CYA
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Wer einmal Windows genutzt hat oder immer noch nutzt, kennt die Funktionalität von System Restore. Ist das System kaputt, spielt man eine ältere Version zurück. Vom Prinzip her macht das hier vorgestellte Script CYA das gleiche.

Kein Backup

Es handelt sich dabei nicht um ein Backup-Programm, sondern um eine Systemwiederherstellung. Die Dateisysteme Btrfs und ZFS kennen das Genre als Snapshot und diesen Begriff werde ich der Einfachheit halber auch hier verwenden.

RSync lässt grüßen

CYA ist ein Bash-Script, das einfach und mit wenigen Befehlen zu handhaben ist und im Hintergrund Befehle von Rsync abarbeitet. Standardmäßig werden drei Snapshots gespeichert, die automatisiert oder manuell angelegt wurden. Danach wird der jeweils älteste Snapshot überschrieben. Dieses Verhalten kann individuell angepasst werden.

Ausnahmen definieren

Es können auch Snapshots angelegt werden, die nicht überschrieben werden sowie Snapshots komprimiert und archiviert werden, die dann gar nicht in der Liste der Sicherungen auftauchen. Der Anwender bestimmt detailliert, was gesichert wird. Standardmäßig ist hier der gesamte Root-Baum voreingestellt. Wenn etwa /var/log oder andere Verzeichnisse nicht gesichert werden soll, werden sie ausgenommen.

Automatisiert sichern

CYA eignet sich hervorragend, um per Systemd oder Cron automatisiert ausgeführt zu werden. Auch ansonsten kann es gut in Scripte eingebunden oder auf Servern verwendet werden. Zudem funktioniert die Wiederherstellung auch dann, wenn die grafische Oberfläche nicht mehr zugänglich ist. CYA arbeitet laut dem Entwickler mit jeder Linux- und BSD-Distribution zusammen und theoretisch auf jedem System, das eine Bash und Rsync zu bieten hat. Das konnte ich bisher nicht widerlegen.

Gesamt oder einzeln

CYA erstellt einen Wiederherstellungspunkt, der den Root-Baum umfasst, das Home bleibt dabei außen vor, kann aber bei Bedarf über die Funktion CYA Mydata separat gesichert werden. Das Script CYA nutzt standardmäßig keine Komprimierung oder ein proprietäres Format. Bei einer Rücksicherung können deshalb außer dem gesamten System auch einzelne Dateien oder Verzeichnisse einfach per Dateimanager oder Terminal wiederhergestellt werden.

Anwender von Bleeding-edge-Rolling-Release-Distributionen kennen das Problem, dass man sich durch Unachtsamkeit beim Aktualisieren schnell mal das System zerschießen kann, sodass es nicht einmal mehr booted. Hier bietet sich CYA an, um in einem solchen Fall schnell wieder ein funktionierendes System zur Verfügung zu haben. 

Vorbildlich dokumentiert

CYA ist hervorragend dokumentiert, allerdings lediglich auf Englisch. Die Webseite des Projekts bietet eine kurze Einleitung, der Quellcode befindet sich auf Github, wo das Tool auch ausführlich besprochen wird. Darüber hinaus werden alle Funktionen und deren technische Hintergründe in einer 17-teiligen YouTube-Serie ausführlich besprochen. Ein ausführlicher Artikel von mir zum zum Thema wird im Mai kostenlos online gestellt.

 

 

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