Pine64 plant Smartphone, Tablet und Notebook mit Linux
Pinguine überall Bild: Torsten Dederichs auf Unsplash

Die Firma Pine64 erreichte 2016 einen gewissen Bekanntheitsgrad durch ihren Markteintritt mit dem RasPi-Konkurrenten Pine A64+, der in verschiedenen Ausbaustufen erhältlich ist. Es folgte das Pinebook, ein Notebook auf ARM-Basis mit 11 und 14 Zoll für unter 100 US-Dollar. Zusammmen mit KDE wurde Plasma Mobile darauf portiert.

Starkes Angebot…

Im Herbst 2018 kündigte das Unternehmen ein günstiges Linux-Smartphone und -Tablet an, auf denen unter anderem ebenfalls Plasma Mobile laufen soll. Für 2019 hat sich das kleine Unternehmen viel vorgenommen. Neben den genannten Geräten soll eine Pro-Version des Pinebook für 199 US-Dollar erscheinen.

Für den doppelten Preis des Vorgängers soll der Kunde ein 14.1-Zoll IPS-Display mit Full-HD-Auflösung, einen stärkeren Prozessor, 4 GByte LPDDR4-RAM und 64 GByte Speicher auf eMMC-Basis erhalten. Im Pine64-Forum angemeldete Kunden erhalten kostenfrei ein Update auf 128 GByte eMMC.

Pine64
PineBook Pro

…mit guter Aussattung

Auch die weitere Ausstattung klingt luxuriös für den angepeilten Preis. Neben USB-2- und -3-Schnittstellen ist auch ein USB-C-Port vorgesehen, der zum Laden des Akkus und als Video-Out mit bis zu 4K60hz dienen soll. Daneben wird es einen SD-Card-Reader, eine kombinierte Kopfhörerbuchse sowie eine 2-MP Webcam geben. WLAN nach 802.11ac und Bluetooth 4.2 runden das Paket ab. Eine M.2-NVMe-SSD kann per Adapter an PCIe x4 angeschlossen werden.

Günstiges Linux-Phone

Das in Entwicklung befindliche PinePhone wird ein reines Linux-Phone mit Mainline-Kernel und nutzt den Allwinner A64 als SoC, der von zwei GByte LPDDR3-RAM unterstützt wird. Entwickler von UBPorts, Maemo Leste, PostmarketOS und Plasma Mobile haben bereits frühe Entwicklerkits erhalten.

Das PinePhone, das für 149 US-Dollar in den Handel gelangen soll, wird ein 4G-LTE-Modul mit einem Cat-4 150 Mbyte Downlink erhalten und die Regionen US, EU und Asien unterstützen. Das LCD-Display wird eine Auflösung von 1440 x 720 Punkten bieten.

Pine64
PinePhone Dev-Kit

Hardware-Kill-Switches

Das rund 165 x 77 mm messende Phone hat zudem zwei Kameras an Bord, die mit 2 und 5 MP auflösen. Bei Purism hat man sich die Hardware-Kill-Switches abgeschaut, die auf Knopfdruck Bluetooth. WLAN, LTE, Kamera und Lautsprecher stilllegen. Das PinePhone soll noch 2019 erscheinen.

Tablet mit Magnet-Cover/Tastatur

Als Dritter im Bunde gesellt sich das PineTab hinzu. Es ist ein BSD/Linux-Tablet, das ebenfalls auf dem Allwinner-A64-SoC basiert. Die Konfiguration des PineTab ähnelt der des 11,6″ Pinebooks und somit sollten die verfügbaren Linux- und BSD-Images für das Pinebook mit wenig bis gar keinen Code-Änderungen auch auf dem Tablet laufen.

Das Tablet verfügt über ein 10.1-Zoll IPS LCD-Display und weist die üblichen Bedienelemente eines Tablet auf. Passend dazu soll ein magnetisches Cover mit Hardware-Tastatur angeboten werden. Die Tastatur verfügt über ein eingebautes Trackpad und verbindet sich mit dem Tablet über Pogo-Pins, die eine Standard USB-2.0-Schnittstelle verwenden.

Pine 64
PineTab mit magnetischer Tastatur

Die weitere geplante Spezifikation umfasst 2 GByte LPDDR3-RAM, 16 GByte eMMC-Speicher, Micro-USB 2.0 OTG, einen mSD-Slot, zwei Kameras mit 2 und 5 MP und Bluetooth 4.0. Der angepeilte Preis für das Tablet liegt bei 79 US-Dollar, für die Tastatur kommen 20 Dollar hinzu.

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Alle Kommentare
  • tuxnix

    31.01.2019, 16:23 Uhr

    “Pinguine überall” das richtige Titelbild für eine tolle Nachricht.
    Übrigens. Blue Systems hat auf der Netrunner Seite einen Shop eröffnet. Ich könnte mir vorstellen, dass in Zukunft hier auch die oben genannten Geräte in Kombination mit Plasma Mobile vertrieben werden könnten.
    https://shop.blue-systems.com/product/c1/

  • HansFranz

    31.01.2019, 18:26 Uhr

    Ich zitiere Mal aus dem Heise Forum
    Zur News
    “Linux-Smartphone: Librem 5 kommt drei Monate später”
    Einen Kommentar:

    Leider ist die Hardware generell Grütze:
    “Das wird höchstwahrscheinlich leider enden wie bei OpenMoko. Maximal halbgare Hardware, unfertige Software. Denn im Endeffekt muss man auch ein attraktives Gerät auf den Markt bringen, das genug Leute kaufen. Sonst wird das langfristig nichts.

    Konkurrenz bei Librem durch Android-Geräte ist nun auch sehr stark: es gibt da genug Geräte, die man umfunktionieren kann, um Replicant, Plasma Mobile, Ubuntu Touch oder schlicht LineageOS laufen zu lassen. Dabei bekommt man für weniger Geld deutlich attraktivere Hardware und hat dennoch zu großen Teilen quelloffene Software. Und die Software ist auch tatsächlich schon da… und funktioniert!

    Aber bleiben wir beim Librem 5. Die Hardware ist leider von vor-vorgestern und dafür ganz schön teuer. Wenn man sich mal den letzten Bericht mit bisherigen Specs von denen anschaut…

    Siehe z.B. https://puri.sm/posts/librem5-progress-report-17/

    i.MX8M SoC

    Das ist ein SoC für industrielle Applikationen. Librem beschwert sich hier über Bugs mit dem Power Management, ignoriert dabei jedoch, dass der SoC nie für diese Art von mobilen Smartphones designt wurde. Gut möglich, dass diese Fehler nicht behoben werden, auch wenn es keine praktikablen Workarounds gibt: schließlich ist das für die relevanten Use Cases nicht wichtig. Und ein Kleinstkunde wie Librem mit anderen Anwendungsfeldern ist eher uninteressant für Freescale. Letztendlich ist der SoC auch generell nicht auf low power optimiert, sodass man wahrscheinlich auch im Bestfall hinter aktuellen Androiden und iPhones hinterherhinkt. Auch weil der Integrationsgrad niedrig ist.

    Viel Power bietet der SoC dann letztendlich auch nicht: das Teil ist ungefähr so schnell wie ein Raspberry Pi 3B+. Und Videoencoding z.B. kann das Ding nur bis max. 720p. Da konnte sogar der ursprüngliche Raspberry Pi Model B mehr.

    Display: an LCD display that is 5.7″ at 720×1440 pixels

    Ziemlich schlechte PPI. Das macht das Ding auf jeden Fall unattraktiv, besonders in dieser Preisklasse. Ist eben gerade so ausreichend. Das was man sonst für < 200 EUR bekommt.

    Modem: SIMCom 7100A (USA version/bands) or SIMCom 7100E (EU version/bands) – depends on where you live

    Das ist ein Mobilfunk-Modul für industrielle Anwendungen, mit vergleichbaren Problemen wie beim SoC. Es setzt einen recht betagten Qualcomm-Chipsatz ein (MDM 9215 aus Anno 2012), der natürlich nicht dem Stand der Technik entspricht und in Sachen Energieeffizienz den aktuellen Chipsätzen hinterherhinkt. Es ist auch zu bezweifeln, dass die Software des Moduls auf Effizienz optimiert ist.

    WiFi+BT module: Redpine RS9116 M.2 module. It supports 2.4GHz and 5GHz bands for WiFi, no 802.11AC

    Sieht OK aus, aber k ein AC ist wirklich nicht gut. Gerade wieder in Hinblick auf die Preisklasse.

    Camera sensor: the CMOS image sensor chip is the Omnivision OV5640

    Das Ding ist uralt sowie end of life. Eine miserable Kamera mit lediglich 5 MP. Das war schon 2012 nicht mehr aktuell. What were they thinking?

    Also grundsätzlich: ich seh nicht, dass das auf dem Markt funktioniert. Das Telefon kann schon teuer werden, aber dafür sollte dann auch die Hardware leistungsfähig und geeignet sein. Ich denke Librem tut sich damit keinen gefallen, leistungsschwache Hardware zu verwenden, um den Preis etwas zu drücken. Ein freies Smartphone, das aber ungefähr auf Augenhöhe mit aktuellen Flagships der Android-Welt ist, wäre etwas ganz anderes und deutlich attraktiver, auch wenn das Teil dann 1000 EUR kostet."

    Falls das alles stimmt, nicht gut

  • Uwe

    31.01.2019, 19:40 Uhr

    Ich denke, der Markt wirds regeln. Vor allem dann, wenn die Dinger auch für Leute wie mich bezahlbar werden. OK bisher langt mit das normale Nonsmart-handy. Der intern. Markt in Entwicklungsländern sieht da auch nochmal ganz anders aus, auch im PC-Bereich, als bei uns.

  • tuxnix

    31.01.2019, 20:05 Uhr

    @HansFranz
    Du scheinst es irgendwie nicht kapieren zu wollen.
    Nichts gegen deine Sichtweise, aber bitte akzeptiere, dass andere Menschen eine komplett andere Perspektive auf die Dinge haben. Ein paar Sachen die du hier bemängelst sind auch schlichtweg falsch.
    Aber davon mal abgesehen, gäbe es auch eine sehr lange Liste an Gründen, weshalb man kein iPhone oder Android Gerät kaufen sollte.
    Das Librem 5 nicht, aber Necunos Solutions kommt tatsächlich mit einem veralteten SoC auf den Markt. Aber sogar für den Preis von 1.199 wird es hierfür einen Markt geben, weil es im Sicherheitsbereich ganz andere Maßstäbe gibt.