Google-Alternativen
Bild: /e/-Logo | Quelle: Gaël Duval

Der potenzielle Markt für Smartphones, die auf Google-Apps und -Dienste verzichten, wächst ständig. Neben Projekten, die Linux-Phones entwickeln sind unter anderem Sailfish OS, LineageOS und PostmarketOS verfügbare Google-Alternativen.

Eelo auf Kickstarter finanziert

Ein weiteres Projekt, über das wir bereits Ende 2017 berichteten, ist eelo. Per Kickstarter wollte der französische Entwickler und Gründer von Mandrake-Linux, Gaël Duval, das Projekt mit 25.000 Euro vorfinanzieren lassen. Dabei kamen fast 100.000 Euro von 1.500 Unterstützern zusammen.

Unpraktische Umbenennung

Wegen Problemen mit dem Markenrecht musste Duval den bereits eingetragenen Namen eelo aufgeben und entschied sich für den aus mehreren Gründen unpraktischen Namen /e/. Warum der nicht ideal ist merkt man spätestens, wenn man eine Suchmaschine damit füttert.

Beta im Herbst 2018

Trotzt der Widrigkeiten ist Duval nun bereit, mit seiner Lösung in den Markt einzusteigen. Ein ROM mit einer ersten Beta-Version auf der Basis des ent-googelten Android-ROM LineageOS erschien bereits im Herbst 2018. Das ROM brachte unter anderem microG mit, das mit Mozilla NLP (network based location) konfiguriert ist, sodass Anwender Geo-Lokalisation durch Mozilla Location Services auch verwenden können, wenn zwar eine Internet-Verbindung, aber kein GPS-Signal vorhanden ist.

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Widrigkeiten aus dem Weg räumen

Duval überlegte, was die Verbreitung von Google-Alternativen derzeit am meisten behindert. Da ist auf der einen Seite die Notwendigkeit, ein Handy zu entsperren und darauf ein ROM zu installieren. Der Vorgang schreckt viele nicht so technikaffine Nutzer ab, denn schnell hat man anstatt einem funktionierenden Smartphone einen Türstopper ohne Funktion.

Einen Hersteller zu finden, der ein Smartphone mit vorinstalliertem ROM erstellt und vertreibt ist fast aussichtslos. Somit entschied sich Duval, aufgearbeitete Smartphones aus 2. Hand mit seinem Betriebssystem zu bespielen und zu vertreiben.

Ökologisch sinnvoll

Das Duval Smartphones aus 2. Hand verwendet, bietet nicht nur einen Preisvorteil, sondern führt diese Geräte einem zweiten Leben zu, anstatt dass sie auf der Müllhalde landen. Duval entschied sich für beliebte Modelle aus Samsungs Galaxy-Reihe. Im Angebot sind Samsung S7, S7 Edge, S9 und S9+. Die Preise mit vorinstalliertem /e/OS bewegen sich zwischen 279 und 549 Euro. Ein S7 ohne /e/OS findet man bei Refurbishern beispielsweise für um die 180 Euro.

Markteintritt steht bevor

Auf der Webseite bittet Duval derzeit potenzielle Kunden, unverbindlich ihr Interesse für ein bestimmtes Modell zu bekunden, um besser planen zu können. Wer sich hier einträgt, wird benachrichtigt, sobald die Geräte verfügbar sind. Die Smartphones haben ein Jahr Garantie, sind entsperrt und kompatibel mit Android-Apps.

Mit /e/ steht somit eine Google-Alternative in den Startlöchern, die ein vorinstalliertes ROM ohne Google auf dem Postweg nach Hause liefert. Wer bisher vor der Installation eines ROM zurückgeschreckt ist, findet bei /e/ vielleicht sein Google-freies Smartphone.

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Alle Kommentare
  • direect

    02.10.2019, 13:08 Uhr

    guter Artikel!