Ubuntu 19.10 ZFS
Bild: Old painted Ubuntu logo on wood planks | Quelle: blumblaum | Lizenz: CC BY 2.0
ZFS, ursprünglich von Sun für Solaris entwickelt und inzwischen als OpenZFS unabhängig weitergeführt, wird oftmals als das ultimative und leistungsfähigste Dateisystem für Server und Rechenzentren, aber zunehmend auch für den Desktop gepriesen.

Es verbindet eine riesige maximale Dateisystemgröße mit RAID und LVM und bietet Snapshots des Systems. Unter Linux wird sich ZFS wegen der mit der GPLv2 nicht vereinbaren Lizenz CDDL vermutlich nie wirklich durchsetzen. Bei FreeBSD und TrueOS ist es dagegen integriert.

Kein Kläger – kein Richter

Bei Debian ist ZFS on Linux (ZoL) seit 2016 in einer Version vertreten, die das Kernelmodul erst zur Laufzeit baut und somit juristischen Problemen aus dem Weg geht. Canonical liefert dagegen das Kernelmodul seit Ubuntu 16.04 LTS »Xenial Xerus« direkt aus und begibt sich damit in eine rechtliche Grauzone, denn vor Gericht wurde die Unvereinbarkeit von GPLv2 und CDDL noch nie festgestellt. Solange es keinen Kläger gibt, wird sich das auch nicht ändern.

Ubuntu 19.10 mit ZFS?

Jetzt schickt sich Canonical an, Ubuntu 19.10 mit ZoL in seinem neuen Installer Ubiquity NG auszuliefern. Ob der Installer fertig wird und dann auch noch ZoL integriert werden kann ist noch nicht klar. Seit einigen Tagen ist jedoch ersichtlich, dass noch viel zu tun ist.

Noch viel zu tun

Auf GitHub hat Ubuntu-Entwickler Didier Roche die für 19.10 noch anstehenden Arbeiten aufgelistet. Dazu zählen Arbeiten an Grub und Initramfs ebenso wie die vorerst experimentelle Integration in den neuen Installer. Über 19.10 hinaus sind unter anderem die Integration in den Dateimanager Nautilus sowie eine grafische Verwaltung von ZoL geplant.

ZoL 0.8 bringt TRIM und Crypto

Gerade erst hat ZoL mit der Aktualisierung auf Version 0.8 lange erwartete Funktionalität wie unter anderem die Unterstützung für TRIM bei SSDs sowie die native Unterstützung von verschlüsselten Dateisystemen und Volumes erhalten.

Wird die Zeit reichen?

Wir dürfen somit gespannt sein, ob die Entwickler ihre Pläne für 19.10 realisieren können und Ubuntu damit im Herbst als einzige Linux-Distribution ZFS direkt im Installer anbieten wird. Reicht die Zeit nicht, so wird es wohl bis 20.10 dauern, da 20.04 ein LTS-Release ist, bei dem Canonical mit ziemlicher Sicherheit keine Experimente wagen wird.

Alternativen

Andere Distributionen suchen ähnliche Funktionalität eher in anderen Dateisystemen. So setzt etwa openSUSE seit geraumer Zeit auf Btrfs, das ebenfalls Snapshots beherrscht, die bei der Distribution mit dem Chamäleon mit Snapper verwaltet werden. Fedora arbeitet derzeit weiterhin an der Entwicklung des hauseigenen Tools Stratis.

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Alle Kommentare
  • Klaus Meier

    05.06.2019, 16:52 Uhr

    Und was ist der Vorteil gegenüber Btrfs?

    Ich nutze seit Jahren Btrfs und bin total glücklich. Was ist der Vorteil von Zfs? 128 bit? Es ist bewiesen, dass die Energie, die man braucht, um ein 128 bit fs zu füllen, größer ist als die Energie, die es benötigt, alle Ozeane zu verdampfen. Online dedup? Also ich mache das alle Jubeljahre mal manuell. Unterschied vorher/nachher? Null.

    Und das hat gar nichts mit Suse und Snapper zu tun. Man kann es mit jeder Distro nutzen. Ich manage meine Updates aktuell mit btrbk, das Teil ist sensationell.

    Vielfalt ist immer gut. Aber ich wüsste absolut nicht, warum ich mir Zfs antun sollte. Btrfs ist absolut genial. Es hat nur einen Nachteil. Jeder, der es noch nie genutzt hat, meint, darüber meckern zu müssen. Ist irgendwie wie beim Firefox. Des ist aktuell absolut genial. Aber egal was sie machen, alle sind am meckern.