ExTix: Linux aus Schweden
Bild: C.A. Exton

Der umtriebige schwedische Linux-Enthusiast C.A. Exton, der bereits seit 2011 eine Vielzahl an Distributionen erstellt, hat die neue Version seiner Distribution ExTix freigegeben. ExTix wird immer nach dem Motto »Darf es etwas mehr sein?« entwickelt. So bietet eine der neuen Varianten von ExTix 19.1 sowohl KDE 4.17 als auch Kodi 18 als Oberflächen aus.

Aktuelles neben Bewährtem

ExTix 19.1 Build 181228 setzt bereits auf Kernel 4.20 und bedient sich ansonsten bei Debian 9.6 und Ubuntu 18.04.1 LTS »Bionic Beaver«. KDE-Software ist in Form von Plasma 5.12.7, Frameworks 5.44.0 sowie Applications 4.17 vertreten und setzt somit auf den Langzeitsupport von Plasma 5.12 LTS.

Mehrwert

Soweit, so gut. Exton wäre nicht Exton, wenn er nicht zusätzlichen Nutzen in seine Images packen würde. So ist Kodi 18 »Leia« ebenso integriert wie die Refrakta Tools, mit dem sich aus der Live-Version von ExTix kinderleicht ein selbst gestaltetes, boot- und installierbares Ubuntu generieren lässt. Zudem erlauben die Images die Erstellung von persistenten USB-Sticks.

Rasend schnell

Des Weiteren lässt sich das Live-Image beim Boot ins RAM laden, vorausgesetzt, es sind mindestens zwei GByte davon vorhanden. Ist das Image vollständig geladen, lässt sich der USB-Stick abnehmen oder die DVD entfernen. Zudem ist die Ausführung aus dem RAM um einiges schneller als von einem externen Medium.

  • ExTix belegt über 1 GByte RAM nach dem Start

Zwei Installer

Neu seit der vorigen Ausgabe von ExTix ist die Verwendung des Calamares-Installer-Frameworks anstelle von Ubuntus Installer Ubiquity. Calamares arbeitet hier nur mit UEFI zusammen. Um ExTix mit einem herkömmlichen BIOS zu installieren, muss der Refracta-Installer genutzt werden und das Paket grub-efi-amd64 gegen grub-pc ausgetauscht werden.

Dazugekommen

Neu ist auch Network-Manager, der Wicked bei der Netzwerkverwaltung ersetzt. Der Browser Chrome fällt weg, da Firefox jetzt Netflix fehlerfrei wiedergeben kann. Auch bei Kodi hat Exton unter anderem das Netflix-Addon vorinstalliert. Hinzugekommen ist der Web-Editor Blue Griffon.

Viele Varianten

Alle ExTix-Varianten der letzten Jahre sind auf der Webseite der schwedischen Linux Society zu finden. Neben den aktuellen Varianten sind dort unter anderem Images auf der Basis von OpenSUSE, Gentoo, Arch, Slackware und für den RaspBerry Pi zu finden.

Die Passwörter für die Live-Medien lauten root und live. Extons angepasste Versionen von Android Oreo, Nougat, Marshmallow, Lollipop and KitKat finden sich auf den Webseiten AndEX und auf RaspEX.

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Alle Kommentare
  • axt

    29.12.2018, 20:35 Uhr

    Refracta ist schon ewig drin, einfach deshalb, weil er seine Images damit erstellen wird. Das geht dann wie am Fließband, ist von daher keines Aufhebens wert.

    Daß Exton überall mitspielen will, halte ich für alles andere als gut (erinnert ein wenig an dieses “SnowLinux”). Schon gar nichts kann ich abgewinnen, wenn da mit zusätzlicher Software aufgeblasen wird – bspw Blue Griffon, so gut es sein mag, ist zuletzt vor 13 Monaten erschienen. Wenn da ein Tool gegen ein anderes, das in vielen anderen Distributionen (z.B. eben Ubuntu, das er für seine Ubuntu-Derivate heranzieht) Standard ist – network-manager – ausgetauscht wird (also zurück zum Original), ist das auch keine Superinfo. Die nächste Seuche ist ständiges Wechseln von Browsern, weil mal der eine, mal der andere irgendwas toller kann. Ich wüßte nicht, weshalb ich mir so eine Distribution installieren sollte.