AMD behebt Boot-Fehler bei Ryzen 3000 CPUs
Zufallszahlen | Photo by Dylan Nolte on Unsplash

Der frühe Einstieg bei neuen Technologien hat bekanntlich seine Tücken. Das mussten jetzt die sogenannten »Early Adoptors« wieder feststellen, wenn sie als Anwender aktueller Linux-Distributionen auf AMDs kürzlich auf den Markt gekommene Ryzen 3000 CPUs der Zen-2-Architektur setzten.

Boot-Fehler bei Ryzen 3000 CPUs

Ein ärgerlicher Boot-Fehler bei Ryzen 3000 CPUs verhinderte in Kombination mit vielen aktuellen Linux-Distributionen den Bootvorgang. Betroffen sind beispielsweise Distributionen wie Ubuntu 19.04, Clear Linux, Fedora 30 Workstation, Arch Linux, Manjaro und Pop!_OS.

BIOS-Update veröffentlicht

AMD reagierte schnell auf den peinlichen Fehler, der bereits im Zusammenhang mit anderen AMD-CPUs aufgetreten war. Ein Firmware-Update wurde vor einer Woche an die Mainboard-Hersteller verteilt. Allerdings wird es noch eine Weile dauern, bis alle Hersteller den Patch als BIOS-Update auch anbieten. Deshalb haben Distributionen wie das auf Debian basierende Pop!_OS und jetzt auch Mageia mit Version 7.1 gepatchte Versionen der Distribution herausgegeben.

Zufällig falsche Zahlen

Das Bootversagen wurde durch Systemd ausgelöst, indem dessen Dienste den Start verweigerten. Die Ursache lag allerdings tiefer und war ein Fehler in der Hardware. Schuld war der RDRand-Generator für Zufallszahlen, der anstatt Zufallszahlen immer den Wert -1 zurücklieferte. Da der Fehler grundsätzlich bereits in einer milderen Variante seit Mai bekannt war, hatten die Systemd-Entwickler als vorläufigen Workaround einen Patch inkludiert, der allerdings noch nicht in eine veröffentlichte Systemd-Version eingeflossen war.

Einige Distributionen wie etwa das aktuelle Debian 10 oder openSUSE hatten diesen Patch bereits eingespielt und waren deshalb nicht betroffen. Wie AMD verlauten ließ, soll neben dem BIOS-Update eventuell bald ein Microcode-Update folgen, dass, als Paket ausgeliefert, Anwendern das BIOS-Update erspart.

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Alle Kommentare
  • Uwe

    17.07.2019, 11:29 Uhr

    Ich setze AMD schon seit Jahren nicht mehr ein. Weder CPUs noch Grafikkarten.
    Der letzte gute Prozesseor von denen, den ich verwendete, war ein K6-II (oder III) 550 MHz unter Windows 98se kombiniert mit einer 16MB 3DfX Banshee Graka. Danach nur noch Intel+Nvidia.

    • Ferdinand Thommes

      17.07.2019, 11:46 Uhr

      Das Bild hat sich mittlerweile sowohl bei CPUs als auch bei Grafikkarten total gedreht. Intel läuft AMD bei der CPU-Leistung hinterher, bei Grafikkarten ist AMD wesentlich freier als Nvidia.

  • Klaus Meier

    19.07.2019, 10:49 Uhr

    Hallo Uwe, ich sag dazu nur eins: Dummheit schützt vor Strafe nicht. Aber ich finde es voll cool, dass du damit an die Öffentlichkeit gehst, um allen von deiner Debilität zu berichten.

  • Martin

    20.07.2019, 15:04 Uhr

    Die AMD Prozessoren sind wieder verstärkt im Kommen. Habe selber lange Jahre mit Linux (genauer mit opensuse) und AMD gearbeitet und kann definitiv nichts negatives sagen. Und mein nächster Rechner wird wieder ein AMD sein und wahrscheinlich sogar auch eine ATI Karte enthalten. Und die Negativschlagzeilen kann ich auch nicht wirklich nachvollziehen. Mein alter AMD PC schaffte es Starcraft 2 mit einer ATI Radeon 3650 HD in moderaten Einstellungen spielbar zu machen während mein (damals neuer) i7 mit einer Nvidia GTX 650 ständig abstürzte.

  • axt

    20.07.2019, 16:27 Uhr

    > Das Bild hat sich mittlerweile sowohl bei CPUs als auch bei Grafikkarten total gedreht.

    Das ist maßlos übertrieben. Die Performance aktueller Ryzen-CPUs muß man anerkennen, natürlich. Solche Zeiträume, in denen AMD Intel hat alt aussehen lassen, hat es aber schon gegeben, am bekanntesten sicherlich Athlon Thunderbird und die folgende Athlon-XP-Serie in Konkurrenz zu Intels CPUs mit Netburst.

    Zum Einen besteht sowas aber nicht ewig (Intel hat damals den Irrweg erkannt und Pentium M als Grundlage für Core genommen, was so gut gelungen ist, daß damals das Undenkbare geschehen ist, Apples Switch von PPC, damals auf der Stelle tretend, zu x86).

    Zum Anderen steht der Hauptprozessor ohne anständigen Unterbau verloren da. Ob das nun damals grottige Mainboard-Chipsets von ALi, SiS oder VIA mit ihren bekannten Schwächen und Problemen gewesen sind (nur Nvidia haben mit nforce2 angemessene Produkte geliefert) – heute sind ja viele Funktionen daraus in die CPU gewandert – oder derzeit solche katastrophalen Fehler wie eben der mit dem Zufallszahlengenerator (eine grundlegende Sache, die nicht “nur” Linux-Distributionen betrifft, hier macht sich’s nur zuerst bemerkbar) – und bereits mit der ersten Ryzen-Generation hat es eine Boot-Unfähigkeit von Linux gegeben (AMD Linux-freundlich? Dann hätte man das bemerken _müssen_.). Das scheint man bei der aktuellen Geschichte komplett verdrängen zu wollen.

    Da kann das Ding namens CPU noch so schnell sein. Theoretisch.

  • axt

    20.07.2019, 16:46 Uhr

    > K6-II (oder III) 550 MHz

    K6-III hat es nur bis 450 MHz gegeben. In den Vitrinen unseres damaligen Ladens haben K6-II und K6-III nebeneinander gelegen. Sich von MHz und Preis blenden lassende Kd. haben erstere gekauft, Wissende und sich beraten Lassende letztere.

    Nichtsdestotrotz hat man aber mit beiden das Machbare aus dem Supersocket 7 ‘rausholen können.

    Deine Banshee ist gar nicht schlecht gewesen, wenn man nicht nur für gelegentliches Spielen mit angehauchtem 3D eine extra Karte á la Voodoo 2 hat stecken wollen oder können. Kombikarten Voodoo 3 haben den Absatz leistungssstärkerer Netzteile angekurbelt (min. 22 A auf der 3,3-V-Schiene, sonst Klack und aus). Lieber eine Nvidia Riva (erst recht spätere TNT), wenn man nicht auf Glide aus gewesen ist.

  • axt

    20.07.2019, 17:06 Uhr

    Klaus Meier meint unbedingt kundtun zu müssen:

    > um allen von deiner Debilität zu berichten.

    Bei Deinem fundierten Wissen und der sympathischen Vortragsweise wird sich der Angesprochene ganz sicher überzeugen lassen, alsbald einen neuen Rechner mit Ryzen-CPU zu erwerben. Ungünstig nur, daß devil vergessen hat, nachträglich zu erwähnen, daß besagte gefixte UEFI-Versionen wegen eines anderen dämlichen Fehlers zurückgezogen worden sind.

    Blieben ihm dann die Optionen:

    – Warten auf eine seitens AMD halbwegs fehlerfreie Version, die der Mainboard-Hersteller zeitnah oder überhaupt bereitstellt (es soll da Hersteller geben, die nach Verkauf ihre Produkte vergessen),

    – den Krempel reklamieren, den Kauf rückabwickeln, um ein anderes funktionierendes Produkt zu kaufen,

    – Windows installieren (wer will denn sowas…) oder irgendeine Linux-Distribution mit älterem systemd und hoffen, daß der Kram nicht doch mindestens unter der Haube crasht.

    Also, Klaus Meier, leg Dich lieber mit mir an! Kleine Vorwarnung: in den letzten zwei Jahrzehnten habe ich garantiert mehr Rechner in unterschiedlichsten Konfigurationen auf dem Tisch gehabt oder über Fernwartung in der Mache als Du. Und zwar jeden einzelnen Tag.

  • Uwe

    21.07.2019, 08:02 Uhr

    @axt 20.07.2019, 16:46 Uhr

    Naja, für meine Bedürfnisse hatte die Kombi gereicht. Adventure und Aufbauspiele. Nix übertaktet, sondern auf Normaleinstellungen laufen lassen.
    Letztlich war es eine Preisfrage. Was ich überhaubt nicht verstehe ist das man den VIA Apollo 4+1 Chipsatz so madig machte. Mein damaliges Soyobord hatte den. Es lief problemlos. Na egal.

    Trödel gabs erst, als bei mir das Internet Einzug hielt. (Vieren,Trojaner,etc)

    Den K6-3+ gabs bis 550 MHZ.

    AMD K6-IIIE+ 550 – K6-III+/550ACR

    http://www.cpu-world.com/CPUs/K6-III/AMD-K6-IIIE+%20550%20-%20K6-III+-550ACR.html

  • axt

    21.07.2019, 10:21 Uhr

    K6-III 550 MHz Kerntakt nur für Mobile (+) und Embedded (E+), nicht für Desktops. Ausgerechnet…weil man in kleinen, geschlossenen Gehäusen ja auch so gut kühlen kann.

    Bei P1MMX hat’s auch sowas gegeben, normal bis 233 MHz, für Notebooks bis 266 MHz. Letzteren habe ich mal für Bekannte aus einem defekten NB auf ein normales AT-Board gesteckt (über DIP/Jumper natürlich alles korrekt eingestellt, die verschiedenen Spannungen, Multiplikator, Takt). Das Ding ist nur stabil gelaufen, wenn der L1 über BIOS abgeschalten worden ist. Unbrauchbar.

  • axt

    21.07.2019, 10:53 Uhr

    > VIA Apollo 4+1 Chipsatz so madig machte

    Naja, die haben je nach Modell quasi alle ihre Probleme gehabt, auch Intel (ich sage nur 440TX). Ich selbst habe bspw. mal ein Abit mit VIA KT133 gehabt, also nicht dessen Nachfolger KT133A. Dieser Mist hat sich bei mir zwar nicht bemerkbar gemacht, ich habe aber genug Kundenrechner auf den Tischen gehabt mit daraus resultierenden IRQ- und Soundproblemen (Knacken). Hat damals einen Haufen Zeit verbrannt.

    Noch größere Probleme hat’s mit SiS und vor allem ALi gegeben (nVidia TNT auf ALi, pff – und wenn man dann noch weiß, daß später die ALi-Tochter ULi ausgerechnet von nVidia, damalige Schreibweise, übernommen worden ist…).

    Mit Abstand am besten sind nVidia-Chipsets gewesen. Man hat nur nicht die nforce2-Treiber für den integrierten NIC installieren dürfen. 😉

  • axt

    21.07.2019, 11:00 Uhr

    Nachtrag zu dem P1MMX266. Ich habe den letztendlich mit 233 oder 200 MHz untertaktet, um den L1 wieder aktivieren zu können. Ist immer noch schneller gewesen, als sie vorher gehabt haben.

  • Anutrius

    02.08.2019, 18:17 Uhr

    Warum zum Geier braucht man für einen Bootvorgang Zufallszahlen? Eine logische Recheneinheit würfelt nicht!