Flatseal: Rechte von Flatpaks grafisch editieren
Screenshot: ft

Flatpak ist als modernes Paketformat im Aufschwung. Distributionen wie Fedora Silverblue oder Endless OS setzen bereits ganz oder zu großen Teilen auf das junge Format. Dabei sind die Linux-Anwender von Flatpak oder den Alternativen Snap und AppImage bisher nicht durchgehend überzeugt.

Flatpak ist nicht unumstritten

Die Eigenschaften von Flatpaks werden hochgelobt oder abgelehnt, je nachdem wen man fragt. Nehmen wir einmal die Plattformunabhängigkeit als Beispiel. Entwickler freuen sich, dass das gleiche Flatpak auf fast allen Distributionen läuft und ihnen damit Arbeit erspart. Ein Debian-Anwender wird aber beispielsweise beklagen, dass er die Anpassungen an die Debian-Richtlinien, die bisher der nun überflüssige Paket-Maintainer vornahm, vermisst.

Rechte bisher unübersichtlich

Auch was die Rechte angeht, die Flatpaks in einem System haben, herrscht
Uneinigkeit. Flatpaks laufen in einer Sandbox und lassen sich von daher vollständig gegenüber dem Host-System isolieren. Das ergibt allerdings bei den allerwenigsten Anwendungen Sinn. Der Paketierer gibt dem Flatpak die benötigten Rechte, damit die Anwendung ihren Zweck erfüllen kann. Doch wie sehe ich als Anwender, worauf ein Flatpak Zugriff hat und kann ich diese Rechte ändern oder erweitern?

Über die Kommandozeile ging das schon immer mit dem Befehl flatpak override, ist aber den meisten Anwendern zu umständlich. Seit rund einem Jahr war auch die Software-Verwaltung von GNOME 3.32 in der Lage, über die Sektion Anwendungen Rechte von Flatpaks zu ändern.

Flatseal to the rescue

Mit der neuen App Flatseal ist das jetzt noch mal ein wenig einfacher geworden. Laut Eigenbeschreibung ist Flatseal »ein grafisches Dienstprogramm zur Überprüfung und Änderung grundlegender Berechtigungen von Flatpak-Anwendungen.« Das erledigt die App in übersichtlicher Weise, indem links in einer Leiste die installierten Flatpaks aufgelistet sind und rechts im Hauptfenster die entsprechenden Rechte, die über einen Schalter manipuliert werden können.

Viel mehr gibt es nicht zu sagen. Nach der Änderung von Rechten muss das Flatpak neu gestartet werden. Sollte etwas schiefgehen, lassen sich die Rechte oben rechts über eine Schaltfläche auf die im Flatpak vergebenen Rechte zurücksetzen. Das Projekt wird auf GitHub gehostet.

Flatseal: Rechte von Flatpaks grafisch editieren

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Alle Kommentare
  • tuxnix

    13.02.2020, 23:13 Uhr

    Nur drei Sätze dazu:
    Flatpacks sind praktisch, aber das Maintainment aller Pakete ist durch nichts zu ersetzen.
    Ansonsten ist Lunux bald das Gleiche wie Windows oder Android. Eine tolle Hülle mit vielen Überraschungspaketen.

  • anonym

    15.02.2020, 09:08 Uhr

    Grundsätzlich kann jeder sein eigenes Flatpak-Repo aufsetzen und verschiedene Distributionen tun dies bereits. Damit besteht für Debianer dann auch weiterhin die Möglichkeit, alles zu 100% zu kontrollieren und an irgendwelche Debian-Richtlinien anzupassen.

  • tuxnix

    17.02.2020, 00:04 Uhr

    Es spricht ja gar nicht gegen flatpak selbst. Nur die einzelnen Pakete müssen trotzdem maintained werden. Und da liegt dann der Hund begraben. Wer ist denn dann in 5 oder 10 Jahren noch dazu bereit. Wenn ohnehin fast nur noch flatpaks benutzt werden. Die alten Haudegen die wissen weshalb, werden ja nicht mehr mit der Zeit.