Chrome OS rückt noch näher an Linux
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Die letzten 12 Monate haben viel bewegt, wenn es um Linux-Anwendungen unter Chrome OS auf Chromebooks geht. Jetzt deutet sich ein weiterer Schritt zu einer vereinfachten Integration an.

Viele Chromebooks unterstützt

Seit dem Sommer lassen sich Debian-Anwendungen auf einer Anzahl an Chromebooks installieren und nutzen. Im Herbst erhöhte Google durch Rückportieren von Kernel-Modulen die Zahl der Linux-fähigen Chromebooks.

Vereinfachung in Sicht

Jetzt hat das Blog Chrome Story einen Eintrag im Chrome-OS-Repository Gerrit entdeckt, der eine weitere Vereinfachung bei Suche, Installation und Nutzung von Debian-Anwendungen bringen wird:

Experimental flags for crostini apt search
Flags for enabling/disabling crostini apt search 
(experimental feature) go/chrome-apt-search

Die Absicht dieses Codeschnipsels wird durch einen diesbezüglichen Bugreport verdeutlicht, der keinen Zweifel an der geplanten Funktionalität lässt:

Add APT search into Chrome OS App Launcher, so that 
not installed Linux packages and Apps can be searched for 
and installed via the App launcher.

Bisher werden Linux-Anwendungen etwas umständlich über die vorinstallierte App Files installiert. Das soll sich bald ändern, falls der Code in eine veröffentlichte Version von Chrome OS einzieht. Dann können Anwender Debian-Pakete direkt über den App-Launcher suchen und installieren.

Im Hintergrund virtuell

Im Hintergrund wird die Nutzung von Linux-Anwendungen über das Projekt Crostini realisiert. Dahinter steht eine von Grund auf für Chromebooks entwickelte virtuelle Maschine auf der Basis der Kernelfunktion KVM.

Auch in Unternehmen sind Chromebooks interessant. Allerdings haben Administratoren, wenn es um Linux geht, hier ein Problem. Die Richtlinien erlauben oft nicht die freie Wahl einer Distribution. Wenn ein Unternehmen etwa auf Fedora setzt, ergeben Debian-Apps auf dem Chromebook nicht viel Sinn.

Erleichterung für Unternehmen

Hier naht vermutlich bald Abhilfe, Geräteadministratoren könnten dann eine URL für Chrome OS zum Herunterladen einer Distribution eingeben. Google testet unter dem Codenamen Pita bereits zumindest eine weitere Distribution. Es ist kaum etwas über das Projekt bekannt, es würde aber Sinn ergeben, wenn Google hier sein hausinternes gLinux testet.

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Alle Kommentare
  • Klaus Meier

    16.01.2019, 16:20 Uhr

    Lustige Entwicklung. Bei Android will Google weg von Linux und setzt auf ein Eigengewächs. Und jetzt wollen sie doch?

    Ich kann dazu7 nur sagen, ein Bekannter von mir war mal bei SUN Microsystems tätig. Als es die noch gab. Und die haben damals gerade Solaris für x86 herausgebracht. Für viel Geld musste man es damals kaufen. Und er hat damals schon gesagt, verschenkt es und lasst die Leute dran arbeiten, die Treiber für alle Geräte in der PC-Welt werdet ihr nie hinbekommen. Linux war zu dieser Zeit eher noch nicht existent. Aber wenn Google so weiter macht, sie werden sich noch daran erinnern.

  • tuxnix

    18.01.2019, 19:09 Uhr

    Vielleicht reagiert Google hier auf das was mit dem Librem 5 und dem NC_1 jetzt im Kommen ist.
    Wenn dann noch pmOS soweit ist und immer mehr ARM devices mit Linux versorgt werden können, sieht Chome OS alt aus. Ohnehin ist schon eine recht merkwürdige Angelegenheit, wenn man sich Mühe geben muss jetzt auch ganz normale Linux Anwendungen auf Chome OS zum Laufen zu bringen. Auch Chrome OS basiert auf dem Linux Kernel.

    • Ferdinand Thommes

      18.01.2019, 20:01 Uhr

      Ich sehe das eher als Zwangsreaktion, so ähnlich wie die plötzliche Liebe von Microsoft zu Linux, die ja in Wirklichkeit nur eine Reaktion auf die Anforderungen von Kunden mit heterogenen Umgebungen ist. Wenn Chromebooks auch in Unternehmen weiter gegen Microsofts Hardware Verbreitung finden sollen ist Linux vermutlich ein Muß.