Sailfish X trifft Sony Xperia XA2 Plus

Im Frühjahr 2018 kündigte Jolla, der finnische Hersteller des mobilen Betriebssystems Sailfish OS, an, weitere Geräte aus dem Open-Device-Programm von Sony zu unterstützen. Der Launch von Sailfish X für die XA2  Reihe war für den 8. November angekündigt, diesen Termin konnte der Hersteller auch einhalten. Allerdings nur in einer kostenlosen Trial-Version basierend auf Sailfish 3, ohne Android- und MS Exchange Support sowie fehlender vorausschauender Texterkennung.

Gut dokumentiert

Da ich nicht mehr länger warten wollte, machte ich mich daran, Sailfish X auf meinem Sony XA2 Plus zu installieren. Zusätzlich zur Installationsanleitung auf der Jolla Webseite empfiehlt es sich als Vorbereitung noch, die Anleitung auf der Sony Seite zur Entsperrung des Bootloaders heranzuziehen.

Schnell installiert

Weiterhin werden noch ein paar Tools benötigt. Fastboot und Android Platform Tools sind schnell aus den Repositories gängiger Distributionen installiert. Bei Debian-basierten Distributionen genügt hierzu der Befehl # apt install android-tools-adb.

Sailfish X
Bootloader freischalten

Bootloader freischalten

Die Schritte auf dem Telefon zum Aktivieren des Entwickler- und des USB-Debugging-Modus sowie der Einstellung zum Freischalten des Bootloaders sind einfach nachzuvollziehen und in der Sony Anleitung bis auf einen Punkt gut beschrieben. Im Kapitel zum Generieren des Unlock-Codes fehlt ein Hinweis, welcher IMEI-Code bei einem Dual SIM Gerät angeben werden muss (der Tastaturcode auf dem Gerät gibt neben zwei IMEI Codes auch zwei Erweiterungen aus).

Ich habe den Code des ersten SIM Slots verwendet, dabei muss mir auch ein Fehler unterlaufen sein, denn der erste Freischaltversuch funktionierte nicht und der Fastboot- Befehl zum OEM-Unlock wurde nicht eindeutig quittiert.

Die Spannung steigt

Mit einem zweiten neu erzeugten Code funktionierte es dann problemlos. Die Installation des OS war dann spannend, denn ein neues Gerät mit ordentlichem Wert seines ausgelieferten Betriebssystems zu berauben und das ohne Garantie auf Erfolg, ließ mich doch nicht ganz kalt.

Kleinere Wartezeiten bei der Ausführung und ein Screen voller kryptischer Zeichen beim ersten Booten reduzierten die Anspannung nicht. Seitdem bootet das aus meiner Sicht sehr stilvolle OS aber klaglos und versieht flüssig seinen Dienst.

Schnelle Eingewöhnung

Mit der auf Wischgesten basierenden Bedienung kam ich nach einem Tag Eingewöhnung gut zurecht. Der App-Store ist immer noch sehr übersichtlich, sodass die Android Unterstützung doch sehr fehlt. Übrigens habe ich bei Jolla gelesen, dass mit der kommerziellen Version die Android Unterstützung von 4.4 auf 8.1 angehoben werden soll.

Sailfish X
Experiment geglückt

Nicht ganz wunschlos glücklich

Nach zwei Wochen Einsatz zeigte sich, dass die Primärfunktion, das Telefonieren auf diesem Gerät nicht ohne Tücken ist, hin und wieder mangelnde Verbindungsqualität (mittlerweile im D1 Netz) und ungewollte Aktionen führe ich auf die Software zurück. Mein wichtigster Wunsch für eine native App wäre ein Threema-Client ohne Google-Cloud-Messaging. Notgedrungen bin ich auf SailorGram 0.9 Alpha Fork ausgewichen, was aber aus den Open Repros installiert werden muss!

Erstaunlich gut funktioniert auch der Browser, wenn auch YouTube-Videos nicht die ganze Displaygröße verwenden und Amazon Prime Video und Netflix bis zur Android-Unterstützung außen vorbleiben.

Die Herstellung von Bluetooth-Verbindungen war nicht immer erfolgreich, meine Autofreisprecheinrichtung ließ sich vom Telefon aus noch recht einfach herstellen, ein JBL Flip 4 Lautsprecher wollte sich aber einfach nicht mit dem Gerät verbinden.

Sailfish bleibt

Trotzdem rechne ich nicht damit, in nächster Zeit zu Android oder iOS zurückzukehren, denn das recht ausgereifte Sailfish-Betriebssystem gefällt mir trotz einiger kleiner Unstimmigkeiten richtig gut.

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