GNOME OS auf dem PinbePhone

GNOME OS für das PinePhone

Vor rund zwei Jahren tauchte GNOME OS erstmals vermehrt in den Medien auf. GNOME OS diente bis dahin den Entwicklern, um bei Änderungen am Code eine kontrollierte Umgebung erstellen zu können, um die Änderungen zu testen. Auch das Design-Team nutzte das OS, um den visuellen Auftritt der jeweils nächsten Version vorzubereiten.

Seit GNOME 3.38 wurde der Zugang zu GNOME OS erweitert, ohne dass das groß publik gemacht wurde. Im Oktober 2020 stellt Jordan Petridis, einer der Initiatoren, das Projekt im GNOME-Blog näher vor. Jetzt hat ein kleines Team von Praktikanten bei Codethink begonnen, GNOME OS auf mobile Plattformen zu portieren. Das Team hatte zwei Hauptziele:

  • Demonstration von GNOME OS auf einem mobilen Gerät
  • Atomic Upgrades auf einem mobilen Linux-OS testen

Das Praktikanten-Team war in der Lage, GNOME OS auf dem PinePhone und dem PinePhone Pro zu starten, einschließlich Optionen für den internen Speicher und die SD-Karte. Während zweier Monate sammelte das Team umfangreiche Erfahrungen mit verschiedenen beteiligten Technologien, darunter BuildStream, Freedesktop SDK, QEMU und OSTree.

Auf der Grundlage von OSTree

Die Wahl des PinePhone als Testobjekt fiel wegen der breiten Verfügbarkeit der Hardware und der Reife des Software-Ökosystems für dieses Telefon. Softwareseitig ging es zunächst darum, Build-Anweisungen zu generieren, um Images für das PinePhone erstellen zu können. Dazu erstellte das Team einen Fork des GNOME-OS-Repositories und fügte die entsprechenden Änderungen ein. Nachdem das erste Image erstellt worden war, erwies sich das erste Booten von GNOME OS als relativ problemlos, allerdings funktionierte ein Teil der Hardware nicht: Kamera, Mobilfunk/Modem, Wi-Fi, GPS, Lautsprecher und Mikrofon waren nicht funktionsfähig.

Probleme bei der Skalierung

Die Praktikanten optimierten die Kernel-Konfiguration und arbeiteten an einem Upgrade des 5.17er-Zweigs des megous-Kernels, um die WiFi- und Modem-Probleme zu beheben. In Kombination mit einem aktualisierten ModemManager konnten sie so die Probleme mit Anrufen und GPS gelöst werden. Ein weiteres Problem war die nicht korrekte Skalierung und die nicht funktionierende Gestensteuerung. Hier setzt das Team auf die Bestrebungen der GNOME_Entwickler, die GNOME Shell an mobile Formfaktoren anzupassen.

Die atomaren Upgrades auf der Grundlage von OSTree funktionierten wie erwartet. Instruktionen, wie das Abbild gebaut wird und auf das PinePhone gelangt, finden sich im Wiki auf GitLab. Ein Merge-Request für GNOME 44 wartet auf ein Review der GNOME-Entwickler.

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