GNU Guix System jetzt auch mit Hurd-Kernel

GNU Guix ist eine Paketverwaltung mit transaktionalen Updates und Rollback, die sowohl alleinstehend als auch als GNU-Distribution angeboten und dann als Guix System bezeichnet wird. Als Paketmanager, basierend auf Nix, kann Guix auch in anderen Distributionen nicht nur auf x86, sondern auch auf den Architekturen armv7 und aarch64 eingesetzt werden. Als Distribution bietet Guix über 13.000 Pakete und einen an Debian angelehnten Installer.

Linux-Libre als Kernel

Nach sieben Jahren Entwicklung erreichte Guix, das wie Geeks ausgesprochen wird, vor einem Jahr Version 1.0.0 und steht derzeit bei 1.1.0. Als Distribution verwendet Guix bisher den Linux-Libre-Kernel und GNU Shepherd anstelle von Systemd. Das System enthält keinerlei proprietäre Komponenten und ist somit vollständig frei im Sinne von GNU und wurde 2015 der Liste freier Linux-Distributionen der Free Software Foundation (FSF) hinzugefügt.

Hurd-Kernel hinzugefügt

Bereits seit einiger Zeit war auch eine Variante mit GNU/Hurd in Arbeit. Jetzt ist neben einem Abbild mit Linux-Libre auch eines mit GNU/Hurd-Kernel verfügbar. Damit soll sowohl die Sicherheit als auch die Freiheit weiter erhöht werden.

Der Hurd Mikrokernel wird seit 1990 entwickelt. Distributionen wie Arch Linux, Debian und Gentoo bieten eigene Ports mit dem Hurd-Kernel an. Die derzeitige Version 0.9 wurde 2016 veröffentlicht und basiert auf dem GNU/Mach-Mikrokernel 1.4.

Fehlende Hardware-Unterstützung

Mit der Zeit soll Guix mit Hurd die Haupt-Distribution werden, während die Linux-Variante in den Hintergrund tritt. Angesichts der eingeschränkten Hardware-Unterstützung von Hurd bietet GNU Guix sein Hurd-Abbild als Image für virtuelle Maschinen wie QEMU im Format QCOW2 an. Beide Images stehen auf der Projektseite zum Download bereit.

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