Ubuntu 32-Bit: Fast eine Kehrtwende
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Nachdem Canonical vor einer Woche verkündet hatte, mit Ubuntu 19.10 die 32-Bit Plattform aus den Archiven zu entfernen, um wenige Tage später einen untauglichen und zudem unehrlich verkauften Rückzieher anzukündigen, kommt nun eine teilweise Kehrtwende, die sicherstellen soll, dass Anwender von Wine und Steam sowie andere betroffene Projekte mit Ubuntu 19.10 und 20.04 LTS zumindest auf die benötigten Bibliotheken in 32-Bit zugreifen können.

Unterstützt, wo nötig

Das geht aus der letzten Verlautbarung im Ubuntu-Blog von Canonical hervor, in der das Unternehmen hinter Ubuntu erklärt, die Rückmeldungen aus den Communities von Wine, Steam und Ubuntu Studio hätten zum Umdenken und resultierend zu einer Kurskorrektur geführt. In einem Community-Prozess sollen nun die 32-Bit Bibliotheken herausgefiltert werden, die nötig sind, um »Legacy Software« weiterhin anwenden zu können. Zudem bedankt sich Canonical, dass die Community Ubuntu auf Kurs hält, wo dies nötig ist.

Fehlende Sicherheit

Zu seiner Entschuldigung führt Canonical an, man habe im letzten Jahr mit Valve in Bezug auf die Gaming-Plattform Steam über die Pläne zur Einstellung der 32-Bit Plattform gesprochen und der jetzige Aufschrei sei damals ausgeblieben. Somit habe letztendlich neben dem gestiegenen Aufwand zur Unterstützung von 32-Bit auch die nicht optimale Sicherheit einer wenig genutzten Plattform dazu geführt, diese einstellen zu wollen. So seien beispielsweise viele der Mitigationen gegen Spectre & Meltdown für 32-Bit gar nicht verfügbar.

Unterstützung von 32-Bit bis 2025

Die jetzige Lösung eines von der Community gesteuerten Auswahlprozesses erscheint zunächst als gangbarer Weg, die Anwender von Wine und Steam zufriedenzustellen. Ob das den betroffenen Communities ausreicht und ob Valve Ubuntu in Sachen Steam weiterhin als Referenz unterstützt, bleibt abzuwarten. Die Festlegung, auch Ubuntu 20.04 LTS mit diesen Bibliotheken zu versorgen bedeutet die teilweise Unterstützung der Plattform zumindest bis 2025.

Ubuntu 32-Bit: Fast eine Kehrtwende

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Alle Kommentare
  • tuxnix

    25.06.2019, 15:19 Uhr

    Canonical ist nicht nur unehrlich sondern auch feige.
    Kommuniziert wurde von Canonical die Einstellung der 32-Bit Plattform.
    Das ist aber etwas ganz anderes wie die Streichung oder das “Einfrieren” der 32-Bit libaries.
    Jetzt erfindet Canonical einen “von der Community gesteuerten Auswahlprozesses”. Ein quasi imaginäres Komitee, dort wo es nie eines gegeben hat oder je bedurft hätte.
    Canonical sollte sich jetzt klar entscheiden ob sie Steam und Wine weiterhin anbieten wollen, oder nicht.
    Diese Entscheidung liegt klar in der Verantwortung des Distributors.

  • Matthias Böhm

    25.06.2019, 22:48 Uhr

    Naja, ich frage mich welche Folgen das für Distributionen wie Mint oder Elementary OS haben würde. Ein Aufsetzen auf Debian wie Ubuntu selbst fänd ich besser, lässt aber den Aufwand wahrscheinlich exponentiell ansteigen. Das irgendwann alte Zöpfe abgeschnitten werden müssen ist richtig. Damit das zu erzwingen hat sich Cannonical selbst überschätzt. Geld verdient die Firma sowieso an anderer Stelle.