Intel bestätigt Gerüchte um diskrete Grafikkarte

 

 

 

 

Diskrete Grafikkarte
Bild: Graphikarte mit Intel i740 | Quelle: Wikimedia | Lizenz: GFDL

 

In einem kurzen Promotion-Video, das anlässlich der SIGGRAPH2018 Konferenz veröffentlicht wurde, bestätigt Intel hartnäckige Gerüchte, der Konzern arbeite an einer diskreten Grafikkarte. In den letzten  Jahren hatte Intel Grafikkerne nur als Teil der CPU verkauft.

Zunächst gescheitert

Allerdings ist Intels Plan, eine selbstständige Grafikkarte zu vermarkten, nicht der erste Ausflug des Konzerns in diese Richtung. Bereits 1998, vor 20 Jahren, hat Intel einen diskreten Grafikchip auf den Markt gebracht. Dieser hörte auf den Namen Intel740, kurz  i740, trug den Codenamen Auburn und erlebte seinen zweiten Geburtstag nicht.

AGP war schuld

Der Chip, den Intel auf eigenen Karten anbot, wurde damals im 350nm-Prozess hergestellt – heute ist man bei 14nm – und bediente die AGP-Schnittstelle. Intel hatte gehofft, mit dem i740 den AGP-Port zu popularisieren, während die meisten Grafikanbieter noch PCI nutzten. Im Februar 1998 mit großem Aufwand für 34,50 US-Dollar auf den Markt gebracht, entsprach die Karte nicht der erwarteten Leistung und verschwand nach wenigen Monaten bereits wieder aus dem Fokus der Anwender. Im August 1999, nach weniger als 18 Monaten, zog Intel die i740 vom Markt zurück.

Intel versuchte das Debakel abzumildern und entwarf verbesserte Versionen in Form der Chips  i752 und i754, die doppelte beziehungsweise vierfache AGP-Leistung brachten, hatte jedoch auch damit keinen Erfolg. Karten mit dem i752 erreichten den Markt, konnten die Leistung der i750 jedoch nur marginal verbessern. Die i754 wurde daraufhin erst gar nicht veröffentlicht. Die i752- und i754-Kerne wurden später für die integrierte Grafik in den Intel-Chipsätzen 810 und 815 verwendet. In späteren Analysen erhielt die AGP-Schnittstelle den schwarzen Peter.

Zweiter Versuch

Jetzt folgt also ein weiterer Anlauf von Intel in Sachen diskrete Grafikchips. Die derzeitigen HD-Grafik-Chips des Herstellers bieten 4K-Video und hardwareunterstütztes Video-Encoding, lassen aber einen großen Teil der Gamer und Grafikdesigner außen vor. Auch Data-Center und Artificial Intelligence (AI) kommen nicht ohne AMD oder Nvidia aus.

Letztes Jahr gab es erste Hinweise auf Intels Pläne, als das Unternehmen den AMD-Vizepräsidenten und ehemaligen Apple-Grafik-Chef Raja Koduri als Vizepräsident und Chief Architect seiner Grafikabteilung anheuerte. Intel CEO Brian Krzanich verriet bereits im Juni, kurz vor seinem Ausscheiden, 2020 werde Intel in den Markt einsteigen.

Wenig Details

Krzanich ging nicht im Detail darauf ein, welches Leistungsniveau oder welchen Zielmarkt diese erste diskrete GPU-Lösung ansprechen soll, aber Intels Executive Vice President der Rechenzentrumsgruppe, Navin Shenoy, bestätigte, dass die Strategie des Unternehmens auch Lösungen für Rechenzentrumssegmente (Think AI, Machine Learning) umfassen wird. Für uns als Anwender kann es nur gut sein, wenn ein weiterer Anbieter den Markt der diskreten Grafikkarten betritt.

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