Serpent OS vorgestellt

Serpent OS vorgestellt
Bild: David Clode on Unsplash

Die Überschrift verspricht in der Verkürzung mehr als sie halten kann. Denn vorgestellt wurde lediglich die Idee von Serpent OS, einer neuen Distribution, die bisher nur in Eckpunkten auf dem Papier existiert.

Da hinter der Idee aber Ikey Doherty steht, der vielen noch von Solus OS in Erinnerung sein dürfte, weckt dies mein Interesse. Ikey hatte sich 2018 von Solus und aus der Öffentlichkeit zurückgezogen und die Firma Lispy Snake, Ltd gegründet. In diesem Zusammenhang ist der Begriff Serpent bereits als Game-Engine aufgetreten.

Ohne Kompromisse

Jetzt soll eine Linux-Distribution entstehen, die sich radikal von einigen Grundpfeilern der Mainstream-Distributionen abwendet. Eigentlich wollte Ikey mit der Vorstellung seiner Idee noch einige Wochen warten, da jedoch wie er sagt, »die Katze drohte, aus dem Sack zu entkommen«, sah er sich gezwungen, dem zuvorzukommen. Eine eilig zusammengestellte Webseite erklärt nun, was Doherty vorhat.

Clear Linux lässt grüßen

Einige der Design-Ideen zu Serpent OS klingen ein wenig nach Intels Clear Linux OS, was nicht verwunderlich klingt, war Doherty doch Teil des Entwicklungsteams dieser Distribution bei Intel. Aber von vorne: Serpent OS wird, wie Solus OS von Grund auf gebaut und soll ohne Rücksicht auf Verluste modern und zukunftsorientiert sein, wobei Kompatibilität zugunsten von Innovation an die zweite Stelle rückt.

Kein Legacy-BIOS, kein X11

Die Distribution soll nicht von der GNU-Toolchain oder -Laufzeitumgebung abhängig sein. Sie soll inklusive Kernel mit Clang gebaut werden und Musl als Libc verwenden. Es soll nur UEFI unterstützt und Usrmerge von Anfang an umgesetzt werden, während Wayland den Display-Server stellt. Container sollen Anwendungen aus dritter Hand verfügbar machen und eventuell auch X11-Kompatibilität bieten.

Wer Linux aufhält, fliegt raus

Akteure, die Linux in der Entwicklung behindern, sollen nicht toleriert werden. So sollen etwa Nvidias proprietäre Treiber verbannt werden, da sie ausreichend Wayland-Unterstützung für ihre GPUs vermissen lassen.

Kein Mainstream

Die Entwicklung zu Serpent OS beginnt erst Ende Juli, einziger Kommunikationskanal in der Anfangsphase ist der IRC-Kanal #serpentOS auf dem Freenode-Server. Der radikale Ansatz verspricht, dass dies keine Mainstream-Distribution wird, sondern ein Arbeitspferd ohne Kompromisse. Wenn einer das hinkriegt, dann Ikey Doherty.

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