Notizen: Zim & Joplin im Vergleich

Versionsverwaltung

Was ist nun aber, wenn man nur einen einzelnen Eintrag verändert hat und die Änderungen verfolgen bzw. Rückgängig machen möchte? In Joplin geht man beim jeweiligen Artikel auf das (i)-Info-Icon oben rechts.

Dann kann man durch alle Versionen springen und die Änderungen entsprechend verfolgen. Die Erstellung der Versionen erfolgt automatisch.

Zim verfolgt einen anderen Ansatz. Hier wird die Versionsverwaltung über Git (oder auch Bazaar und Mercurial)realisiert. Entweder kann hier natürlich einfach nur Git in der Commandline verwendet werden oder aber man verwendet die Integration direkt in Zim. Über “File –> Save Version…” wird ein neuer Commit erzeugt. Und mittels “File –> Versions…” kann man sich die einzelnen Commits anzeigen lassen. Die Zim-Variante ist zwar sicherlich mächtiger, jedoch für den Hausgebrauch auch ein wenig sperrig.

Sollte es “Save Versions” nicht geben, dann ist das Versioncontrol Plugin in Zim nicht aktiviert. Dies kann über “Edit –> Preferences –> Plugins –> Version Control” erfolgen. Absolut sinnvoll: Öffnet man dort die Konfiguration des Plugins, kann man dort ein Autosave einstellen. Ansonsten erfolgen Commits (Versionierung) nur manuell. Mehr hierzu kann man auch hier nachlesen: Zim Wiki Version Control

Für den Anfänger ist Joplin hier sicher einfacher. Aber dafür kann es natürlich niemals so mächtig sein wie Git.

Papierkorb

Joplin hat keinen Papierkorb. Gelöschte Notizen sind gelöscht. Es gibt hier zwar Diskussionen und Feature-Wünsche, aber bis jetzt keine Umsetzung. Bei Zim haben wir sogar zwei Möglichkeiten gelöschte Notizen wiederherzustellen:

  • Zim verschiebt Notizen, die gelöscht werden in den Papierkorb des Systems. Die Notiz kann also aus dem System-Papierkorb einfach wiederhergestellt werden.
  • Mit aktivierter Versionsverwaltung, lässt sich die gelöschte Notiz natürlich auch einfach per Git & Co wiederherstellen.

Synchronisation & Android

Um ehrlich zu sein, ist dies für mich nicht wirklich relevant, da ich das Desktop-Wiki nur lokal auf meinem privaten Notebook verwende. Auf dem Smartphone hatte ich bis jetzt nicht den Bedarf.

Für Joplin gibt es sowohl eine eigene Android- als auch eine iOS-App. Die Synchronisationsmöglichkeiten z. B. mit Dropbox sind direkt in Joplin integriert, es wird also kein Dropbox-Client benötigt. Aber auch Webdav (z. B. für mailbox.org) und viele weitere Anbieter/Protokolle sind möglich. Zudem lassen sich die Notizbücher verschlüsseln. Nicht schlecht.

  • Bei Zim muss man hier auf externe Lösungen zurückgreifen. Also z. B. den Zim-Ordner per Seafile oder Nextcloud synchronisieren. Wer mobil unterwegs ist: Pech gehabt. Ein Android-Client ist zwar seit 2016 in der Planung. Wirklich passiert ist hier aber nichts. Man kann sich noch grob damit behelfen, dass die Txt-Dateien mit jedem Editor gelesen werden können. Schön ist anders, aber für die gelegentliche Verwendung ist das in Ordnung. Als App bietet sich hier z. B. Simple Notes Pro an.

Die Lizenz

Zim unterliegt der GPL-2.0 und Joplin der MIT-Lizenz. Beide Applikationen sind also frei und vollkommen unkritisch. Der Sourcecode liegt jeweils bei Github:

Joplin bei Github

Zim bei Github

Die Installation

Die Installation bei Zim ist einfach. Alle relevanten Distributionen bringen Zim in ihren Paketquellen mit. Eine Installation erfolgt also einfach über APT, YUM oder PACMAN.

Bei Joplin gibt es mehrere Möglichkeiten:

  • Der offizielle Weg per AppImage, wie auf der Internetseite beschrieben
  • Snap (von mir genutzt)
  • AUR (unter Arch / Manjaro)

Joplin ist mit 126 MB allerdings schon ein ganz schönes Schwergewicht, während Zim mit 7,7 MB auskommt. Die Verwendung des Paketmanagers der Distribution hat zudem natürlich immer der Vorteil, dass man sich um Updates keine Gedanken machen muss. Bei Snap und AppImage muss man sich selbst kümmern. Hier gehen die Punkte also an Zim.

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