Plasma Desktop

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Im wöchentlichen Rhythmus veröffentlicht KDE-Entwickler Nate Graham unter dem Titel Usability and Productivity die Arbeit des Teams bei der Verbesserung des Plasma-Desktops. In den vergangenen Wochen gab es wieder einige interessante Einträge.

Discover verbessert

Das begann mit einer Änderung bei Plasmas Software-Installer Discover. Die Anwendung kann jetzt auf Wunsch anzeigen, welche Abhängigkeiten die Installation eines Pakets nach sich ziehen würde. Bei System-Updates zeigt Discover an, welche Pakete entfernt oder ersetzt werden sollen. Es verhindert künftig zudem, dass der Anwender sich ohne Warnung abmelden kann, während Discover noch Pakete installiert. Das führte bisweilen zu inkonsitentem Verhalten nach Wiederanmelden.

Kontroverse Änderung zurückgenommen

Für Aufregung hatte im letzten Jahr eine Änderung gesorgt, die der ehemalige KWin-Entwickler Martin Flöser eingeführt hatte. Er verhinderte damit, dass Anwendungen wie Dolphin, Kwrite oder Kate als Root gestartet werden konnten. Viele Anwender sahen dies als unter Linux unzulässige Bevormundung an. Jetzt hat Nate Graham diese Beschränkung wieder aufgehoben, zuminmdest bei Dolphin aber eine Warnung eingefügt.

Dolphin kann teilen

Dolphin erhält zudem die beiden neuen Kontextmenüeinträge Sort by und View Mode. Wird künftig eine Datei in Dolphin umbenannt und der neue Name liegt außerhalb des Blickfelds, scrollt Dolphin automatisch dorthin. Eine weitere Verbesserung erhält Dolphin im Kontextmenü. Wie Spectacle und Okular erhält der Dateimanager einen Share-Eintrag zum Teilen mit verschiedenen Diensten.

Bildwerkzeuge lernen dazu

Beim Bildbetrachter Gwenview können Bilder nun per Drag&Drop angezeigt werden. Zudem können angezeigte Bilder mit der Maus in andere Anwendungen gezogen werden. Das Screenshot-Tool Spectacle kann jetzt Bilder via  KDE Connect an Smartphones übergeben. Per Spectacle mit Imgur geteilte Bilder senden den entsprechenden Link nun zurück in die Zwischenablage.

Alle erwähnten Änderungen fließen in KDE Applications 18.08.0 ein, das am 16. August veröffentlicht werden soll. Für Plasma 5.14 wurde in den Systemeinstellungen zudem das Libinput-Backend für Maus und Touchpad optisch und funktional überarbeitet.

 

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Alle Kommentare
  • Klaus Meier

    09.07.2018, 14:44 Uhr

    Tja, der Martin Flöser ehemals Grässlin hat irgendwie schon seine Verdienste. Aber wenn ich dann keine GUI-Anwendungen mehr als root starten kann, dann tut es mir einfach leid.

    Ok, bei wayland soll das ja allgemein so sein. Dann soll mir das solange am Arsch vorbeigehen wie möglich.

    • Ferdinand Thommes

      09.07.2018, 14:57 Uhr

      Ich habe da eine etwas kontroverse Meinung zu. Ich mag Martin sehr und schätze seine Arbeit. Ich persönlich würde nicht auf die Idee kommen, Dolphin oder Kate als Root zu starten. Einfach weil ich es nicht brauche. Wer es wirklich braucht, kann zu Krusader greifen, der einen eigenen Root-Modus hat. Allerdings kann ich den Kritikern schlecht widersprechen, die sagen, Root müsse das können, alles andere sei Entmündigung.

  • Klaus Meier

    09.07.2018, 16:06 Uhr

    Wenn ich selber etwas nicht benötige, warum muss ich das dann anderen verbieten? Ich möchte mir die Datei /usr/portage/profiles/package.mask anzeigen und aus der etwas in die /etc/portage/package.unmask kopieren, was mit nano nicht geht, weil der Eintrag länger als 23 Zeilen ist.

    Ich kann mir diese Datei mit keiner KDE-Anwendung anzeigen.

    So einen Scheißdreck brauche ich nicht. Wo dabei das Problem sein soll, das verstehe ich auch nicht. ich freue mich auf das entsprechende Update und Wayland ist ab sofort für mich ein Nogo.

  • tuxnix

    10.07.2018, 15:26 Uhr

    Ich fand, dass Martin durchaus recht hatte. Entweder ich möchte ein sicheres System, dann muss ich auch auf unsichere Vorgehensweisen verzichten können, oder es geht eben alles, aber dann ist auch keine Sicherheit mehr zu erwarten.
    Klar, wenn man wie Martin konsequent handelt, handelt man sich auch die Kritik all derer ein, die auf ihre gewohnten Arbeitsweise bestehen.
    Wayland ist weitaus sicherer als das Bisherige und es ist schon recht eigenartig wenn man ausgerechnet von einem führenden Entwickler verlangt wissentlich neue Lücken einzubauen.

    Aber es gibt auch praktikable Lösungen, für derartige Probleme:
    Wenn ich hier richtig informiert bin (Bitte meckern wenn dem nicht so ist), arbeitet der Editor Kate inzwischen ähnlich, wie das von Martin vorgeschlagene Verfahren mit sudoedit.

    Um eine Datei mit Root-Rechten zu öffnen läd Kate die Datei lediglich als Kopie. Nach erfolgter Bearbeitung wird das Root-Passwort dann nur noch zum Speichern benötigt. Das Laden der gesamten GUI unter Root-Rechten muss dabei nicht erfolgen.

  • putzerstammer

    11.07.2018, 22:07 Uhr

    ich mache es mal kurz ,ich schliesse mich da Ferdinand an

  • Nick

    12.07.2018, 09:46 Uhr

    Grafische Programme mit Rootrechten zu starten war schon immer mit einem hohen Risiko verbunden. Besonders wenn man Xorg einsetzt als Sicherheitskatastrophe. Gerade Nautilus bzw. GNOME Files, zeigt doch mit der Integration von Polkit wie gut sich das adressieren lässt. Der Dateimanager läuft immer mit Nutzerrechten, und via Polkit werden modular und zeitlich begrenzt Rootrechte gewährt, einzig und alleine für eine bestimmte Aktion. Dafür muss als Pfad nur bspw. admin:///etc/fstab eingegeben werden, und nach Eingabe des Root-Passworts lässt sich die Datei bequem bearbeiten. Funktioniert auch unter Wayland und senkt das Risiko erheblich.

    • Ferdinand Thommes

      12.07.2018, 10:00 Uhr

      Bei Dolphin wird auch seit geraumer Zeit an einer ähnlichen Lösung gearbeitet. Ich werd aber deswegen meinen Workflow nicht ändern. In meinen Linux-Anfangstagen habe ich für sowas Krusader benutzt, und irgendwann, als die Befehle geläufig waren, auf Konsole und Nano umgestiegen und bin dabei geblieben.

      Trotzdem gut, wenn es sich auf sichere Weise auch in der GUI machen lässt. Denn die Freiheit, Dinge auf verschiedene Arten zu erledigen zeichnet Linux ja aus.

  • tuxnix

    12.07.2018, 14:33 Uhr

    „In meinen Linux-Anfangstagen habe ich für sowas Krusader benutzt, und irgendwann, als die Befehle geläufig waren, auf Konsole und Nano umgestiegen und bin dabei geblieben.“

    So ist es auch bei mir gewesen. 🙂

    Ich denke aber, dass es besser ist, ein Entwickler unterbindet unsichere Arbeitsweisen und man schaut danach gemeinsam wie man den workflow für Anfänger und Unverbesserliche wieder herstellt, als Umgekehrt.
    Es hat auch wenig mit Freiheit zu tun, für alle das System unsicher zu gestalten, nur damit einige bei ihren schlechten Angewohnheiten bleiben können.

    Da werden in der Argumentation oftmals Ebenen und Begriffe unzulässig gemischt.
    Ich denke aber, dass wir im Endergebnis hoch zufrieden sein können und solche Dinge recht konstruktiv gelöst werden.