Firefox 66 schaltet Videos stumm.

Bild: Mozilla Foundation

Die Mozilla Foundation hat heute planmäßig Firefox 66 veröffentlicht. Im Gegensatz zum eher unscheinbaren Vorgänger Firefox 65 bringt der Browser in der neuen Version eine ganze Reihe von interessanten Neuerungen und Verbesserungen mit.

Nerviges Geplärre

Für viele Anwender vielleicht die wichtigste Änderung: Endlich schaltet auch Firefox alle automatisch startenden Medien stumm. Es plärren also nicht mehr sämtliche offenen YouTubes und sonstigen Belästigungsquellen los, wenn man den Browser öffnet. Der Anwender kann Ausnahmen für bestimmte Seiten festlegen oder die Sperre ganz ausschalten.

Zappelnde Inhalte

Ein weiteres nerviges Problem von Firefox wurde ebenfalls angegangen: Viele Webseiten laden Werbung langsamer als andere Inhalte. Man scrollt zum Anfang des Inhalts, der plötzlich nach unten rutscht, weil darüber noch ein Werbebanner nachlädt. Per Scroll-Anchoring soll dieses Springen nun ein Ende haben.

Mehr Prozesse für Firefox

Die Zahl der verfügbaren Prozesse für die Darstellung von Inhalten erhöht sich von vier auf acht. Zwar konnte man in Firefox auch bisher schon acht Prozesse freischalten, nun ist das der Standard und gleichzeitig auch das Maximum. Ist der RAM-Verbrauch bei schwächeren Geräten zu hoch, kann man die Zahl der Prozesse in den Einstellungen unter Leistung reduzieren.

Firefox 66

Tabs suchen

Anwender, die in Firefox ständig viele Tabs offen haben, werden sich über die verbesserte Suchfunktion für Tabs freuen. Bei mir taucht der Pfeil, der im Link zu sehen ist, nicht auf, vielleicht wird die Funktion sukzessive an die Anwender ausgerollt. Oder Linux wurde mal wieder nicht damit ausgestattet. Generell ist die Tab-Verwaltung in Browsern ohne Erweiterungen ein Graus für Power-User

Add-ons flotter unterwegs

Erweiterungen speichern ihre Einstellungen nun in einer Firefox-Datenbank und nicht mehr in einzelnen JSON-Dateien. ​Dies führt zu einer deutlichen Leistungssteigerung bei vielen Erweiterungen und reduziert gleichzeitig den Speicherbedarf von Firefox. Ein neu gestalteter Abschnitt über Tastenkombinationen in about:addons erleichtert die Anzeige und Anpassung von Standardbefehlen.

Für Firefox 66 wurden insgesamt 21 Sicherheitslücken geschlossen, von denen fünf als kritisch markiert waren. Zudem wurde ein Fehler unter Linux beseitigt, der Firefox beim Download von Dateien zum Einfrieren brachte.

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Alle Kommentare
  • Klaus Meier

    20.03.2019, 16:07 Uhr

    Das Ding ist inzwischen so unglaublich gut, keine Ahnung, warum irgendwelche Trottel den Chrome/Chromium nutzen. Mich interessieren keine esoterischen Benchmarks, ich surfe einfach mit dem Teil. Und da ist der Chrome so was von abgehängt. Konfiguration? Deutlich übersichtlicher. Bookmarkverwaltung? Will mir keiner erzählen, das mit Chrome schon mal gemacht zu haben.

    Ich kann mir nicht vorstellen, dass das jetzt an den 8 Prozessen gleichzeitig liegt, wenn man nur eine Seite auf hat. Aber der 66 rennt so was von schneller als der 65.

    Wir hatten das ja schon mal, Firefox gegen den IE6. Die armen Schweine, die damals auf “ich will doch nur, dass es läuft” gesetzt haben, sind aktuell total am Arsch. Und jetzt Chrome. Droht das gleiche. Keiner kümmert sich mehr darum, ob die Webseiten Standard konform sind. Man schaut nur noch, ob es mit dem Chrome funktioniert.

    Ok, und wer den Safari nutzen muss, der ist total abgefickt, aber das ist jetzt eine ganz andere Geschichte.

  • Nick

    22.03.2019, 03:48 Uhr

    Ein wunderbares Release. Ganz besonders die Sperre für das Scrollen ist ein längst fälliger Meilenstein, gegen widerliche werbe-verseuchte Webseiten, die permanent Inhalte nachladen und wieder und wieder an den Anfang springen. Die Pest in Reinform. Auch das aufspalten der Prozesse ist sehr positiv, wobei man nebenbei noch erwähnen könnte, dass die Isolierung unter Linux bislang umfangreicher ist, als das bspw. unter macOS oder Windows der Fall ist. Beispielsweise werden auch die WebExtensions einzeln isoliert. Der Zuwachs an Geschwindigkeit lässt sich sicher mit der Einführung des Webrender erklären, der mittlerweile reif für die Masse sein dürfte. Schließlich wurde er seit mehreren Releases insgeheim getestet. Ich finde auch das die übermäßige Nutzung von Chrome sehr schädlich ist, gerade wenn man an die katastrophalen Sicherheitslücken der Vergangenheit denkt. Nicht das Firefox nun fehlerfrei wäre, doch hier geht die Tendenz deutlich in Richtung weniger Sicherheitslücken. Und davon abgesehen liegt Firefox in Sachen Produktivität, um Welten vor Chrome, was der Vorposter schon gut erläutert hat.