Quelle: MSDN

 

WSL steht für »Windows Subsystem for Linux« und stellt ein Subsystem innerhalb von Windows 10 dar,  das auf der Basis von Ubuntu ein Linux-Userland und die Unix-Shell Bash zur Verfügung stellt. War das anfangs mehr eine Machbarkeitsstudie ohne großen praktischen Nutzen, so wurde hier im Laufe der Zeit in kleinen Schritten nachgebessert, womit sich der Eindruck verfestigte, dass Microsoft es mit dem Windows Subsystem for Linux ernst meinte.

Fedora fehlt noch

Auf der Hausmesse Build im Mai 2017 versprach Microsoft, mehr Distributionen im Windows Store zu integrieren und diese auch parallel im WSL installierbar zu machen. Im Sommer letzten Jahres folgten auf Ubuntu dann  SUSE Linux Enterprise Server 12 und openSUSE Leap 42. Zeitgleich wurde mit der Integration von Fedora begonnen, diese ist aber noch nicht abgeschlossen.

Debian und Kali Linux im WSL

In den letzten Tagen erhielt der Windows Store mit Debian GNU/Linux und dem darauf basierenden Kali Linux gleich zwei Neuzugänge. Mit Debian zieht eine der ganz großen Distributionen in das WSL ein. Microsoft schreibt in seiner Ankündigung, Debian führe mehr als 51.000 Pakete in seinem Archiv und habe fast 2.000 Entwickler. Während die Paketanzahl zutrifft, schwankt die Zahl der offiziellen Debian Developer seit Jahren immer um die Tausend. Der Download von Debian 9 »Stretch« ist gerade einmal 75 MByte groß. Damit steht Debian auf der Kommandozeile innerhalb des Microsoft WSL bereit.

Bereits ein paar Tage zuvor wurde die Verfügbarkeit von Kali Linux, einem Rolling Release basierend auf Debian, bekanntgegeben. Kali Linux ist eine Distribution für Penetrationstests und digitale Forensik und ist der Nachfolger von BackTrack. Kali kann als 133 MByte große Basis-Distribution aus dem Windows Store heruntergeladen werden. Die Penetrationssoftware muss nach der Installation per APT installiert werden.

Durch die Erweiterung der unterstützten Linux System Calls wuchs die Zahl der verwendbaren Werkzeuge im letzten Jahr an. So funktionieren Tools wie apt, awk, grep, scp, sed, ssh, top, tmux und andere innerhalb von WSL. Auch weitere Shells, Dienste und Sprachen werden unterstützt. So kann neben der Bash auch ZSH zum Einstz kommen. Auch Apache, Lighttpd, Nginx, MySQL und PostgreSQL werden unterstützt. Bei den Sprachen können Node.js, mit Npm, Ruby und Gems, Java und Maven, Python und Pip, C/C++, C#, .NET Core, Nuget, Go, Rust, Haskell und Elixir/Erlang zum Einsatz kommen.

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Alle Kommentare
  • tuxnix

    07.03.2018, 15:12 Uhr

    Kurzum Microsoft möchte gerne Linux auffressen!
    Linux ist besser für Container und Cloud gerüstet als es Windows je war.
    Also nimmt Microsoft Linux und klebt sein Microsoft Emblem drauf.
    Anschliessend wird es dann in die Azure Cloud gesperrt.
    Solange Microsoft damit Milliarden generieren kann, können sie bei Zukunftstechnologien auch genug manpower finanzieren um für Firmenkunden attraktiv zu sein.

    Microsoft loves Linux.
    Und wie gesagt, Liebe geht durch den Magen

    • Ferdinand Thommes

      07.03.2018, 15:17 Uhr

      Wie kommst du nur darauf, M$ solch niederträchtiges Verhalten nachzusagen? Da gibts doch wirklich keinen Anlass zu 😉

  • tuxnix

    07.03.2018, 16:08 Uhr

    Niedertracht?
    Nein, nein. so etwas würde ich noch nicht einmal der Mafia vorwerfen.
    Und wie es so schon im Film Der Pate heißt:
    „Man darf das nicht persönlich nehmen, es geht alles lediglich ums Geschäft.“