Maru OS 0.6 wechselt zu Lineage
Konvergenz zwischen Mobil und Desktop Bild: Maru OS

Maru OS ist ein mobiles Betriebssystem, das erstmals 2016 mit dem Ziel der Konvergenz von Mobilgeräten und dem Linux-Desktop veröffentlicht wurde. Ursprünglich bootete das mobile Gerät ein Android 6 und wechselte zu Debian 8, wenn per HDMI ein Display angeschlossen war, das von Maus und Keyboard per Bluetooth unterstützt wurde.

Schlüssiges Konzept

Das Konzept ist schlüssig, die Umsetzung bisher nicht. Die Grundlagen, um das zu ändern, wurden aber mit der aktuellen Version Maru 0.6 gelegt. Dazu trägt vor allem der Umstieg vom Android-Open-Source-Projekt (AOSP) zu LineageOS bei.

War Maru OS bisher wegen ASOP auf Google-Smartphones beschränkt, stehen nun alle von LineageOS unterstützten Geräte offen. ​Die in Zusammenarbeit mit dem Team von LineageOs entstandene abgespeckte Version unterstützt Android 8.1 »Oreo«

Befreiungsschlag

Mit dem Wegfall der Pflicht zu einer Verbindung per Kabel über HDMI entfällt die zweite große Hürde zu weiterer Verbreitung, denn kaum ein Smartphone verfügt heute noch über einen SlimPort oder MHL. Alternativ wird die Verbindung zum Display nun offiziell auch drahtlos per Chromecast hergestellt. Die Community berichtet, dass auch diverse Miracast-Adapter gut mit Maru OS zusammenarbeiten. Diese werden nun getestet und gegebenenfalls offiziell freigegeben.

USB-OTG für Maus und Tastatur

Auch die Anschlussmöglichkeiten für Peripheriegeräte wurden erweitert. Waren Maus und Tastatur bisher auf Bluetooth beschränkt, so können diese nun auch per USB-OTG angebunden werden. Die verwendete Debian-Version ist zudem von Debian 8 »Jessie« auf Debian 9 »Stretch« aktualisiert.

Derzeit stehen für Maru OS 0.6 lediglich Images für Nexus 5 und 5X zur Verfügung. Weitere sollen bald folgen. In der Dokumentation findet sich eine Anleitung zur Neuinstallation oder Upgrade. Für die Community steht ein Forum bereit

LXC als Basis

Ein Blick in die GitHub-Präsenz des Projekts deckt einige der technischen Hintergründe von Maru OS auf: Auf der Basis von LXC-Containern erstellt Maru virtuelle Instanzen innerhalb von Android, die zur Interaktivität auf Androids I/O-Framework zugreifen. Maru OS ist eine weitere Verbreitung duchaus zu wünschen. Dazu sind zunächst unbedingt weitere Images nötig.

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Alle Kommentare
  • Matthias Böhm

    11.03.2019, 06:12 Uhr

    Es mehren sich die Anzeichen, dass auch das Lineage Projekt künftig keine Weiterentwicklungen des Betriebssystems frei Haus von Alphabet geliefert bekommt, denn es berichten jetzt auch Medien, die sich an ein Publikum ohne technischen Hintergund wenden, vom nahenden Ende der Android Ära bei Alphabet, z.B. die FAZ: https://www.faz.net/aktuell/technik-motor/digital/android-am-ende-google-entwickelt-neues-betriebssystem-fuchsia-16070363.html
    Wie es dann weiter geht wird spannend, offene “androide” mobile Systeme sind denkbar. Mit eingeschränkter Hardwareunterstützung und Langzeitupdates könnten auch die größten Schwächen von Android behoben werden. Mit Bloatware wäre in solchen Projekten eher nicht zu rechnen. Dennoch halte ich es für wahrscheinlicher, dass sich auch für mobile FOSS Projekte der Linux Kernel als meistgenutzer gemeinsamer Nenner herausstellen wird und sich Android nicht nur für Alphabet als Einstiegstechnologie erweisen wird. Wie die binärkompatibilität zu für Android geschriebener Software erschlossen werden kann beweisen Alien Dalvik und SFdroid. Soweit sind die meisten wirklich freien mobilen Projekte noch nicht aber wenn 2019 die ersten Geräte auf den Markt kommen, wird auch die Nachfrage nach Apps steigen.