Intel hat vor wenigen Tagen die neue Prozessor-Reihe Whiskey Lake vorgestellt, ließ dabei aber völlig unerwähnt, dass die für Mainstream-Notebooks ausgelegten Whiskey-Lake-CPUs die erste Prozessor-Reihe für den Endverbraucherbereich sein wird, die im Silizium Maßnahmen gegen die eklatanten Sicherheitslücken in Intels CPUs  mitbringt.

Stillschweigen

Das Verschweigen einer eigentlich doch sehr berichtenswerten Maßnahme hat natürlich seinen Grund: Die Umsetzung für Whiskey Lake ist bestenfalls als halbherzig zu bezeichnen. Die gleichzeitig vorgestellte Amber-Lake-Reihe erhält keine Bereinigung im Silizium. Beide Plattformen stellen optimierte Varianten der Kaby-Lake-Microarchitektur dar. Intels Entschuldigung für das Verschweigen der Informationen war, man habe das Interesse der Öffentlichkeit hieran unterschätzt.

Halbherziger Whiskey Lake

Der Industrieanalyst Ashraf Eassa hat die Nachricht gestern als erster verbreitet, Tom’s Hardware holte dann von Intel die Bestätigung ein. Intel-Vertreter bestätigten daraufhin, dass Whiskey-Lake-Chips die ersten In-Silizium-Mitigationen auf den Verbrauchermarkt bringen.  Dabei erhalten die Whiskey-Lake-CPUs lediglich Mitigationen für Meltdown und L1TF, die eigentlich viel gefährlicheren Spectre-Varianten bleiben völlig außen vor.

Cascade-X kann mehr

Warum das der Fall ist, bleibt vorerst Intels Geheimnis. Das auch zumindest die Spectre-Variante 2 im Silizium zu beheben ist, belegen die Server-CPUs der Cascade-Lake-X-Baureihe, die noch 2018 erscheinen sollen. Intel sagt dazu, die Mitigationen gegen Spectre v2 sollen mit der Zeit auch auf die Consumer-Chips ausgeweitet werden. Genauere Informationen über die Natur der Änderungen im Silizium hat Intel bisher nicht preisgegeben. Ob die Intel CPUs der neunten Generation, die gerüchteweise im Oktober angekündigt werden sollen, auch Mitigationen auf Hardware-Ebene bieten werden, unde wenn ja, wie weit, ist bisher nicht bekannt.

Abwarten oder zur Konkurrenz

Da seit der ersten Veröffentlichung der katastrophalen Sicherheitslücken im Januar ständig neue Lücken aufgetaucht sind, wergibt es vermutlich wenig Sinn, sich bereits bei den jetzt angekündigten Prozessorreihen neu einzudecken. Das gilt natürlich nur dann, wenn Intel als CPU-Lieferant überhaupt noch in Frage kommt.

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