Windows Subsystem for Linux

Bild: Wikimedia von Guerra24. Licence: GPLv2+

Das ab heute von Microsoft für Windows 10 ausgelieferte Fall Creators Update (WinFCU) verbessert auch das Windows Subsystem for Linux (WSL), mit dem eine Bash-Shell mit vielen Linux-Befehlen und -Systemausrufen innerhalb von Windows lauffähig ist. Nach über einem Jahr Testphase fallen nun zunächst gleich mehrere Restriktionen, die vielen Anwender die Benutzung des WSL als nicht angeraten erscheinen ließ.

Nicht mehr Beta

War WSL bisher mit einem Beta-Aufkleber gekennzeichnet, so ist das Subsystem mit dem WinFCU nun erwachsen geworden und ist somit offiziell und voll unterstützt ein Teil von Windows 10. Somit kann jeder, der einen Fehler entdeckt, offiziell ein Ticket beim Microsoft Support eröffnen. Des Weiteren kann nun jeder Anwender WSL nutzen, während dazu bisher der Windows-10-Developer-Mode notwendig war.

Mehr als eine Distribution

Darüber hinaus können Linux Distributionen über den Windows Store installiert werden. Dabei ist WSL nicht auf ein Linux beschränkt, es können mehrere Distributionen gleichzeitig installiert werden. Und nicht nur das, es können sogar mehrere Distributionen unabhängig voneinander gleichzeitig laufen. Dabei sollten pro Distribution zumindest zwei GByte RAM zusätzlich zur Verfügung stehen. Zudem wird WSL auch für Windows-Server und virtuelle Maschinen aus Microsoft Azure verfügbar sein. USB und Serielle Datenübertragung werden dabei ebenfalls unterstützt. Der Begriff »Bash on Windows« fällt offiziell aus dem Sprachgebrauch bei Microsoft raus.

Alte Installationen erneuern

Bei den Distributionen stehen derzeit neben dem bereits länger verfügbaren Ubuntu auch openSUSE und SUSE Linux Enterprise Server (SLES) zur Auswahl. Fedora und weitere Distributionen sollen zeitnah folgen. Bereits installierte Ubuntu-Installationen funktionieren zwar weiter, sollten aber mit einer aktuellen Version aus dem Windows Store ersetzt werden, da die »Legacy«-Installationen weder von Canonical noch von Microsoft Unterstützung erhalten. Dabei können bestehende Dateien als Tar-Archiv verpackt, im Windows-Dateisystem zwischengelagert und später in die neue Instanz eingefügt werden. Damit hat Microsoft mit dem »Fall Creators Update« einen großen Schritt zur Alltagstauglichkeit und Verbreitung von WSL getan. Im MSDN-Blog hat Microsoft eine Zusammenfassung der neuen Funktionen bereitgestellt, die für WLS umgesetzt wurden.

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Alle Kommentare
  • tuxnix

    17.10.2017, 16:02 Uhr

    MS macht sich wohl für München fit.
    Wenn LiMux dann auch auf Windows 10 läuft, kann gewechselt werden. 😉

    Aber mal Spaß beiseite, was ist der tiefere Sinn dahinter?
    Will MS wieder mehr Entwickler auf seine Plattform locken?

    • Ferdinand Thommes

      17.10.2017, 18:38 Uhr

      Ja, die meisten Unternehmen arbeiten heute mit heterogenen Umgebungen. Da muss MS Angebote machen, die Entwicklern die Arbeit unter mehreren Umgebungen erleichtert, um Unternehmen bei der Stange zu halten. Und das tut WLS in zunehmendem Maße. Klar, dass MS das für seine Marketingkampagne nutzt, und öffentliche Liebesbekundungen in Richtung Linux heuchelt.