Ergebnisse der Datensammlung mit 18.04

Quelle: Ubuntu-Blog

Canonical hat einen ersten Bericht über die Ergebnisse der Datensammlung veröffentlicht, die mit Ubuntu 18.04 LTS  »Bionic Beaver« eingeführt wurde.  Die Sammlung betrifft nur Ubuntu am Desktop, Daten von Server- oder Cloud-Installationen bleiben außen vor. Die über das Tool Ubuntu-Report realisierte Sammlung von Telemetrie-Daten über Hardware und Installation erfuhr nach der Ankündigung im Februar viel Kritik, da die Sammlung als Opt-out konzipiert ist.

Kritik an Opt-out

Der Anwender muss sich also bewusst gegen die Sammlung und das Versenden seiner Daten entscheiden. Canonical betont zwar, dass  die gesammelten Daten keinerlei personenbezogene Rückschlüsse zulassen, jedoch ist Opt-out nie eine gute Wahl. Das musste unter anderem auch Mozilla mit der Telemetriedatensammlung bei Firefox schmerzhaft erfahren. Die Ubuntu-Anwender selbst sehen das anscheinend weniger kritisch, denn eine der Erkenntnisse aus der Datensammlung ist, dass 67 Prozent der Anwender dieser zustimmen, Tendenz steigend.

Keine Überraschungen

Laut Canonicals Desktop-Chef Will Cooke sollen die gesammelten Daten Aufschluss über die am häufigsten verwendeten Hardware-Konstellationen geben um Ubuntu optimal darauf abstimmen zu können. Hier gibt es wenig Überraschungen, die meisten User verwenden eine einzelne CPU, ein Herunterbrechen auf einzelne Cores steht noch aus. Beim Hauptspeicher überwiegen Konstellationen mit vier und acht GByte. Full HD (1080p) ist die am häufigsten verwendete Auflösung, gefolgt von 1366 x 768. Ein einzelner Monitor, der von einer einzelnen Grafikkarte bzw. GPU bespielt wird, ist Standard.

Installation in 18 Minuten

Die durchschnittliche Dauer einer Ubuntu-Installation beträgt 18 Minuten. Als schnellste Installationsdauer werden 8 Minuten herausgehoben. Das ist nun wirklich kein Hexenwerk, eine vergleichbar umfassende Installation von beispielsweise Siduction dauert auf aktueller Hardware 1 – 2 Minuten. Das Verhältnis von Anwendern, die auf 18.04 aktualisieren gegenüber Neuinstallationen beträgt derzeit rund 1:4, was aber nicht unbedingt verwundert, da Ubuntu ein Update erst ab dem Point-Release 18.04.1 empfiehlt, das erst für den 26. Juli vorgesehen ist.

Minimal Install gut angenommen

Weitere Erkenntnisse über das Installationsverhalten besagen, dass über 90 Prozent der Anwender verfügbare Updates bei der Installation auswählen und etwa die Hälfte der Nutzer sich für die angebotenen proprietären Add-ons wie Media-Codecs entscheidet. Fast 30 Prozent machen einen Haken beim Auto-Login. Die neu angebotene Option einer Minimal Install scheint gut anzukommen, immerhin entschieden sich mehr als 15 Prozent dafür.

Datensammlung aussagekräftig?

Ubuntu hatte versprochen, alle Ergebnisse der Datensammlung auf einer Webseite grafisch aufgearbeitet darzustellen. Die Arbeit daran ist noch im Gange und soll noch vor der Veröffentlichung von Ubuntu 18.10 »Cosmic Cuttlefish« im Oktober beendet sein. Die Beschaffenheit der jetzt veröffentlichten Ergebnisse lässt jedoch Zweifel am Sinn der Datensammlung aufkommen, denn die allermeisten Ergebnisse hätte man mit etwas Sachverstand auch erraten können. In diesem Sinne schließt der Report mit der Erkenntnis »Ubuntu is used all over the world«.

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Alle Kommentare
  • Klaus Meier

    23.06.2018, 11:43 Uhr

    Tja, da Microsoft ja immer weniger Lust auf Windows hat, wird hier schon alles für den Nachfolger bereitgestellt. Was Gott zusammengefügt hat, das soll der Mensch nicht trennen. Ein Linux Subsystem gibt es ja auch schon, um die Umstellung vorzubereiten.

  • Uwe

    23.06.2018, 15:14 Uhr

    Wenn sich die Telemetriedaten ausschließlich bei der Erstinstallation mit der jeweiligen verbauten Hardware beschäfigen, finde ich das akzeptabel. So lässt sich eine Hardware datenbank aufbauen, die die Technologien und damit die Unterstützung für PC-Teile der letzten 12-15 Jahre (beginn bei der Pentium IV Ära) umfasst.
    Nach Abschluss einer Installation sollte ein Button aufploppen, wo man die Telemeteidatenübertragung manuell unterbinden kann.

  • Uwe

    23.06.2018, 19:29 Uhr

    OT
    Fundstück:

    Basemark GPU v1.0

    In the version 1.0, Basemark® GPU directly supports OpenGL 4.5, OpenGL ES 3.1 and Vulkan 1.0 graphics APIs across Windows, Linux and Android. In upcoming releases additional graphics APIs will be supported including Apple Metal and Microsoft DirectX.

    We also offer support for automotive and other embedded operating systems, such as QNX and Integrity.

    Goggleübersetzer:

    Basemark GPU v1.0

    In der Version 1.0 unterstützt Basemark® GPU direkt OpenGL 4.5, OpenGL ES 3.1 und Vulkan 1.0 Grafik-APIs für Windows, Linux und Android. In kommenden Releases werden zusätzliche Grafik-APIs einschließlich Apple Metal und Microsoft DirectX unterstützt.

    Wir bieten auch Unterstützung für Automotive- und andere Embedded-Betriebssysteme wie QNX und Integrity.

    Startseite: https://www.basemark.com/

    https://www.basemark.com/products/basemark-gpu/

    Die Deb-datei ist knapp 3GB groß.

  • Tom

    05.08.2018, 08:03 Uhr

    ich denke aus kommerzgründen nähert sich ubunto microsoft an. leider regiert geld diese welt, ohne geht wenig, und sponsoren wollen so viel wie möglich wissen, damit ihre investion in zukunft in irgendeiner form gewinn abwirft.