Linux 5.0
Bild: Krd Lizenz: CC BY-SA 3.0

Linus Torvalds hat am gestrigen Sonntag Linux 5.0 freigegeben, den ersten offiziellen Kernel, der mit einer 5 beginnt. Der Entwicklungszyklus war mit acht Vorabversionen etwas länger als gewöhnlich, die Zahl der Einreichungen liegt bei rund 12.800 und macht 5.0 zu einem eher kleinen Kernel-Release. Man muss bis zu 4.7 vom Juli 2016 zurückgehen, um einen Entwicklungszyklus zu finden, der weniger Changesets als 5.0 hatte.

Kleiner Kernel 5.0

Die Zahl der Beitragenden lag mit 1.712 – davon 276 Ersttäter – im Mittelfeld. Ansonsten hat der Sprung auf 5.0 anstatt 4.21 wenig Bedeutung, wie Torvalds wiederholt betont. Er möchte einfach nicht, dass die Zahl der Unterversionen zu hoch wird, oder wie er scherzhaft sagt: »Mir gehen Finger und Zehen zum Zählen aus.«

Endlich FreeSync

Lange mussten Besitzer von AMD Radeon Grafikkarten warten, bis FreeSync unter Linux verfügbar war. Mit Kernel 5.0 ist es nun so weit, der AMDGPU-Treiber unterstützt diese Technik. FreeSync ist der Markenname für eine Synchronisationstechnologie für LCDs, die eine dynamische Bildwiederholfrequenz unterstützen, um Screen-Tearing zu reduzieren.

Zudem kann FreeSync die Akkulaufzeit verbessern, indem die Aktualisierungsrate des Panels reduziert wird, wenn keine neuen Bilder empfangen werden. Voraussetzung ist neben einer Radeon AMD Radeon R5-, R7- oder R9-Karte auch Mesa 19.0.

Librem 5 SoC unterstützt

Aufseiten von verbessertem Hardware-Support wird nun der NXP i.MX8 SoC unterstützt, der beim kommenden Linux-Phone Librem 5 zum Einsatz kommt. Weiterhin werden initial NVIDIA Turing GPUs sowie Intel Icelake Gen11 Graphics unterstützt. Der Raspberry Pi erhielt einen Touchscreen-Treiber.

Adiantum ersetzt Speck

Googles Verschlüsselungsalgorithmus Adiantum tritt an die Stelle des wieder aus dem Kernel entfernten Algorithmus Speck. Adiantum soll Verschlüsselung auf Geräten mit nur wenig Ressourcen erleichtern. Zudem wurde ​​die aus Russland stammende Standard-Crypto-Hash-Funktion Streebog in den Kernel aufgenommen.

Die Entwickler haben einen der beiden Block-Layer-Ansätze entfernt und damit auch die I/O-Scheduler CFQ und Deadline. Als Ersatz stehen die moderneren Scheduler BFQ und Blk-Mq weiterhin zur Verfügung.

Btrfs kann wieder Swap-Dateien

Bei den Dateisystemen erhält Btrfs erneut Unterstützung für Swap-Dateien. Binderfs, das der Inter-Prozess-Kommunikation unter Android dient, wurde von Greg-Kroah-Hartman eingebracht. Der Mechanismus, auf dem auch die beiden geplanten Busse Bus1 und KDBUS aufsetzen, kann jetzt auch aus Containern heraus genutzt werden. Das F2FS-Dateisystem (Flash-Friendly File-System), das jetzt auch von Googles Pixel-Geräten unterstützt wird, erhielt einige Verbesserungen.

Die aktuelle Version von Linux kann von Kernel.org bezogen werden. Das zweiwöchige Fenster für Einreichungen zu Linux 5.1 ist nun geöffnet. Wie immer bietet die Seite Kernel Newbies eine detaillierte, leicht verständliche Zusammenfassung der Änderungen zu Kernel 5.0

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