Screenshots mit Ksnip
Ksnip Screenshots

Screenshots gehören zum täglichen Arbeitsfluss vieler Anwender, sei es im beruflichen oder privaten Umfeld. Über die Jahre hat sich Shutter als mächtiges plattformübergreifendes Werkzeug bewährt.

Shutter ist weg

Shutter wurde allerdings zumindest aus Ubuntu 18.10 und Debian Unstable entfernt, da es veraltete Abhängigkeiten aufweist. Somit wird es auch im bald erwarteten Debian Buster nicht mehr verfügbar sein.

Zwar haben die Desktop-Umgebungen unter Linux fast alle ihre eigenen Tools für Screenshots. Diese beschränken sich aber meist auf das reine Aufnehmen von Screenshots und lassen Editierfunktionen vermissen.

Flameshot

Vor fast einem Jahr habe ich hier Flameshot vorgestellt. Ich verwende es mit Vorliebe, weil es ein etwas anderes Konzept verwendet und auf ein festes Fenster völlig verzichtet. Flameshot wird ständig weiterentwickelt und erhält neue Funktionen, obwohl es bereits recht komplett ist. Lediglich bei den Editierfunktionen kann es noch zulegen.

Ksnip

Gemeinsam ist Flameshot und Ksnip, unserer heutigen Vorstellung, die Basis Qt, wie das K im Namen bereits vermuten lässt. KSnip ist für Linux, macOS und Windows verfügbar. Wie auch Flameshot beherrscht auch Ksnip bereits Screenshots unter Wayland-Sitzungen mit GNOME oder Plasma, wenn auch noch experimentell.

Auch mit Wayland

Diese Eigenschaft ist keinesfalls selbstverständlich, denn Wayland erfordert eine andere Herangehensweise, um so etwas Alltägliches wie einen Screenshot zu erstellen. Aus Sicherheitsgründen ist im Display-Protokoll Wayland selbst nur das Nötigste definiert. Dinge wie Screen-Sharing oder auch einfache Screenshots müssen extern gelöst werden und sind in diesem Fall über PipeWire realisiert worden.

Auch für CLI

Ksnip wird beständig weiterentwickelt, aktuell ist Version 1.5, die 1.6 kann bereits getestet werden. Eine nette Zugabe im Menü ist das nachträgliche Skalieren einer Aufnahme, ansonsten ist hier alles Standard. In die Cloud geht es per Imgur. Screenshots lassen sich ausdrucken oder als ps/pdf speichern. Auch auf der Kommandozeile lassen sich Screenshots erstellen.

Im Fadenkreuz

Wird ein rechteckiger Bereich für einen Screenshot gewählt, so wird das Aufziehen durch eine Lupe mit Fadenkreuz und durch am Mauszeiger klebende horizontale und vertikale Lineale erleichtert. Sobald die Aufnahme im Kasten ist, stehen ausgereifte Editierfunktionen zur Bearbeitung bereit. Dazu zählen Stift, Marker, Rechteck, Ellipse, Text und Zahl sowie ein Blur-Effekt zum Verwischen.

Wer Shutter in seiner Distribution vermisst, findet nun neben Flameshot auch bei Ksnip ein geeignetes Werkzeug. Auf der GitHub-Seite stehen neben Paketen für Windows und macOS auch DEB- und RPM-Pakete für Linux sowie ein AppImage zum unverbindlichen Testen bereit.

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