Ubuntu Flavours

Bild: Ubuntu White | Quelle: scarface94 | Lizenz: CC BY-2.0

 

Neben Ubuntu hat Canonical gestern auch die Ubuntu Flavours Kubuntu, Lubuntu, Ubuntu Budgie, Ubuntu MATE, Ubuntu Studio, Xubuntu und Ubuntu Kylin mit der Versionsnummer 18.04 veröffentlicht. Was haben die Mitglieder der Ubuntu-Familie in der neuen Version zu bieten?

Kubuntu

Kubuntu 18.04 LTS kommt mit drei Jahren Unterstützung und liefert den Desktop in der Version Plasma 5.12 LTS aus. Optisch haben die Kubuntu-Entwickler ein Theme aus Breeze Light und Breeze Dark erstellt, das dem Desktop einen sehr eleganten Look verschafft. Die Anwendungen sind auf dem Stand von KDE Applications 17.12.3. Standardmäßig ebenfalls installiert sind Plasma Vault, Latte Dock, KDE Connect und VLC. Kubuntu braucht sich vor dem Ubuntu-flavour mit GNOME keineswegs zu verstecken.

Xubuntu

Xubuntu 18.04 LTS ist, wie auch Kubuntu, mit drei Jahren Unterstützung ausgestattet. Wer Xfce ein wenig kennt, wird von Xubuntu keine großen Sprünge erwarten. Der Xfce-Desktop steht eher für Eigenschaften wie Beständigkeit  und konsistente Verlässlichkeit. Einige Veränderungen seit der letzten Version sind jedoch nicht zu übersehen. Einige Komponenten wurden gegen ihre Entsprechungen aus dem MATE-Desktop ausgetauscht. Dabei handelt es sich um den Dokumentenbetrachter Atril, der Evince ersetzt, den Archivmanager Engrampa, der an die Stelle von File Roller tritt, sowie den MATE Calculator, der sein Gegenstück aus den GNOME-Apps ersetzt. Weiterhin wurde das Greybird-GTK-Theme überarbeitet und einige Panel-Applets hinzugefügt.

Ubuntu Budgie

Ubuntu Budgie 18.04 LTS ist das jüngste Mitglied der Ubuntu-Familie und erhält erstmals Langzeitunterstützung in Form von drei Jahren LTS. Budgie ist der Desktop, der im Team von Solus entwickelt wird. Ubuntu Budgie wartet mit einem neuen dunklen GTK-Theme auf. Die Sammlung an Desktop-Applets wurde ebenso erweitert wie der »Budgie-Welcome-Screen«. Zudem gibt es einige neue Bildschirmhintergründe sowie OpenVNC-Unterstützung.

Ubuntu MATE

Ubuntu MATE 18.04 LTS reiht sich bei den meisten anderen Flavours ein, wenn es um LTs geht. Auch hier stehen drei Jahre Support bereit. MATE versucht, möglichst viel vom Konzept von GNOME 2 am Leben zu erhalten. Das Layout wurde überarbeitet und hat sich optisch an Unity angenähert. Das verbesserte Mutiny-Desktop-Layout bietet ein tastaturfreundliches Heads-Up-Display (HUD), ein globales Menü, einen Vollbild-App-Launcher und ein neues Fenstersteuerungs-Applet, das Fensterschaltflächen in die obere Leiste einfügt, so wie das auch bei Unity war. Ubuntu MATE 18.04  setzt auf MATE 1.20. Die letzte Version von MATE verbessert unter anderem die HiDPI-Unterstützung, die in einem überarbeiteten Tweak Tool eingestellt wird und einen verbesserten Dateimanager Caja.

Ubuntu Kylin

Ubuntu Kylin 18.04 LTS erhält ebenfalls drei Jahre Unterstützung. Es handelt sich dabei um eine Ubuntu-Variante für den chinesischen Markt. Anwender, die Windows 7 nachtrauern könnten sich ebenfalls für Kylin interessieren. Nutzte Kylin früher auch Unity, ist 18.04 das erste LTS-Release, dass den neu entwickelten Desktop UKUI mitbringt. Dieser wurde mit Windows-Umsteigern im Sinn aus dem MATE-Desktop entwickelt und kann auch unter anderen Flavours installiert werden und ist seit November auch unter Debian verfügbar.

Alle Flavours der gestrigen Veröffentlichung außer Ubuntu Studio sind LTS-Releases, erhalten aber im Gegensatz zu Ubuntu selbst nur drei anstatt fünf Jahre Unterstützung. Alle erwähnten Images stehen im Gegensatz zu Ubuntu in 32- und 64-Bit zur Verfügung. Ubuntu selbst wird nur noch mit 64-Bit angeboten. Fast hätte Ubuntu übrigens das Release nicht mehr am gestrigen 26. April geschafft. Ein Fehler in letzter Minute verzögerte die Freigabe bis kurz vor Mitternacht. Links zu allen Images finden sich in den Release Notes. Alle Images lassen sich auch als Torrent herunterladen.

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