Was kann Btrfs bei Fedora 33?

Was kann Btrfs bei Fedora 33?

Fedora 33 und Ubuntu 20.10 erscheinen innerhalb weniger Tage in der dritten Oktoberwoche. Was haben die beiden außer GNOME 3.38 noch gemeinsam? Beide können standardmäßig Snapshots erstellen. Bei Ubuntu geschieht das mit ZFS und ist bereits teilweise automatisiert, es fehlt noch die grafische Umsetzung.

Vereinfachtes Storage-System

Fedora 33 setzt erstmals bei Neuinstallationen standardmäßig auf das nicht unumstrittene Btrfs als Dateisystem. Was hat die Entwickler zu diesem Schritt bewogen? Btrfs bei Fedora soll dem Anwender hauptsächlich die Verwaltung des Storage-Systems erleichtern. Btrfs bringt im Gegensatz zu einem reinen Dateisystem wie Ext4 viel zusätzliche Funktionalität mit, die beispielsweise den Logical-Volume-Manager LVM überflüssig machen.

Transparente Komprimierung

Zudem bringt es bei Fedora 33 transparente Komprimierung von Dateien per Zstd. Die Komprimierung kann per Subvolume einzeln eingeschaltet werden, das System entscheidet dann, welche Dateien davon profitieren und wann sie zu dekomprimieren sind. Das spart nicht nur Platz, sondern verringert auch die write amplification bei SSDs. Per chattr + c /pfad lassen sich auch einzelne Dateien komprimieren. Die Datenintegrität wird durch Checksummen sichergestellt.

Nur 2 Subvolumes

Die Entwickler lassen bei der Einführung von Btrfs Vorsicht walten, die initiale Implementierung soll dazu dienen, dass sich Anwender mit den neuen Funktionen vertraut machen. Es gibt eingangs lediglich die beiden Subvolumes root und home. Zum Vergleich: openSUSE erstellt bereits bei der Installation ein gutes Dutzend davon, was Neueinsteiger beim butter– oder auch betterfs, wie Btrfs auch benannt wird, schnell verwirren kann. Eine Dokumentation, die die Handhabung der neuen Funktionen erläutert, ist gerade im Entstehen.

Snapshots vorerst nur per Terminal

Einen weiteren Vorteil von Btrfs, die zurückrollbaren Snapshots hebt sich Fedora für ein späteres Release auf. Es gab zwar einen Änderungsvorschlag für Fedora 33, das bei openSUSE eingesetzte Tool Snapper für Snapshots so einzusetzen, dass jede Aktion des Paketmanagers dnf, die den Paketstatus ändert, automatisch die Erstellung eines Snapshots auslöst, aber der Vorschlag wurde für 33 nicht abgesegnet und ist auch noch nicht bei den geplanten Änderungen für Fedora 34 zu finden. Snapshots lassen sich derzeit also nur per Terminal erstellen und verwalten.

Um Snapper so einzubinden, dass automatisch Snapshots erstellt werden, müssen Änderungen unter anderem im Paketmanager DNF, in Grub2, Initramfs und im Installer Anaconda vorgenommen werden. Nur so lässt sich beim Booten ein älterer Snapshot auswählen und davon starten.

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