Librem 5: Purism klärt Missverständnisse
Librem 5 Aspen« mit Killswitches

Seit dem angekündigten Beginn der ersten Auslieferungsphase ab dem 24. September hat es in der Community rumort. Es gab zu viele Unklarheiten, welchen Stand bei Hard- und Software die einzelnen Chargen haben würden. Zudem warteten die ganz frühen Vorbesteller auf eine E-Mail mit der Bestätigung, dass sie in der ersten Charge »Aspen« seien.

Librem 5 Aspen nur an Insider

Diese Mail kam bei keinem Vorbesteller an, dafür sickerte aber durch, dass die Angestellten von Purism Geräte dieser Charge erhalten hatten. Unter anderem dabei auch der fürs Marketing zuständige Brian Lunduke, der den Erhalt seines Librem 5 zu einer Promo-Aktion machte. Purism CEO überraschte Linux-YouTuber Gardiner Bryant mit einem Besuch und stellte das Librem 5 vor. Gardiner verarbeitete das in zwei Videos.

Mehr Transparenz gefordert

Bei all dem erfuhren die Unterstützer allerdings nicht, dass aus der ersten Charge keiner von ihnen ein Gerät erhalten würde. Man kann mit Fug und Recht sagen, dass sich Purism mit der geplanten Auslieferung in sechs Chargen zu Anfang bereits verzettelt und seine Strategie nicht klar genug kommuniziert hat. Andererseits bringt eine solch frühe Phase beim Hersteller tausende kleine Änderungen mit sich, die schwer zu kommunizieren sind. Die Community wittert dagegen Lug und Trug bis hin zum anstehenden Konkurs, besonders auf Reddit. Das Interview eines verärgerten Ex-Mitarbeiters war da nicht hilfreich.

Neutral betrachtet haben Purism und die Vorbesteller derzeit unterschiedliche Prioritäten. Purism möchte das Librem 5 auch in den ersten Chargen in einem Zustand ausliefern, der dem Ruf der Firma und dem Projekt nicht schadet. Die Vorbesteller wollen oft und umfassend informiert werden und viele davon wollen sofort ein Gerät erhalten.

Unterschiedliche Prioritäten

Offensichtlich klafft hier eine Lücke, die Todd Weaver jetzt mit einem neuen Blogpost zu schließen versucht. Weaver erläutert, dass die erste Charge noch mehrere Probleme aufwies. Das Hitzeproblem ist bereits seit längerem bekannt und soll durch weitere Kernel-Patches abgemildert werden, sodass die CPU unter hoher Last nicht mehr so schnell heruntertaktet. Die Platzierung der Antenne ist noch nicht optimal, das Gleiche gilt für die CPU.

Birch und Chestnut noch in 2019

Aus diesen Gründen wird der Beginn der Auslieferung der zweiten Charge »Birch« vom 29. Oktober auf den 15. November verschoben. Alle Geräte dieser Charge sollen allerdings bis zum 26. November ausgeliefert werden. Die dritte Charge »Chestnut« soll bis zum 31. Dezember auf die Reise gehen.

Ab »Dogwood« kommt ein neues Layout zum Tragen, das die CPU optimiert platziert. Somit soll die Wärme besser über das Gehäuse abgeführt werden. Auch eine Heatpipe ist im Gespräch.

Die Entwickler waren überrascht, wie viele Unterstützer ihr Gerät trotzt des zu erwartenden Alpha-Status bereits zu einem solch frühen Zeitpunkt haben wollten. Dem konnten die Zahlen der von Hand assemblierten Geräte von »Aspen« nicht gerecht werden. Wie viele Geräte von »Birch« ausgeliefert werden, hat Weaver nicht verraten.

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Alle Kommentare
  • tuxnix

    25.10.2019, 12:14 Uhr

    Ich finde es sehr bedenklich wie Purism hier agiert.
    Anstatt zu klar sagen, “Leute wir haben ein richtiges Problem. Der Chip wird zu heiß und wir arbeiten immer noch daran eine halbwegs akzeptable Lösung dafr zu finden.” wird eine PR Aktion gestartet.
    Eines drfte doch klar sein. Das Problem drfte in der einen oder anderen Form weiter bestehen, bis NXP den SoC revidiert und das drfte frhestens mit dem Erscheinen der 14nm Version der Fall sein.
    Bis dahin werden die Untersttzer damit leben mssen, dass entweder der Chip herunter getaktet wird oder die Hitze besser abgeleitet wird, was dann aber auch zu Lasten der Akkulaufzeit geht.
    Noch einmal, dass bei so einem Projekt technische Schwierigkeiten auftauchen können war von Anfang an klar.
    Auch halte ich das Ganze nicht fr gescheitert, ganz im Gegenteil. Sehr, sehr viel wurde schon erfolgreich auf den Weg gebracht und die jetzt zu erwartenden Einschränkungen liegen bei so einem Projekt in der Natur der Sache. Meine Kritik gilt ausschließlich der Art wie darber kommuniziert wird und ich hoffe Purism fhrt mit solchen PR-Aktionen nicht selbst eine Situation herbei, die später nicht mehr zu revidieren ist.