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Erster Prototyp von SUSEs Adaptable Linux Platform verfügbar

Hauptsächlich kommerzielle Linux-Distributoren arbeiten seit einiger Zeit an durchgreifenden Änderungen der Architektur ihrer Angebote. Der Ansatz von SUSE für seine Adaptable Linux Platform (ALP) ist jetzt als Prototyp verfügbar.

ALP v0.01mit dem Codenamen »Les Droites« wurde letzte Woche angekündigt und steht nun für Tests, Experimente und Feedback bereit. In der Ankündigung zur ersten Testversion schreibt SUSE:

Die Idee hinter ALP ist es, den Benutzern die Möglichkeit zu geben, sich auf ihre Workloads zu konzentrieren, während sie von der Hardware und der Anwendungsschicht abstrahieren. Durch den Einsatz von virtuellen Maschinen und Container-Technologien ermöglicht die Adaptable Linux Platform, dass die Workloads unabhängig vom Code-Stream sind.

German M. Yebenes, Technical Marketing Manager – SUSE

Basis-Image und Container

Der Prototyp besteht aus einem rund 300 MByte großen unveränderlichen Image auf der Basis von openSUSEs MicroOS mit Btrfs als Dateisystem und dem Container-Orchestrator K3s, einer leichtgewichtigen Kubernetes-Implementierung auf der Anwendungsebene. Alternativ kann Podman eingesetzt werden. Weitere Orchestratoren können in späteren Veröffentlichungen hinzukommen.

Die Verschlüsselung für ALP wurde für die Verwaltung von Geräten entwickelt, die keine menschliche Interaktion erfordern. So wird etwa die Patch-Verwaltung mit einem Trusted Platform Module (TPM) unter Verwendung kryptografischer Schlüssel durchgeführt. Base Container Images (BCI) sollen dafür sorgen, dass sich verschiedene Workloads und Entwicklungsumgebungen mit ihren Abhängigkeiten nicht ins Gehege kommen.

Selbst-Verwaltung

ALP nutzt Selbstheilungs- und Selbstverwaltungsfunktionen. Beide Funktionen können Aufgaben erkennen und ausführen, die nicht nur das Betriebssystem, sondern auch die Containerschicht betreffen. Diese Form von Selbstmanagement wird derzeit hauptsächlich durch Zero Touch Provisioning und Btrfs-Snapshots repräsentiert, soll aber mit den kommenden Versionen weiter ausgebaut und für den Administrator auf mehreren Ebenen konfigurierbar gestaltet werden.

  • Sicherheit und regelmäßige Updates
  • alle Sicherheits-Updates
  • nur kritische Sicherheits-Updates
  • Nur Download und manuelle Installation
  • Keine Auto-Updates

SUSE will ungefähr alle drei Monate neue Prototypen bereitstellen, während mit einer ersten stabilen Produktvorstellung im Herbst 2023 gerechnet wird. Derzeit stehen zwei QCOW2-Abbilder für x86-64 zum Download bereit, von denen eines Vollverschlüsselung bietet. Zum Einstieg gibt es neben der ausführlichen Dokumentation eine Reihe von kurzen Videos.

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