Microsoft will Edge aufgeben
Bild: Carl Dwyer Lizenz: FreeImages.com

Wenn stimmt, was auf der Webseite Windows Central heute berichtet wird, dann sind die Browser-Wars endgültig vorbei und Chrome hat gewonnen. Dort wird nämlich berichtet, Microsoft wolle seinen seit 2015 entwickelten Browser Edge und dessen Engine EdgeHTML aufgeben und einen Browser auf der Basis von Chromium entwickeln.

Zu viele Fehler

Der Grund für die Einstellung der Bemühungen für einen Browser mit einer hauseigenen Engine soll die fehlende Akzeptanz durch die Anwender aufgrund von Beginn an bestehender Fehler sein. Auch der Marktanteil ist kläglich. Nach drei Jahren liegt dieser beim Desktop laut StatCounter bei gerade einmal 4 Prozent und damit noch um einiges hinter dem Internet Explorer mit 5.38 Prozent, den er eigentlich ablösen sollte.

Codename Anaheim

Laut Windows Central findet die Neuentwicklung unter dem Codenamen Anaheim statt. Der Wechsel könnte frühestens mit der Veröffentlichung von Windows 10, Codename 19H1 im April 2019 stattfinden. Dann könnte der »Browser, mit dem man Chrome herunterladen kann« Geschichte sein.

Nah an Blink

Neben »Informationen aus gut informierter Quelle« führt der Autor Beiträge von Microsoft-Mitarbeitern zur Chromium-Codebase zum Beleg seiner Behauptung an. Dabei geht es allerdings darum, Chromium auf der ARM-Architektur zu verbessern. Fakten sind bisher kaum bekannt, jedoch soll die Web-Engine sich nah an Googles Blink-Engine orientieren.

Keine Konkurrenz

Wenn sich das Gerücht bewahrheitet, steht nicht mehr viel zwischen der Chrome-Webengine Blink und der Weltherrschaft. Mozilla hat den Kampf schon längst verloren und liegt bei 9,1 Prozent Marktanteil, während Chrome seinen Höhenflug bei derzeit 72.38 wohl noch steigern können wird.

Anwender als Verlierer

Aus Sicht der Anwender ist das angesichts des mangelhaften Schutzes der Privatsphäre bei Chrome und seiner Engine eine bedauerliche Situation. Das Ausmaß der Aushöhlung der Nutzerrechte bereitet ein Artikel des Kryptographen Matthew Green, Professor an der Johns Hopkins University auf.

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Alle Kommentare
  • Matthias

    04.12.2018, 17:49 Uhr

    Dein Fazit kann ich nicht nachvollziehen. Wenn Edge jetzt Blink benutzt dann erhöht das den Marktanteil von Blink und nicht den von Chrome. Blink selbst hat ja nun nicht inherente Probleme mit der Privatsphäre. Bei Firefox wäre ich auch nicht so schnell. Der weltweite Marktanteil liegt bei 9%. In Deutschland sieht das ganz anders aus. Da liegt Firefox deutlich höher.

    • Ferdinand Thommes

      04.12.2018, 18:27 Uhr

      Warten wir mal ab, was Microsoft so alles übernimmt. Was Firefox angeht, so ist Deutschland seit jeher eine Hochburg. Aber auch hier ist der Marktanteil in den letzten beiden Jahren von ~37% auf ~23% gefallen. Die Mozilla Foundation hat anscheinend bereits resigniert, wenn sie sagt, Firefox müsse nicht zwingend einen hohen Marktanteil haben um die Mission von Mozilla zu fördern. Auch wenn das nicht ganz von der Hand zu weisen ist, würde es sicher helfen. Schade.

  • Matthias Böhm

    05.12.2018, 13:29 Uhr

    Hm, ich kenne mindestens einen Großkunden von Microsoft, der trotz Windows 10 bisher Edge nicht als Standardbrowser eingeführt hat. Ob da wohl manche mehr wissen?