KNOPPIX 8.5 vorgestellt
Logo: Rugby471 | Lizenz: GPL

Klaus Knopper hat gerade auf den Chemnitzer Linuxtagen 2019 die neueste Version seiner Distribution Knoppix vorgestellt, die es derzeit exklusiv in der DELUG-Ausgabe des Linux-Magazins gibt.

Viele kennen Klaus Knopper vielleicht von seinen eloquenten Vorträgen vergangener Jahre auf der Open-Source-Bühne der CeBit in Hannover. Das neue Knoppix 8.5 wurde, da diese Plattform nun nicht mehr existiert, jetzt auf den CLT 2019 vorgestellt.

Üppige Softwareauswahl

Knoppix 8.5 basiert wie üblich auf Debian Testing mit einigen Beigaben aus Debian Unstable. Die aktuelle Version, die erstmals als Hybrid-Image vorliegt, ist wieder einmal prall gefüllt mit rund 4.000 Paketen, darunter neben LXDE mit Compiz als Standard-Desktop auch Gnome 3, Plasma 5 und der Adriane-Desktop.

Adriane steht für Audio Desktop Reference Implementation and Networking Environment und ist ein von Knopper entwickeltes sprechendes Desktop-System mit optionaler Braille-Unterstützung für sehbehinderte oder blinde Menschen.

Aktuelle Pakete

Einige der weiteren Zutaten sind Linux Kernel 4.20.6, Xorg 7.7, Chromium 72, Firefox ESR 60.5.0 mit Werbeblocker Ublock Origin und Noscript, LibreOffice 6.1.5, Gimp 2.10, OwnCloud 2.5.1 und NextCloud 2.5.1 Clients sowie die Game Engine Godot3 3.0.6. Knoppix 8.5 bietet erstmals auch Unterstützung für UEFI Secure Boot und bringt ein Remaster-Werkzeug mit.

Von DVD auf Flash

Mit dem Tool flash-knoppix lässt sich das Image direkt von einer Heft-DVD bootfähig auf einen USB-Stick legen, der dann auch in einem persistenten Modus laufen kann, der die Speicherung von installierter Software und erstellten Daten über den Reboot hinaus ermöglicht.

Godfather of Live-Linux

Knoppix reicht weit zurück und wurde erstmals 2002 veröffentlicht. Damals wie heute ist es dazu gedacht, im Live-Betrieb von DVD oder vom USB-Stick oder anderen Flash-Medien zu laufen. Klaus Knopper ist unbestritten der Godfather of Live-Linux, auch wenn es bereits ab 1993 mit Yggdrasil eine erste Live-CD gab.

Die älteste noch existierende Live-Distribution ist Finnix, das erstmals im Jahr 2000 erschien. Die weiteste Verbreitung jedoch fand Knoppix, das auch vielen anderen Distributionen als Grundlage diente. Die bekanntesten noch existenten dieser Derivate, die zunächst auf Knoppix aufsetzten, sind Kanotix und GRML.

Wegbereiter

Knoppix hat bereits vor Ubuntu viele Menschen an Linux herangeführt. Das Live-Medium erlaubte das Ausprobieren ohne bestehende Installationen zu verändern. Heute kommt Knoppix außer zum Ausprobieren Bedeutung zu, da Knopper großen Wert auf Hardwareerkennung legt. Schwierige Hardware ist bei Knoppix immer gut aufgehoben. Auch als Live-System für unterwegs und für Rettungsarbeiten ist Knoppix dank seiner vielen Werkzeuge bestens geeignet.

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Alle Kommentare
  • Uwe

    18.03.2019, 18:19 Uhr

    “Das Live-Medium erlaubte das Ausprobieren ohne bestehende Installationen zu verändern. ”

    Keine Installation, wie zum Beispiel bei Debian/*buntu/Mint. Das ist das gröste Manko dieser hervorragenden Distribution.

  • axt

    19.03.2019, 08:25 Uhr

    An dieser Distribution ist überhaupt nichts “hervorragend”, sondern sie ist ein Sammelsurium von allem möglichem ohne roten Faden. Auf seiner Werbeveranstaltung ist stellenweise deutlich geworden, daß er auch mal Pakete eines Programmes aufgenommen hat, das er selbst aber gar nicht kennt. Nur weil das irgendwer angeblich gerade toll findet.

    Dabei erwähnt er ständig den beschränkten Platz einer DVD mit dem Unterton, er würde gern noch mehr aufnehmen (Im übrigen läßt sich Knoppix installieren – richtig zuhören, das erzählt er auch nicht zum ersten Mal – nur ist es sinnfrei.).

    Vor ~15 Jahren hat er mit seiner Live-CD einen echten Mehrwert geschaffen. Danach ist es aber bergab gegangen. Andere Spezialdistributionen haben den Platz des Werkzeugkastens schon vor über 10 Jahren eingenommen und besser.

    Mit seiner Äußerung, Linux Mint läge auf derm zweiten Platz in der Beliebtheit von Linux-Distributionen (Auf welcher Liste von wem? Ach, doch nicht etwa Distrowatch…), hat er sich selbst dikreditiert. Er ist kein Newbie, um solchen Unsinn zu erzählen.

  • Linuxkumpel

    22.03.2019, 11:05 Uhr

    Die meisten von uns GNU/Linux-Usern werden Knoppix kennen. Allerdings gilt m.E. nun auch – “Weniger ist Mehr”. Diesbezüglich muss ich axt zustimmen. Möglichst viele mit allen möglichen Anwendungen und Desktops bedienen zu wollen, ist nicht wirklich zielführend. Persistenter Modus gut und schön, allerdings ist es mir nie gelungen auch mal Anwendungen auf dem Stick zu aktualisieren. Gebe zu habe mir dazu auch nicht sonderlich Mühe gegeben und auch nicht intensiv nach einer Lösung gesucht. Daher für mich ein großes Manko.

  • Nils

    22.03.2019, 12:33 Uhr

    Persistenter Modus und Installation sind zwei paar Stiefel.
    Wenn man die LiveCD auf Festplatte installiert, dann hat man im Grunde ein Debian-System, welches man dann auch nach belieben mit apt verwalten kann.

    Ich finde es schade, dass es nur noch LiveDVDs gibt. Eine LiveCD wäre meines Erarchtens oft sinnvoller. Ich brauche oft nur eine CD um ein System zu installieren. Da kommt debootstrap in Knoppix/Kanotix oft gut an, aber dafür gleich die 2-4GB könnte man sich sparen…

    Dass Knoppix allerdings im Grunde alles “aus einem Guss” mitbringt finde ich gut. Für fast jeden Rechner und fast jeden Zweck (Installation, Daten retten, …) nur eine DVD.
    Manchmal hätte ich dann aber doch lieber eine CD, die auf alte 1GB Sticks passt…