NAS-Bausatz Helios64 angekündigt
Helios 64

Ich habe bereits mehrfach über den NAS-Bausatz Helios4 berichtet, da mich das Konzept überzeugt und ich den Bausatz selbst getestet habe. Dabei hatte ich auch erwähnt, dass das aus dem Crowd-Sourcing-Projekt mittlerweile entstandene Unternehmen Kobol für 2020 eine Erweiterung des Sortiments unter dem Namen Helios64 plant.

Auf 64-Bit aufgebohrt

Nun ist es bald soweit, dass dieser neue Bausatz bestellt werden kann. Im Blog des Unternehmens wird das neue Produkt jetzt vorgestellt. Im Gegensatz zum bisherigen 32-bittigen Marvell ARMADA 388 SoC basiert das selbst entworfene Mainboard auf dem64-bittigen Rockchip RK3399. Dieser entspricht dem Big.LITTLE-Konzept von ARM und verbindet die insgesamt sechs Kerne von Dual Cortex-A72 und Quad Cortex-A53 mit der Grafikeinheit Mali-T864.

Fünf Festplatten unterstützt

Die im Nano-ITX-Format vorliegende Platine bietet zudem Platz für vier GByte LPDDR4 Hauptspeicher und 16 GByte Platz für das Betriebssystem im eMMC-5.1-Standard. Zudem stehen fünf SATA-3.0- und ein M.2-Slot zur Aufnahme von Datenträgern bereit. Wird der M.2-Anschluss verwendet, stehen nur noch vier SATA-Anschlüsse zur Verfügung.

NAS-Bausatz Helios64 angekündigt
Mainboard des Helios64

USV an Bord

Netzzugang wird doppelt per GByte-Ethernet und 2.5 Multi-GByte-Ethernet bereitgestellt. Neben drei USB3.0-Ports verfügt das Board auch über einen USB Type-C-Port, der DP- und DAS-Modus beherrscht. Das Highlight des Boards ist aber eine eingebaute unterbrechungsfreie Stromversorgung (USV).

Das Gehäuse wurde völlig neu gestaltet, besteht aus Aluminium und ersetzt das bisherige, etwas wacklige Plexiglas-Gehäuse. Es bietet fünf Einschübe für 3,5-Zoll Festplatten nach dem Hot-Plug-Standard. Neben einem Control-Panel bietet es an der Vorderseite einen USB3.0-Port.

Versand ab März

Das Mainboard wird inklusive passiven Kühlern für 189 US-Dollar angeboten, das Gehäuse kostet 95 Dollar. Hinzu kommt ein passendes Netzteil für 14 und eine Batterie für die USV für 12 Dollar. Alle vier Komponenten werden im Bundle für 295 Dollar angeboten, wer vor März 2020 bestellt, zahlt nur 285 Dollar.

Dabei ist zu bedenken, dass auf den Preis des aus Hongkong verschickten Pakets nochmals Versand und Mehrwertsteuer erhoben werden. Die Vorbestellung des ab März 2020 ausgelieferten Helios64 soll ab nächster Woche im Shop von Kobol beginnen.

NAS-Bausatz Helios64 angekündigt

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Alle Kommentare
  • tuxnix

    02.01.2020, 18:54 Uhr

    Ein tolles Gerät. Gibt es irgendwo dazu auch Beispielrechnungen über den Stromverbrauch wenn das NAS 24/7/365 läuft? Von welchen Kosten muss man hierbei ausgehen?

    • Ferdinand Thommes

      02.01.2020, 19:21 Uhr

      Gute Frage, ich werd mal bei den Jungs nachhaken.

    • Ferdinand Thommes

      03.01.2020, 07:44 Uhr

      Die Antwort lautet: Power consumption will depend a lot on HDD brand / model you use. Typical idle power consumption of Helios64 with 5x WD RED is between 25-30W. We will post all those infos in due time on our wiki.

  • Marc Gutt

    04.01.2020, 13:11 Uhr

    Ob das so clever war den RAM aufzulöten und damit den Preis direkt mal 20 Dollar nach oben zu schrauben.. ich weiß ja nicht. Ich finde aber auch allgemein den Preis des Boards zu hoch. Rein vom Gefühl her sollte das nicht über 100 Dollar gehen. Ansonsten greifen die Leute beim Selbstbau einfach zu größeren Standardmainboards.

    • Ferdinand Thommes

      04.01.2020, 13:43 Uhr

      Der Preis ist generell das Problem bei Eigenentwicklungen von Hardware anstatt auf fertige Komponenten zuzugreifen. Sieht man extrem auch beim Librem 5. Beim RAM muss ich dir recht geben, hatte ich noch nicht dran gedacht. Ich werde mal nachfragen, was der Grund für das Auflöten war. Im Endeffekt finde ich den Preis aber für ein 5-Bay NAS mit den gegebenen Specs nicht wirklich zu teuer.

  • Jens

    04.01.2020, 15:12 Uhr

    Meiner Meinung nach ist das ein guter Ansatz mit dem Baukastenprinzip, doch leider muss ich sagen das es auch ein total überteuertes System ist. Rund 290 Dollar + Festplatten. Zumdem muss man sagen das die verwendete cpu keine grosse Zukunft hat da sie für die Handy/ Tabletsparte konzipiert wurde, wobei man da geteilter Meinung sein darf. Und ich gebe meinem Vorredner recht ich würde zu einem standard board greiffen bzw. ein fertiges NAS in erwägung ziehen denn mit knapp 300 dollar ist preislich nicht wirklich besser gestanden als zu qnap o synology. da überlegt man sich 2 mal ob ich nicht zu einem fertigen Nas greiffe. Aber wie gesagt die Modularlösung ist klasse da gibts einfach nichts dran zu rütteln man ist einfach flexibler

  • tuxnix

    04.01.2020, 21:34 Uhr

    Danke für nachschauen.
    Der Reiz für dieses NAS liegt in seiner kompakten Bauweise und dem niedrigen Stromverbrauch gegenüber einem Standard Mainboard. Insofern macht auch der ARM-SoC Sinn. Festplatten kann man auch “Schlafenlegen” wenn sie nicht ständig gebraucht werden. Deshalb wäre es schön gewesen genauere Verbrauchsangaben allein für das Board zu haben. Der Preis relativiert sich mit dem Einsatzzweck. Bei mir tut es noch ein simpler RPI3, allerdings komme ich bisher mit einer Festplatte am USB-2 und niedrigen Datenraten auch noch aus.

    • Ferdinand Thommes

      04.01.2020, 21:44 Uhr

      Ohne Platten soll das Board 3-5 Watt verbrauchen. Wenn das Helios64 fürs Bestellen freigegeben wird, werden weitere Specs veröffentlicht.

  • Max Q

    05.01.2020, 16:59 Uhr

    Schade, dass kein ECC-Ram verbaut ist, somit bleibt die Gefahr von Data degradation

    • Ferdinand Thommes

      05.01.2020, 18:03 Uhr

      Im Sommer soll es wohl eine ECC-RAM Variante des Boards geben. Vermutlich eingangs aber nur als 2-GByte Variante.