Ubuntu 18.04 LTS »Bionic Beaver«

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Canonical hat mit Ubuntu 18.04 LTS »Bionic Beaver« seine nächste Version des Ubuntu-Desktops mit Langzeitunterstützung freigegeben. Dabei hatte ein erst vor wenigen Stunden entdeckter Fehler in der Live-Sitzung der Images von Ubuntu, Kylin, Budgie und MATE die Veröffentlichung bis in den späten Abend verschoben. Einige Webseiten hatten bereits am Mittag fälschlicherweise die Veröffentlichung verkündet. Die Release Notes sind noch nicht auf dem neuesten Stand, die endgültigen Images sind aber nun verfügbar.

Ubuntu 18.04 weit mehr Neuerungen als seine Vorgänger. Anwender von LTS-Versionen sehen sich bei 18.04 mit einer neuen Oberfläche konfrontiert. Die von Canonical »Ubuntu-Desktop« getaufte Benutzeroberfläche ist ein optisch und funktional leicht angepasstes GNOME in Version 3.28.1. Zu den Anpassungen zählt neben dem Dock am linken Rand auch die Möglichkeit, weiterhin Icons auf dem Desktop zu platzieren. Da GNOME 3.28 diese Möglichkeit nicht mehr vorsieht, verwendet Canonical weiterhin den Dateimanager Nautilus in der Version 3.26, die diese Funktionalität noch bietet.

X-Server anstatt Wayland

Statt Wayland, wie bei Ubuntu 17.10 kommt bei 18.04 wieder ein herkömmlicher X-Server zum Einsatz, Wayland kann im Anmeldemanager jedoch als alternative Sitzung ausgewählt werden. Für Ubuntu 18.10 wird die Situation laut Ubuntu-Desktop-Chef Will Cooke wieder neu bewertet. Als Basis des Ubuntu-Kernels kommt 4.15 zum Einsatz. Als Browser ist Firefox 59.02 an Bord, der E-Mail-Client ist Thunderbird in Version 52.7. Büroarbeiten können mit LibreOffice 6.0.3.2 erledigt werden.

Die App für die Einstellungen wurde optisch überarbeitet und zeigt sich nun übersichtlicher. Wie andere Mitglieder der Ubuntu-Familie bereits zuvor, bringt jetzt auch Ubuntu selbst einen Willkommens-Bildschirm mit. Dieser erscheint beim ersten Systemstart nach der Installation und bündelt einige Aufgaben der Einrichtung des Systems.

Neuer Welcome-Screen

Dazu zählt auch die Einrichtung des Kernel LivePatch Service. Damit bietet Canonical Desktop-Anwendern seit 16.10 kostenfrei eine Enterprise-Funktion, allerdings beschränkt auf drei Geräte. War die Einrichtung dieses Dienstes, der wichtige Kernel-Patches ohne Neustart des Systems aktivieren kann, bisher unübersichtlich auf drei verschiedene Stellen verteilt, sind nun alle Schritte zusammengefasst. Einzige Voraussetzung ist  ein Single-Sign-On-Konto (SSO) bei Ubuntu. Der Willkommens-Bildschirm bietet auch den Opt-out aus Canonicals Datensammlung über Hard- und Software der Anwender. Hier wäre es mehr im Sinne von freier Software, wenn dieses Datensammlung  per Opt-in realisiert wäre.

Minimal Installation

Der Installer bietet eine neue Option, gleichzeitig wird eine etablierte Funktion entfernt. Neu ist die Möglichkeit, eine sparsamere Installation aufzusetzen. Setzt der Anwender ein Häkchen vor der Option  »Minimal Installation«, so wandern rund 500 MByte aus 80 Paketen weniger auf die Festplatte. Nicht mehr zur Verfügung steht die Möglichkeit, bei der Installation das Home-Verzeichnis zu verschlüsseln.

Erstmals sind bei 18.04 Pakete im Snap-Format vorinstalliert. Es handelt sich dabei um eine Handvoll kleiner Pakete wie etwa den GNOME-Calculator. Weitere Snaps können in der Software-App nachinstalliert werden. Allerdings ist auf den ersten Blick nicht erkennbar, ob ein Paket als Snap oder DEB installierbar ist. Positiv: Falls vorhanden kann einfach zwischen verschiedenen aktuellen Versionen eines Snaps gewechselt werden.

Ubuntu selbst erscheint als Desktop-, Server-, Core- und Cloud-Variante und wird bis 2023 unterstützt. Neben Ubuntu werden auch Kubuntu, Lubuntu, Ubuntu Budgie, Ubuntu MATE, Ubuntu Studio, Xubuntu und Ubuntu Kylin mit der Versionsnummer 18.04 veröffentlicht.

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