Gentoo: GNOME ohne Systemd
Lizenz: GPL

Das Gentoo-Projekt gab in dieser Woche bekannt, dass es gelungen sei, GNOME 3.30 für alle Init-Systeme anzubieten und nicht nur für Systemd. Die im Testing-Zweig der Distribution verfügbare Umsetzung booted standardmäßig mit OpenRC anstatt Systemd.

Elogind

Dies wird durch das elogind-Projekt erreicht, eine eigenständige Logind-Implementierung auf Basis von Systemd-Code, die derzeit von einem Gentoo-Nutzer gepflegt wird. Es stellt die fehlenden Logind-Schnittstellen zur Verfügung, die GNOME derzeit benötigt, ohne dabei mit Systemd zu booten.

Per USE-Flags auswählen

Für eine einfachere GNOME-Installation richten die GNOME-Profile nun standardmäßige USE-Flags (PDF) mit elogind für OpenRC-Systeme ein, während die GNOME/Systemd-Profile weiterhin zur Verfügung stehen. Nach der Profilauswahl sollte die Installation per emerge gnome mit dem gewünschten Init-System gelingen.

Noch nicht stabil

Es wird erwartet, dass GNOME 3.32 bald auch im Testing-Zweig verfügbar sein wird. Innerhalb von 6 – 8 Wochen soll die neue Option dann auch für Anwender des stabilen Zweigs verfügbar sein. Fehler können in Gentoos Bugzilla gemeldet werden.

Offenes Gentoo

Gentoo war seit der Einführung von Systemd bemüht, Alternativen bereitzustellen. Nachdem Udev an Systemd angebunden wurde, forkten Gentoo-Entwickler das Paket zu eudev, das wie elogind unter anderem auch beim Debian-Derivat Devuan verwendet wird.

Viel Auswahl

Systemd ist zwar von allen großen Distributionen übernommen worden, ist aber auch Jahre nach der Einführung nicht unumstritten. Allerdings ist die Diskussion darüber heute meist sachlicher als etwa bei der Einführung von Systemd bei Debian. Damals hatten militante Trolle jeglicher Sachlichkeit den Garaus gemacht. Anwender, die Systemd auf ihren Rechnern nicht haben möchten, können auf eine mittlerweile stattliche Zahl an Distributionen ohne Systemd ausweichen.

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Alle Kommentare
  • Mike

    29.03.2019, 13:54 Uhr

    FreeBSD hat auch kein systemd, und dort rennt Gnome auch ohne Probleme.

    /\

  • Micha

    29.03.2019, 14:58 Uhr

    Geht dann trotzdem Wayland unter Gnome?

  • Uwe

    29.03.2019, 15:12 Uhr

    Ja, damals, dieser Hick Hack in deuschprachigen Foren….. Kopfschüttel!!
    Echt jetzt. Es war doch nur eine technische Realisation eine Bootprozesses.
    So sehe ich es als reiner Anwender.

  • Uwe

    29.03.2019, 16:47 Uhr

    OT
    Kennt das jemand? Kann man DIESES Puppy entlich auf eine IDE-HDD, ähnlich *buntu/Mint, installieren?
    Ich suche sowas “kleines” , ein Stable-Linux in Deutsch, als Ausweichmöglichkeit für meinen Pentium-III-Gaming-(Win98se) PC.
    Puppy gibts ja auch in i386 Variationen.
    ————————————————————————-

    Puppy Linux 8 aktualisiert Software und bringt kleinere Neuerungen

    http://www.linux-magazin.de/news/puppy-linux-8-aktualisiert-software-und-bringt-kleinere-neuerungen/

  • tuxnix

    29.03.2019, 18:19 Uhr

    @Uwe
    Schau mal hier: https://www.youtube.com/watch?v=kwyzTloPyP4&feature=youtu.be
    Antix könnte das sein was du brauchst: https://antixlinux.com/

  • Klaus Meier

    29.03.2019, 18:28 Uhr

    Und deswegen liebe (und nutze) ich Gentoo!

    Bei anderen Distributionen ewiger Streit wegen Systemd, Pulseaudio, Wayland usw. Das war ja auch die Sache, was ich vor kurzem zu Debian geschrieben habe. Da gibt es nur noch Systemd und einen Fork. Gut, man muss Gentoo auch zugute halten, dass andere Distributionen auch nicht so etwas geniales wie USE-Flags und Slots haben. Ich möchte mein System genau so. Ich setze die USE-Flags entsprechend, ein Rebuild und alles entspricht genau meinen Wünschen. Und meine Distribution setzt ihre Energie dafür ein, mir das zu ermöglichen und nicht endlose Diskussionen über das init-System zu führen.

    Ok, und dann gibt es noch eine gewisse Spezies, dass sind die, die Ubuntu nutzen, die sind schon damit überfordert, beim Systemstart zwischen Wayland und X zu wählen. Faszinierend, wie oft Ubuntu da in der letzten Zeit als Default hin und her gewechselt ist.

    Statt Diskussionen zu führen, was man denn nun unterstützt sollte man lieber daran arbeiten, alles zu unterstützen. Aber das Problem daran ist, der nornale DAU, der von Windows kommt und jetzt Ubuntu nutzt kommt damit einfach nicht klar, dass man selber entscheiden kann.

  • tuxnix

    29.03.2019, 18:48 Uhr

    @Klaus Meier
    Das Gentoo-Projekt ist für so etwas auch am besten geeignet.
    Wo andere Distributionen eher einem Fertighaus ähndeln, ist Gentoo vergleichbar mit einer Sammlung von Bauanleitungen.

  • Uwe

    30.03.2019, 02:48 Uhr

    @tuxnix

    Aha. Danke Dir.

  • Nick

    30.03.2019, 12:20 Uhr

    LOL Gentoo

    Frickelst Du noch oder arbeitest Du schon? Genau damit lässt sich der ultimative Zeitfresser Gentoo beschreiben. Wir leben im Jahre 2019 und nicht in den 80ern, um sich mit Slots, Use-Flags und endlosem kompilieren zu beschäftigen. Derartige Linux-Distributionen sind wie LFS für Experimente da, aber nicht ernsthaft für produktive PCs. Von daher ist es Jacke wie Hose mit was die ihre Zeit verschwenden. Zumal GNOME 3 gleich eine doppelte Zeitverschwendung darstellt, und als Desktop schon eine Zumutung ist. Und angesichts der ganzen Anti-Systemd-Jammerlappen, die als winzige Minderheit stets am lautesten schreien, ist ohnehin Hopfen und Malz verloren.