Librem 5 Linux-Phone

Bild: Librem 5 UI-Shell | Quelle: Purism | Lizenz: CC BY-SA 4.0

Die meisten Mitglieder des Librem-5-Teams, die für Purism an deren Linux-Smartphone arbeiten, nahmen kürzlich an der GNOME-Entwicklerkonferenz GUADEC in Almería  teil. Einige hielten dort auch Vorträge zur Entwicklung des Linux-Smartphones. Das geht aus einem neuen Report auf der Purism-Webseite hervor. Dabei ging es natürlich um den mobilen GNOME-Desktop, der als Standard mit dem Librem 5 ausgeliefert werden soll.

GNOME Mobile startet durch

So berichtete etwa der Berliner UI-Spezialist Tobias Bernard in einem Vortrag über die Fortschritte bei der Umsetzung der Benutzerschnittstelle und der  Aus- bzw. Umgestaltung der Apps. Alle in diesem Rahmen getätigten Entwicklungen sollen wieder nach GNOME zurück fließen und die Desktop-Umgebung verbessern helfen. So könnte es passieren, dass die für das Librem 5 Linux-Phone entwickelte Shell namens Posh später zur GNOME-Standard-Shell wird oder zumindest die bestehende GNOME-Shell befruchtet.

Hardware des Librem 5 Linux-Phone

Auch aufseiten der Hardware trennt sich langsam die Spreu vom Weizen, was die einzelnen Komponenten angeht. Als CPU kommt im Endprodukt die  i.MX8M Quad von NXP zum Einsatz. Dieser SoC wird auf dem Modul-Board i.MX 8M System-On-Module von EmCraft sitzen. Für die bunten Bilder bringt die CPU den Grafikchip Vivante GC7000Lite mit, der mit dem freien Treiber Etnaviv läuft. Die endgültige Auflösung des 5.7-Zoll Displays wird 720 x 1.440 Pixel betragen.

In Europa kommt als Modem das SIMCom 7100E zum Einsatz, dass übrigens nach einigen Diskussionen von ModemManager anstatt von ofono über die App Calls angesteuert wird. WLAN und Bluetooth steuert das Modul Redpine RS9116 M.2, das die Standards 802.11 a/b/g/n bei  2.4GHz und 5GHz sowie Bluetooth 5 im Dual-Mode unterstützt. Last, but not least wurde noch der Kamerasensor Omnivision OV5640 (PDF) ausgewählt.

Sicherheit wird diskutiert

Die Developement-Boards für das Librem 5 Linux-Phone sollen Ende August und im September ausgeliefert werden. Beim Kernel wird an den Schnittstellen für PCIe, USB und einem Treiber für den Akku gearbeitet. Besonders bei der Integration der Grafiktreiber ist laut dem Report noch viel zu tun. Hier sind Entwickler mit entsprechenden Kenntnissen gerne gesehen. In Sachen Sicherheit wird über die Integration eines TPM, von TrustZone und Heads diskutiert.

Es ist ruhig um Plasma Mobile

Von der KDE-Front gibt es derzeit keine Neuigkeiten über Plasma Mobile für das Librem 5, der alternativen Bedienoberfläche für das Librem 5. Diese sind aber hoffentlich von der ab dem 11. August in Wien stattfindenden KDE-Entwicklerkonferenz Akademy zu erhalten. Dort hält Plasma-Mobile-Entwickler Bushan Sha einen Vortrag zur Entwicklung der mobilen Plasma-Oberfläche.

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Alle Kommentare
  • Andreas Dunker

    05.08.2018, 11:15 Uhr

    Spannend ist es, ob bzw. wie sich die Geschichte entwickelt. Mein Favorit wäre aber Plasma.
    5,7″ wird aber bei entsprechender Screen-Body Ratio zu einem Gerät von 160 mm+ Länge führen. Und für mich damit 2 cm zu lang.
    Schade.

  • Klaus Meier

    06.08.2018, 07:23 Uhr

    Und was für Apps gibt es dafür? Und d beginnt das Dilemma. Gibt es die Möglichkeit, Android-Apps auszuführen, dann werden wohl kaum native4 Apps entwickelt. Gibt es diese Möglichkeit nicht, dann wird das wohl nichts.

    Das war ja schon das Problem eines jeden Smartphones, welches nicht auf Android oderiOS setzt. Selbst Microsoft hat das nicht in den Griff bekommen.

    Dabei brauchen wir dringend eine freie Alternative zu Google-Android. Bei HTC kann man den Bootloader nicht mehr öffnen. Google knebelt die Hersteller immer mehr. Das EU-Urteil spricht Bände.

  • trin94

    06.08.2018, 08:20 Uhr

    Es wird anfangs, soweit ich informiert bin, keine Android Apps unterstützen. Zwar schade, aber nicht weiter schlimm. Das Gerät ist auch nichts für den Massenmarkt.

    Bin sehr gespannt, wie die UI ausschaut, wenn alles fertig ist.
    Bei der App-Entwicklung stellt sich mir die Frage, in welchen Sprachen Apps entwickelt werden. Ist das so wie bei Sailfish, also praktisch alle, für die die GUI-Bindings existieren? Oder weiß man da noch nichts näheres?

    Gruß

    • Ferdinand Thommes

      06.08.2018, 08:32 Uhr

      Das Librem 5 wird bei Veröffentlichung nur die notwendigen Dinge beherrschen und dann kontinuierlich weiter entwickelt. Man kann es also nicht mit dem Start von anderen Smartphones vergleichen, die mit allen zugesicherten Features auf den Markt kommen. Apps werden zunächst aus dem GTK- /Qt-Umfeld stammen. Die letze offizielle Stellungnahme von Purism zum Thema Android war:

      Will the Librem 5 be able to run Anbox or Shashlik?

      We will test the capabilities of powering Anbox or Shashlik to allow users the ability to run Android applications within PureOS on the Librem 5, but our long-term goal is to utilize native applications that adhere to our strict philosophy. Enterprise clients or users who require Android applications may choose to to run a Android applications within an isolation container, so this is the reason for testing this type of configuration. We have a stretch goal to help with this developmental effort to have Android apps run in isolation.

      • Ferdinand Thommes

        06.08.2018, 08:58 Uhr

        Wer am derzeitigen technischen Stand der Entwicklung interessiert ist, kann sich diesen Vortrag von der gestern zu Ende gegangenen DebConf anschauen, wo es ab ~ 09:00 um das Librem 5 geht.

  • tuxnix

    07.08.2018, 10:23 Uhr

    Ich fände es mehr als verfehlt wenn Android-Apps auf dem System lauffähig würden.
    Sichere Kommunikation und Android schließen sich gegenseitig aus.
    Die beste und wohl auch billigste Art und Weise wie man Android-Apps isoliert laufen lassen kann, ist auf einem separaten Android-Device.
    Auch muss man sich bei einer gesicherten Finanzierung nicht fortwährend über zukünftige Marktchancen und Absatzzahlen Gedanken machen. Purism steht weder mit Apple oder Google noch mit Microsoft im Verdrängungswettbewerb. Interessanter ist da schon wie breit der Entwicklungsschub ist, der hier ausgelöst wird. Bei GNOME ist die Initialzündung wohl geglückt. Bei KDE kann man gespannt sein, ob es der KDE-Comunity gelingt die Chance zu ergreifen die sich mit dem neuen Device ergibt. Da Purism keine KDE Entwickler bezahlt, wird es wichtig sein wie sich die Gemeinschaft hier aufstellen kann.

    • Ferdinand Thommes

      07.08.2018, 11:47 Uhr

      Ich fände Android-Apps in einer VM noch akzeptabel, wenn es dem Librem 5 zu weiterer Verbreitung und damit zum benötigten Erfolg gereicht. Es geht ja nicht nur darum, ein Linux-Phone zu veröffentlichen, sondern es zu etablieren. Ich finde, es soll kein Zweit-Phone sein sondern mein Daily Driver. Und da würden Android-Apps schon helfen, bis freie Alternativen verfügbar sind. Ich denke da in meinem Fall unter anderem an Apps wie etwa Komoot zur Rad-Tourenplanung und Navigation oder FahrradJäger, das meine elektronische Fahrrad-Diebstahlsicherung steuert. Ich denke, dafür und für andere spezialisierte Apps wird es kaum freie Alternativen geben.

      Was KDE angeht, so habe ich versucht, Plasma-Mobile-Entwickler Bushan Sha zu erreichen, was aber bisher nicht klappt. Ansonsten konnte ich auch bei Purism dazu letzte Woche keine Infos erhalten.

  • tuxnix

    07.08.2018, 13:16 Uhr

    @Ferdinand Thommes:
    Du hast natürlich Recht was den Daily Bycicle Driver betrifft. 🙂
    Bis das Librem5 alltagstauglich werden kann, wird noch einige Zeit vergehen müssen und die Benutzung von Android Apps bleibt ja dann auch freiwillig. Sicherlich ist diese Option förderlich.
    Derzeit würde ich mir von plasma-mobile eine breitere Initiative erhoffen, man ist hier doch schon viel weiter in der Entwicklung. Dass man gerade jetzt so wenig erfährt, obwohl die Chance zu einem freien System noch nie so groß war, verwundert.
    Aber sehr gut ist, dass du dran bleibst und uns berichten wirst!