Es geht voran

Es ist schön zu sehen, dass vermehrt reine Linux-Geräte entwickelt werden. Pine64 hat sich dabei im unteren Preissegment eingerichtet. Dabei kommt dem Unternehmen zugute, dass sie mit der Pine 64-Platine von 2016 ein Layout haben, das an die entsprechenden Formfaktoren angepasst werden kann.

Von dem schon etwas betagten Allwinner A64 darf man keine Wunder erwarten, jedoch hat er den Vorteil, dass er seit Kernel 4.6 vor fast drei Jahren im Mainlin-Kernel unterstützt wird.

Drei Linux-Phones in diesem Jahr

Besonders interessant erscheint die Entwicklung bei den Smartphones. Noch in diesem Jahr sollen drei reine Linux-Phones aus drei unterschiedlichen Preiskategorien erscheinen. Zeitlich gesehen am nächsten liegt das aus Finnland stammende Necunos NC_1, das mit 1.199 Euro das teuerste Gerät des Trios ist und im März 500 erste Geräte ausliefern will

Im April soll planmäßig das mit den meisten Vorschusslorbeeren gesegnete Librem 5 des amerikanischen Herstellers Purism erscheinen. Die erste Auflage soll hier 5.000 Geräte betragen. Das Librem 5 wird bis heute, 31. Januar für 599 US-Dollar angeboten, danach steigt der Preis vorerst um 50 Dollar, weitere 50 Dollar mehr kostet es dann nach der Veröffentlichung.

Ohne festen Termin, aber noch für 2019 ist die Veröffentlichung des chinesischen PinePhone vorgesehen, das mit 149 US-Dollar den niedrigsten Preispunkt anstrebt. Alle drei Hersteller wollen auf der am Wochenende in Brüssel stattfindenden Entwicklerkonferenz FOSDEM ihre Prototypen und Dev-Kits vorstellen. Das lasse ich mir natürlich nicht entgehen und werde nächste Woche hoffentlich weitere Details berichten können.

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Alle Kommentare
  • tuxnix

    31.01.2019, 16:23 Uhr

    “Pinguine überall” das richtige Titelbild für eine tolle Nachricht.
    Übrigens. Blue Systems hat auf der Netrunner Seite einen Shop eröffnet. Ich könnte mir vorstellen, dass in Zukunft hier auch die oben genannten Geräte in Kombination mit Plasma Mobile vertrieben werden könnten.
    https://shop.blue-systems.com/product/c1/

  • HansFranz

    31.01.2019, 18:26 Uhr

    Ich zitiere Mal aus dem Heise Forum
    Zur News
    “Linux-Smartphone: Librem 5 kommt drei Monate später”
    Einen Kommentar:

    Leider ist die Hardware generell Grütze:
    “Das wird höchstwahrscheinlich leider enden wie bei OpenMoko. Maximal halbgare Hardware, unfertige Software. Denn im Endeffekt muss man auch ein attraktives Gerät auf den Markt bringen, das genug Leute kaufen. Sonst wird das langfristig nichts.

    Konkurrenz bei Librem durch Android-Geräte ist nun auch sehr stark: es gibt da genug Geräte, die man umfunktionieren kann, um Replicant, Plasma Mobile, Ubuntu Touch oder schlicht LineageOS laufen zu lassen. Dabei bekommt man für weniger Geld deutlich attraktivere Hardware und hat dennoch zu großen Teilen quelloffene Software. Und die Software ist auch tatsächlich schon da… und funktioniert!

    Aber bleiben wir beim Librem 5. Die Hardware ist leider von vor-vorgestern und dafür ganz schön teuer. Wenn man sich mal den letzten Bericht mit bisherigen Specs von denen anschaut…

    Siehe z.B. https://puri.sm/posts/librem5-progress-report-17/

    i.MX8M SoC

    Das ist ein SoC für industrielle Applikationen. Librem beschwert sich hier über Bugs mit dem Power Management, ignoriert dabei jedoch, dass der SoC nie für diese Art von mobilen Smartphones designt wurde. Gut möglich, dass diese Fehler nicht behoben werden, auch wenn es keine praktikablen Workarounds gibt: schließlich ist das für die relevanten Use Cases nicht wichtig. Und ein Kleinstkunde wie Librem mit anderen Anwendungsfeldern ist eher uninteressant für Freescale. Letztendlich ist der SoC auch generell nicht auf low power optimiert, sodass man wahrscheinlich auch im Bestfall hinter aktuellen Androiden und iPhones hinterherhinkt. Auch weil der Integrationsgrad niedrig ist.

    Viel Power bietet der SoC dann letztendlich auch nicht: das Teil ist ungefähr so schnell wie ein Raspberry Pi 3B+. Und Videoencoding z.B. kann das Ding nur bis max. 720p. Da konnte sogar der ursprüngliche Raspberry Pi Model B mehr.

    Display: an LCD display that is 5.7″ at 720×1440 pixels

    Ziemlich schlechte PPI. Das macht das Ding auf jeden Fall unattraktiv, besonders in dieser Preisklasse. Ist eben gerade so ausreichend. Das was man sonst für < 200 EUR bekommt.

    Modem: SIMCom 7100A (USA version/bands) or SIMCom 7100E (EU version/bands) – depends on where you live

    Das ist ein Mobilfunk-Modul für industrielle Anwendungen, mit vergleichbaren Problemen wie beim SoC. Es setzt einen recht betagten Qualcomm-Chipsatz ein (MDM 9215 aus Anno 2012), der natürlich nicht dem Stand der Technik entspricht und in Sachen Energieeffizienz den aktuellen Chipsätzen hinterherhinkt. Es ist auch zu bezweifeln, dass die Software des Moduls auf Effizienz optimiert ist.

    WiFi+BT module: Redpine RS9116 M.2 module. It supports 2.4GHz and 5GHz bands for WiFi, no 802.11AC

    Sieht OK aus, aber k ein AC ist wirklich nicht gut. Gerade wieder in Hinblick auf die Preisklasse.

    Camera sensor: the CMOS image sensor chip is the Omnivision OV5640

    Das Ding ist uralt sowie end of life. Eine miserable Kamera mit lediglich 5 MP. Das war schon 2012 nicht mehr aktuell. What were they thinking?

    Also grundsätzlich: ich seh nicht, dass das auf dem Markt funktioniert. Das Telefon kann schon teuer werden, aber dafür sollte dann auch die Hardware leistungsfähig und geeignet sein. Ich denke Librem tut sich damit keinen gefallen, leistungsschwache Hardware zu verwenden, um den Preis etwas zu drücken. Ein freies Smartphone, das aber ungefähr auf Augenhöhe mit aktuellen Flagships der Android-Welt ist, wäre etwas ganz anderes und deutlich attraktiver, auch wenn das Teil dann 1000 EUR kostet."

    Falls das alles stimmt, nicht gut

  • Uwe

    31.01.2019, 19:40 Uhr

    Ich denke, der Markt wirds regeln. Vor allem dann, wenn die Dinger auch für Leute wie mich bezahlbar werden. OK bisher langt mit das normale Nonsmart-handy. Der intern. Markt in Entwicklungsländern sieht da auch nochmal ganz anders aus, auch im PC-Bereich, als bei uns.

  • tuxnix

    31.01.2019, 20:05 Uhr

    @HansFranz
    Du scheinst es irgendwie nicht kapieren zu wollen.
    Nichts gegen deine Sichtweise, aber bitte akzeptiere, dass andere Menschen eine komplett andere Perspektive auf die Dinge haben. Ein paar Sachen die du hier bemängelst sind auch schlichtweg falsch.
    Aber davon mal abgesehen, gäbe es auch eine sehr lange Liste an Gründen, weshalb man kein iPhone oder Android Gerät kaufen sollte.
    Das Librem 5 nicht, aber Necunos Solutions kommt tatsächlich mit einem veralteten SoC auf den Markt. Aber sogar für den Preis von 1.199 wird es hierfür einen Markt geben, weil es im Sicherheitsbereich ganz andere Maßstäbe gibt.