Nextcloud 14 dreht weiter an der Sicherheitsschraube

Nextcloud 14
Quelle: Nextcloud

 

Soeben wurde mit Nextcloud 14 eine weitere Hauptversion der Open-Source-Anwendung für das Speichern und Synchronisieren von Daten auf eigenen Servern freigegeben. Auf Neudeutsch nennt sich das »private Cloud«. Während Cloud-Anbieter wie Microsoft nach Abkündigung seiner Deutschland-Cloud seine Kunden im Regen stehen lässt und Filehoster Dropbox seine Linux-Anwender verprellt, verbessert Nextcloud zuverlässig mit jeder neuen Version Sicherheit und Funktionalität der Anwendung.

Sicherheit erhöht

Nach zwei Release-Kandidaten in den letzten Wochen ist Nextcloud 14 nun generell verfügbar. Die neue Version erhöht die Sicherheit prominent an zwei Stellen. Als Erstes ist hier die Videoüberprüfung zu nennen. Mit dem Alleinstellungsmerkmal der »Video Verification Sharing« soll sichergestellt werden, dass sensible Dokumente nur mit der Person geteilt werden, für die sie bestimmt sind. Dazu wird beim Aufsetzen des Share ein Passwort festgelegt, das dem Empfänger persönlich per Videoverbindung über Nextcloud Talk mitgeteilt wird.

 

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Als Zweites ist ein neuer 2-Faktor-Authentifizierungsanbieter mit dem Namen Gateway zu nennen, der es Benutzern ermöglicht, die sicheren Messaging-Apps Signal und Telegram sowie verschiedene SMS-Gateways als den zweiten Faktor zu verwenden, um ihre Authentifizierung per 2FA doppelt abzusichern. Dazu steht bei den Apps in der Rubrik Sicherheit die App Two-Factor Gateway bereit. Neu ist auch die Möglichkeit, sich bei Verwendung der Kerberos-Authentifizierung bei Samba-Servern zu authentifizieren. Die Nextcloud SAML App wurde mit Unterstützung für mehrere Identity-Provider aktualisiert, sodass ein Server sowohl mit lokalen Benutzern als auch SAML-Authentifizierung umgehen kann.

Teilen erweitert

Die Zusammenarbeit bei der Arbeit an geteilten Dateien wurde weiterentwickelt. Freigaben können dazu nun mit Notizen versehen werden. Dateien können über den Inhalt der Kommentare gesucht werden, falls der Name nicht mehr erinnerlich ist. Zudem gibt es eine neue Übersicht über die Freigaben in der Seitenleiste, die auch diejenigen anzeigt, die gelöscht wurden.

Federation, die Technik zum Teilen zwischen Nextcloud-Servern wurde dahingehend erweitert, um auch die Freigabe für Gruppen auf einem anderen Server zu ermöglichen. Weitere Änderungen ermöglichen es den aktualisierten Apps Kalender und Kontakte ihre Daten zwischen Benutzern auf verschiedenen Servern zu teilen.

DSGVO einhalten

Eher an Unternehmen wendet sich die neue App Data Protection Confirmation App, die der Bestätigung der Datensicherheit dient. Zudem gibt es eine neue separate Audit-Protokolldatei, die die bestehenden Apps für Impressum und Rechtliche Hinweise und Datenanfragen im Nextcloud Compliance Kit ergänzt. So sollen Kunden von Nextcloud mit minimalem Aufwand die vollständige Einhaltung gesetzlicher Vorschriften gewährleisten können.

App-Verwaltung ausgebaut

System-Administratoren können von der Integration der Nextcloud-Logs in das Journal von Systemd profitieren. Dazu wird in der Datei config.php die Zeile 'log_type' => 'systemd' eingefügt werden. Auch die App-Verwaltung wurde mit detaillierteren Informationen, einer kategorieübergreifenden Suche und einem einfacheren App-Update-Prozess vereinfacht. Benutzer werden zudem über wichtige Änderungen in einem neuen Release mit einem Popup bei der ersten Anmeldung informiert.

Alle Änderungen vermittelt die Ankündigung des Unternehmens im Firmenblog. Nextcloud 14.0 steht ab sofort im stabilen Kanal zum Upgrade bereit.

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