Thunderbird 52.8.0 dämmt EFAIL ein

Bild: Efail | Lizenz: Lizenz: CC0 1.0

 

Am 18. Mai stellte Mozilla eine neue Version des E-Mail-Clients Thunderbird bereit. Thunderbird 52.8.0 beseitigt mehrere Sicherheitslücken, unter anderem auch in Bezug auf das Auslesen verschlüsselter E-Mails durch EFAIL. Ein Bug, der erst in der nächsten Version behoben werden wird, ist das weiterhin mögliche Darstellen mehrerer Teile einer Mail in einem einzigen HTML-Kontext. Damit besteht weiterhin die Gefahr einer direkten Exfiltration, bei der sich ein Angreifer durch Manipulation recht einfach den Inhalt verschlüsselter Mails übersenden lassen kann.

Direkte Exfiltration

Um einen Exfiltrations-Rückkanal zu erstellen, benötigt der Angreifer zunächst Zugriff auf die verschlüsselten E-Mails, etwa durch Abhören des Netzwerkverkehrs, durch Eindringen in E-Mail-Konten, E-Mail-Server oder Client-Computer. Der Angreifer manipuliert eine verschlüsselte E-Mail in einer bestimmten Weise und sendet diese geänderte verschlüsselte E-Mail an das Opfer. Der E-Mail-Client des Opfers entschlüsselt die E-Mail und lädt die manipulativ eingefügten externen Inhalte, wodurch der Klartext an den Angreifer weitergegeben wird.

Externe Inhalte derzeit meiden

Das funktioniert bei Thunderbird aber nur, wenn der Anwender selbst die Funktion zum Nachladen externer Inhalte aktiviert hat. Die ist bei Thunderbird von Hause aus deaktiviert. So rät Mozilla dann auch, falls verschlüsselte Mails nachfragen, ob sie externe Inhalte nachladen sollen, dies zurzeit unbedingt zu verneinen. In jedem Fall sollte möglichst zeitnah Thunderbird 52.8.0 installiert werden. Bis zur nächsten Thunderbird-Version 52.8.1 sollten Anwender  auf alle Fälle Vorsicht walten lassen, falls Mail-Verschlüsselung per PGP oder S/MIME verwendet wird. Wann mit Entwarnung durch Thunderbird 52.8.1 zu rechnen ist, hat Mozilla noch nicht erklärt. Standardmäßig wäre das nächste Release erst am 26.6.

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