine Gefahr von Seiten Meltdown und Spectre. Auch eine Gefahr durch Qualcomms Kaufabsicht des i.MX-Herstellers NXP schwächt das Blog ab. Sollte die Übernahme überhaupt stattfinden, so sind davon vermutlich nur kommende Produkte betroffen und nicht bereits am Markt befindliche.

An der Entwicklerfront sind Kontakte mit dem  GNOME-Human-Interface-Design-Team geknüpft und Diskussionen über Design und Implementation begonnen worden. Dabei wurde eine erste Implementation eines Widgets vorgenommen, die die Adaption von Desktop-Apps auf das mobile Format betreiben soll und somit im Umkehrschluss auch Konvergenz erleichtert. Das KDE-Human-Interface-Team wird eigenständig am gemeinsamen Ziel arbeiten, unterstützt durch benötigte Hardware und entsprechende Dokumentation.

Eigener Compositing Manager ?

Zudem wurden die verfügbaren Compositing Manager und Desktop-Shells unter die Lupe genommen, da das Librem 5 nur Wayland als Anzeige-Protokoll nutzen und von Beginn an auf X11 so weit wie eben möglich verzichten will. Dabei stellte sich heraus, dass es vermutlich am einfachsten ist, zusammen mit GNOME als Upstream einen eigenen Compositor zu schreiben.

Gespräche mit NXP

Da die CPU-Auswahl ziemlich klar ist, treffen sich die Entwickler Ende des Monats auf der Embedded World in Nürnberg mit Vertretern von NXP und einigen anderen Chip-Herstellern. Die Suche nach Entwicklungs- und Fertigungspartnern dauert allerdings länger als erwartet. Das Purism-Hardware-Engineering-Team hat damit begonnen, eine Hardware-Stückliste und einen Entwurf für ein potentielles PCB-Layout zu erstellen. Bei den  Fertigungspartnern herrscht jedoch Zögern, mit dem i.MX8M als völlig neuem SoC zu arbeiten. Auf der gerade zu Ende gegangenen Entwickler-Konferenz FOSDEM in Brüssel stand Purism der Öffentlichkeit Rede und Antwort und traf sich mit Entwicklern von GNOME und KDE.

Unterstützung im Kernel

Nach der Veröffentlichung des Reports gab es weitere gute Nachrichten in Bezug auf den i.MX8. Im Pull Request von ARM-Maintainer Arnd Bergmann für Kernel 4.16 erklärte dieser, dass Unterstützung für den i.MX8-SoC vermutlich in den für Juni erwarteten Kernel 4.17 einfließen wird. Unklar bleibt vorerst, welche der i.MX8-SoCs dabei initial Unterstützung erhalten. Auf jeden Fall ein hilfreicher Schritt für das mit Arbeit übervolle Jahr 2018 der Entwickler von Purism bei der Librem-5-Entwicklung.

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