Lector

Quelle: ebook von Jamais Cascio Lizenz: CC BY 2.0

 

Mit Lector betritt ein neuer Ebook-Reader die Linux-Bühne. Er basiert auf dem Qt-Framework und ist unterhalb des für Linux, macOS und Windows verfügbaren Ebook-Managers Calibre angesiedelt. Calibre bietet eine in diesem Segment unerreichte Funktionsvielfalt bis in den professionellen Bereich, die aber nur wenige Anwender wirklich ausschöpfen. Diese Vielfalt steht dann schnell mal im Weg steht, wenn man Calibre für die Verwaltung seiner privaten Ebook-Sammlung konfigurieren möchte.

Lector gegen Goliath

Hier kommt Lector ins Spiel, dessen Funktionsumfang über das reine Lesen von elektronischen Büchern hinaus auch deren Verwaltung und Sortierung in einer Datenbank umfasst. Derzeit werden die Formate Epub, Mobi, AZW, AZW3, AZW4 und PDF unterstützt. Comic-Fans bietet das Programm die Formate CBR und CBZ. Weitere Formate sollen folgen. Die Anwendung ist in Python geschrieben, als Datenbank kommt SQLite3 zum Einsatz.

Ausreichender Funktionsumfang

Das Einlesen der Büchersammlung geht auch bei einer großen Sammlung problemlos vonstatten. Bücher werden danach mit ihrem Cover angezeigt. Die Sortierung erlaubt Anzeige nach Autor und vielem mehr. Metadaten wie Genre, Titel, Erscheinungsjahr, Autor und andere können einfach per Rechtsklick editiert werden. Zudem kann Einfluss auf den Schriftsatz, dessen Größe und Farbe genommen werden, auch stufenloser Zoom ist verfügbar. Bookmarks erlauben das Markieren von Seiten und deren Verwaltung in einer Bookmark-Leiste, ein Wörterbuch gehört ebenfalls zum Funktionsumfang von Lector.

Noch nicht fehlerfrei

Lector ist noch an einem frühen Punkt seiner Entwicklung, funktioniert aber bereits grundlegend. Im AUR von Arch Linux findet sich die bisher einzige Version in einer Distribution. Ansonsten muss Lector aus dem Quellcode gebaut werden. Die Abhängigkeiten und eine Bauanleitung sind auf der GitHub-Seite vermerkt. Die Pakete können je nach Distribution leicht anders heißen, sind aber einfach zu identifizieren. Ein Flatpak von Lector ist bereits in Arbeit.

Im Auge behalten

Lector macht einen vielversprechenden Eindruck und könnte eine Lücke zwischen einfachen Ebook-Readern und dem Dickschiff Calibre füllen. Noch hat die Anwendung, zumindest unter Debian mit Qt 5.9 einige Fehler und stürzt gerne mal ab. Der Entwickler hat sie mit Qt 5.10.1 gebaut, das noch nicht in vielen Distributionen verfügbar ist. Vielleicht behebt das einige Fehler. Auf jeden Fall werde ich Lector im Auge behalten und weiterhin testen.

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Alle Kommentare
  • tuxflo

    19.03.2018, 06:29 Uhr

    Weißt du, on Dee Reader wine Touch Bedienung ermöglicht? Meiner Meinung nach ein absolutes must have bei der hohen Anzahl an Touch-screen basierten Geräten.