Debian GNU Linux wird 25

Quelle: Debian

 

SUSE feierte vor rund einem Jahr den 25. Geburtstag, Slackware blickte vor wenigen Wochen auf ein Vierteljahrhundert Entwicklung zurück. Heute nun vor 25 Jahren kündigte Ian Murdock im Usenet auf comp.os.linux.development  die bevorstehende Fertigstellung einer neuen Linux-Veröffentlichung an, der er den Namen Debian gab. Der Name setze sich aus seinem und dem Vornamen seiner Freundin Debra zusammen. Murdock hatte die damals erste Linux-Distribution Softlanding Linux System benutzt und war mit einigem unzufrieden. Nach einer Zeit der Erweiterung des Vorhandenen entschloss er sich, ein System »from scratch«, als von vorne zu erstellen. Debian 0.01 wurde dann am 15. September 1998 veröffentlicht.

Oldtimer ohne Chef

Heute ist Debian die älteste der großen Linux-Distributionen, hinter der kein Unternehmen steht. Die rund 1.000 freiwilligen Entwickler leiten die Distribution nach dem Prinzip der Do-okratie. Das bedeutet in etwa: »Wer macht, bestimmt«. Das verlängert zwar Entscheidungen oft über Gebühr durch nicht enden wollende Diskussionen. Aber bisher hält Debian an diesem Prinzip trotzt einiger heftiger Krisen, deren letzte die Entscheidung für Systemd brachte, fest.

Gut geregelt

Den Rahmenbedingungen dieses oft chaotisch wirkenden Haufens bieten einige Richtlinien. Der Debian-Sozialvertrag, der eine Vision der Verbesserung der Gesellschaft bietet, beinhaltet auch die Debian-Richtlinien für Freie Software (DFSG), die Anhaltspunkte dazu geben, welche Software als brauchbar angesehen wird. Ergänzt werden sie durch die Projektverfassung, die die Projektstruktur festlegt, und den Verhaltenskodex, der den Ton für die Interaktionen innerhalb des Projekts vorgibt.

Stable, Testing und Unstable

Debians aktuelle Veröffentlichung hört auf den Namen Debian 9 »Strech«. Alle Veröffentlichungen tragen Namen von Figuren des Films Toy Story, so auch das für nächstes Jahr erwartete Debian 10 »Buster«-. Viele Anwender nutzen aber auch einen der anderen Zweige Testung oder Unstable aka Sid, was nach dem Jungen benennt ist, dessen Lieblingsbeschäftigung das Zerstören von Spielzeug ist. Früher stimmte diese Analogie durchaus, heute ist das nach dem Rolling-Release-Prinzip operierende Unstable aber relativ zahm und mit ein wenig Linux-Kenntnissen gut zu benutzen.

Dementsprechend gibt es seit Jahren einige Distributionen wie etwa Siduction, Xanadu oder das auf Router und Firewalls spezialisierte VyOS, die Debian  Unstable erfolgreich als Basis nutzen. Insgesamt gibt es über 300 Distributionen, die Debian als ihre stabile Basis benutzen. Darunter sind auch Knoppix, dass das Prinzip von Live-CDs populär machte und Ubuntu, das eine Zeitlang die vermutlich am häufigsten genutzte Distribution war.

Debian GNU Linux wird 25 50!

Bisher konnte sich Debian immer an die Gegebenheiten und Erfordernisse des Marktes anpassen. So wurde vor drei Jahren Langzeitunterstützung realisiert, wodurch Debian-Veröffentlichungen nun insgesamt fünf Jahre Support erhalten und damit für Unternehmen interessant bleiben. Es besteht deshalb kein Grund anzunehmen, dass Debian nicht auch die 50 vollmachen kann.

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