Wildcard-Zertifikate

Quelle: : HTTPS von Sean MacEntee Lizenz: CC BY 2.0

 

Let’s Encrypt, die Certificate Authority (CA) für kostenlose TLS-Zertifikate zur Absicherung von Webseiten per HTTPS, gibt die Freigabe des ACMEv2-Protokolls bekannt. Damit einher geht die Möglichkeit, jetzt mit Let’s Encrypt auch Wildcard-Zertifikate auszustellen. Die Veröffentlichung kommt mit einigen Wochen Verspätung.  Der Grund für die Verschiebung war eine gemeldete Sicherheitslücke in TLS-SNI-01, einer der drei Validierungsmethoden von Let’s Encrypt. Die Nutzung von TLS-SNI zur Validierung von Domains wurde daraufhin gesperrt.

Erste Clients sprechen ACMEv2

Wie Josh Aas, Geschäftsführer von Let’s Encrypt in seiner Ankündigung schreibt, ist Acmev2 für Wildcard-Zertifikate zwingend, sodass der benutzte Client dieses neue Protokoll bereits unterstützen muss. Einige Clients unterstützen ACMEv2 bereits, aber bei weitem nicht alle. ACME steht für Automated Certificate Management Environment und dient zur automatischen Prüfung der Inhaberschaft von Internet-Domains bei der Ausstellung von Zertifikaten.

Nicht immer empfohlen

Laut Aas können Wildcard-Zertifikate die Zertifikatsverwaltung in einigen Fällen vereinfachen, allerdings empfiehlt er für die meisten Anwendungsfälle nach wie vor Nicht-Wildcard-Zertifikate. RFC 6125 beschäftigt sich mit den Sicherheitsaspekten von Wildcard-Zertifikaten. Über ein Let’s-Encrypt-Konto können über einen Zeitraum von drei Stunden bis zu 300 Wildcard-Zertifikate angefordert werden, sodass auch Hosting-Provider wie WordPress.com und andere, die Let’s Encrypt unterstützen, Anfragen ihrer Kunden zügig bearbeiten können.

Eine Ebene von Subdomains

Mit Wildcard-Zertifikaten können alle Subdomains einer Domain mit nur einem Zertifikat abgedeckt werden. Das gilt allerdings nur für eine Ebene von Subdomains. Die technischen Hintergründe zu ACMEv2 vermittelt ein Eintrag im Let’s-Encrypt-Community-Blog. Das Protokoll ist derzeit in der Phase der Standardisierung bei der Internet Engineering Task Force. Es können also noch geringfügige Änderungen am Protokoll einfließen, was die jetzige Nutzung zum Ausstellen von Wildcard-Zertifikaten aber nicht einschränkt.

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